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Macunaíma: Der Held ohne jeden Charakter (suhrkamp taschenbuch)
 
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Macunaíma: Der Held ohne jeden Charakter (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Mário de Andrade , Curt Meyer-Clason


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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Macunaíma
Der Held ohne jeden CharakterOT Macunaíma, O Herói Sem Nemhum Caráter OA 1928 DE 1982 Form Roman Epoche Modernismo
Macunaíma war Ausgangspunkt des brasilianischen Modernismo, eine Absage an Kolonialära, akademische Konventionen und pathetische Noblesse. Dieser moderne brasilianische Identitätsroman ist eine Satire des portugiesischen Purismus, ein amerikanisches Sprach- und Kulturkonzept, in dem das primitive und das futuristische Brasilien, die Urwaldmenschen und die Bewohner des Großstadtdschungels São Paulo aufeinander treffen.
Inhalt: Macunaíma, ein listiger, fauler, sentimentaler und zynischer, untreuer und aufrichtiger Antiheld, wurde in »der Tiefe des Urwalds geboren. Im Amazonasgebiet wächst er auf, ohne Gedanken an die Zukunft, zu Abenteuern bereit. In einer Wunderquelle wäscht er sich weiß, heiratet Ci, die Königin der Amazonen bzw. Icamiabas, die als Sternbild zum Himmel aufsteigt. Zuvor jedoch gab sie ihrem Gemahl, dem neuen König der Icamiabas, einem Indianerstamm im nördlichsten Amazonas, den Zauberstein Muiraquitã. Macunaíma verliert das kostbare Geschenk, kommt nach São Paulo, wo ein menschenfressender Riese, der den Stein fand, mit dessen Zauberkraft reich geworden ist und ein kapitalistisches Imperium leitet. In der Großstadt lernt Macunaíma die »brasilianische Sprache, die gesprochen wird, und die portugiesische, die man schreibt«. In einem Brief an seinen Indianerstamm versucht er das Leben in der Stadt verständlich zu machen. Dort sei alles Maschine: Autos, Trams, Scheinwerfer, Leuchtreklamen, Telefone, Masten, Kamine. Nach vielen Episoden besiegt Macunaíma den profitgierigen Riesen durch Ertränken im Suppentopf. Macunaíma gewinnt den Zauberstein zurück, verwandelt São Paulo in ein riesiges steinernes Faultier und zieht enttäuscht in seine Heimat zurück. Selbst infiziert von den Krankheiten der Zivilisation, findet er keinen Gefallen mehr am Leben im Urwald, ja auf der Erde, und zieht in den Himmel. Dort verwandelt er sich zum Sternbild Großer Bär, wie seine Mutter, seine Geschwister und seine Geliebte Ci.
Aufbau: Satire, Parodie und Humor kennzeichnen den Roman. Andrade verstand sein Werk als witzig-ironische Rhapsodie. Der Leser taucht ein in die dunklen, magischen Tiefen des brasilianischen Volkstums, das eine eigene Sprache spricht, dessen Leben von mythisch-magischen Glaubensvorstellungen erfüllt ist und sich in Rätseln, Sprichwörtern und Liedern ausdrückt. Andrade baut sein Werk auf Mythen der im Grenzgebiet von Brasilien und Venezuela lebenden Taulipang- und Arekuna-Indianer auf und lehnt sich an Forschungen des deutschen Ethnologen Theodor Koch-Grünberg an, der 1913 dorthin eine Forschungsreise unternahm.
Wirkung: Mit Andrade begann sich Brasilien aus seiner literarischen Abhängigkeit von Europa zu lösen. Der Modernismo war eine Antwort auf den importierten Symbolismus, er veränderte den Wortschatz und Satzbau der portugiesischen Sprache und stellte die Herrschaft der Logik in Frage. Macunaíma beeinflusste vor allem das Werk der großen Vertreter des brasilianischen Gegenwartsromans wie Jorge R Amado und João Guimarães R Rosa. Die Verfilmung (1969) von Joaquim P. Andrade gilt als ein Höhepunkt des magisch-realistischen Cinema Nuovo in Brasilien. V. R.

Pressestimmen

"Das Buch ist ein Akt der Befreiung, frech und überzeugend, der selbstsichere Triumph einer emanzipierten Phantasie." (Hugo Loetscher Neue Zürcher Zeitung )

Über den Autor

Mário de Andrade wurde 1893 in São Paulo (Brasilien) geboren. Nach dem Abitur besuchte er das Konservatorium seiner Geburtsstadt, an dem er 1917 sein Diplom als Klavierlehrer erhielt. Ab 1935 war er als Kulturpolitiker in São Paulo tätig, wo er eine Reihe von Institutionen wie die Stadtbibliothek oder das Kulturamt gründete. 1938 wurde er Direktor des Instituts für Bildende Künste in Rio de Janeiro. 1939 ernannte man ihn zum Leiter des Instituto Nacional do Livro, des brasilianischen Buchinstituts. Ab 1942 lebte er wieder in seiner Geburtsstadt als Leiter des Serviço do Patrimônio Histórico, der Verwaltung des nationalen Kulturerbes.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Lyriksammlungen Paulicéia Devairada ("Verrückte Paulodyssee") von 1922 und Losango Cáqui ("Khakifarbene Raute") von 1926 sowie der Roman Macunaíma, O Herói Sem Nemhum Caráter (dt. Macunaíma. Der Held ohne jeden Charakter, 1982) von 1928, ein Werk, mit dem er sich einen unangefochtenen Platz im brasilianischen Modernismus erobert hat.

Er starb 1945 in São Paulo.
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