Beinahe drei Jahrzehnte fristete dieser Tonträger ein Schattendasein in meiner Plattensammlung, bis ich aus einer Laune heraus diese lange verschollene Platte auflegte und mich nach drei Durchgängen dem Ohrwurm "Sweetest girl" nicht mehr entziehen konnte. Eine gewisse melancholische Behäbigkeit durchzieht das Album, gepaart mit Saxophoneinlagen und Effekten, die auch von einem David Bowie Album stammen könnten: Madness sind mit dieser Veröffentlichung im Popbusiness der vielerorts verschmähten 80er angekommen. Mit 16 empfand ich das als schnöden Verrat an den Ska-Wurzeln und mied die im Vergleich zu "My girl" und "The Prince" doch recht seichten Singleauskopplungen "Yesterday's men" und "Uncle Sam". Heute muss ich zugeben, dass vor allem die Albumtracks "Burning the boats" und "Time" in die Beine gehen und bei meiner Wiederentdeckung wertvolle Überzeugungsarbeit leisteten. Insgesamt aus heutiger Sicht ein sorgfältig und detailreich produziertes Album einer erwachsenen und gereiften Popband.