Wer das Erstlingswerk "Yourself Or Someone Like You" kennt, setzt wohl etwas andere Erwartungen in das Nachfolgewerk. "Mad Season" ist längst nicht so zugänglich wie sein Vorgänger. Nach dem ich dieses Album zum 1. Mal gehört habe, hatte es für mich keinerlei Eingänglichkeit, wurde beiseite gelegt und erst ein Monat später wieder gehört. Doch dann stellt sich spätestens beim 3. Anlauf der "Aha-Effekt" ein. Songwriterisch sicher gut gemacht, eingägliche Stücke, aber erst aufs zweite Hinhören, tolle Lyrics und eine interessante Verwendung von Bläsern und Streichern. Wie zB auf "If your gone", hätten andere Mainstreambands auf schmalzige Streicher gesetzt, versuchen MB20 es mit Hörnern, was ihnen offensichtlich gut gelungen ist. Klar dem zweiten Werk fehlt die Rotzigkeit des Erstlings, dafür ist der Sound experimenteller, war "Yourself..." schließlich nur relativ straighter Collegerock, und die Vocals von Rob Thomas sind perfekt arrangiert. Dieses Werk weißt eindeutig mehr Balladen auf als das vorige, aber mit Thomas' Stimme lässt sich auch so etwas dulden. Das ganze Arrangement der Platte (Gittarensound, Takt, gelegentliche aber nicht aufdringliche Streicher, die Vocals) werden zu einem absoluten Hörerlebnis. Mein Tip: bevor man nach erstem Hinhören entäuscht sich abwendet, lieber noch einmal genau hinhören, und man sollte anschließend alles andere als entäuscht sein. (zum Glück hat Rob Thomas nach "Smooth" nicht versucht den Erfolg durch einen Absprung auf die Latinowelle zu erzwingen) Alles in allem ein radiotaugliches Rockalbum mit Nivau und innovativem Charakter (wenn man bedenkt was man sonst so im Radio zu hören bekommt...) !!