Mad Love ist einer dieser Ausnhamefilme, die so zur Ausnahme werden, dass er etwa einmal im Jahr unter der Woche nachts von der ARD ausgestrahlt wird. Aber wer ihn da einmal gesehen hat, wird den nächsten Ausstrahlungstermin entgegenfiebern oder - viel einfacher - sich die DVD nach Hause holen. Lang genug hats ja gedauert, bis auch Mad Love endlich auf Silberling zu erhalten war.
Ein Film, der wie die meisten, in denen sie mitspielt, von Drew Barrymore getragen wird. Jeder kennt sie aus (romantischen) Komödien und weiss, wie sie dort mit ihrem unvergleichlichen Charme und ihrem einzigartigen Lächeln binnen weniger Minuten jedermann in ihren Bann gezogen hat. In Mad Love zeigt sich die sympathische Ausnahmeschauspielerin von ihrer anderen Seite (die, wenn man ihre Biographie ein wenig kennt, ihrem Naturell auch eher entsprechen dürfte). Drew spielt Casy, die grosse psychische Probleme hat. Sie möchte gerne die toughe Teenagerin sein, die sich von niemandem etwas sagen lassen muss und einfach selbständig ist. Jedoch legen ihr Depression, Paranoia und schizoide Wahnvorstellungen immer wieder Steine in den Weg. Die Machtlosigkeit gegen diese Krankheiten und die Hilflosigkeit, mit der Drew ihr entgegentritt, sind harter Stoff für den Zuschauer und Mad Love hat auch kein wirkliches Hollywood-Happy-End. Obwohl Drew Barrymore einfach nur packend spielt, bewegt sie sich auf dem schmalen Grad, der dazu führen könnte, die Zuschauer zu Krokodilstränen zu provozieren, doch sie meistert diesen Weg sicher.
An ihrer Seite übernimmt Chris O'Donnell den traurigen Heldenpart. Er kennt sich mit ihren Krankheiten absolut nicht aus, 'befreit' seine Casy aber trotzdem aus der Klinik und flieht mit ihr quer durch Amerika. Doch ist er mit seiner Aufgabe überfordert, wie er sich irgendwann selber eingestehen muss. Chris O'Donnells ist in seiner Rolle austauschbar, aber ok. Durch die labile Rolle Drew Barrymores bekommt O'Donnell natürlich Sympathiepunkte beim Zuschauer, aber - machen wir uns nichts vor - mit Drew steht und fällt dieser fantastische Film. Darüber hinaus ist dieser Film offensichtlich immer noch ein Insider, was ihn natürlich noch attraktiver macht.
Fazit: Drew spielt einfach nur fantastisch überzeugend und man möchte den Film immer wieder sehen. Jedoch ist er nichts für einen romantischen Abend eines frisch verliebten Päarchens. Für jeden anderen aber ein absoluter Geheimtipp!