Was finde ich an diesem Buch so bemerkenswert: es wertet nicht.
Es zeigt mögliche Zusammenhänge auf, überläßt jedoch die Entscheidung darüber dem Leser.
Klar, es wird damit auch nichts vorgekaut oder doktriniert. Dem Leser wird angeboten, selber bewußt zu entscheiden und die Verantwortung für sein Sein in dieser Realität zu übernehmen. Das ist, gerade wenn man bisher lange Jahre seines Lebens nur reagiert hat (anderes Bild: gelebt wurde), sicher auch sehr unbequem - da rührt m.E. eine Vielzahl an Kritik am Werk her. Wie war das doch gleich mit dem Sklaven, dem man die Freiheit anbot: er wollte nicht, denn als freier Bürger hätte er selber für alles sorgen müssen und so braucht er nur 6 Tage die Woche machen, was der Gebieter sagt. Kost und Logie gratis!
Der Autor bietet Stoff dar, der durchaus unbequem sein mag. Ohne ein kleines Maß an Vertrauen in die Urkraft, den Schöpfer, Gott oder wie auch jeder das alles erhaltende Lebensprinzip benennen mag, kann das Werk vielleicht mißverstanden werden. Möglicherweise liest schnell jemand das Inhaltsverzeichnis, stellt darin viel 'Negatives' fest und hängt schon wieder in einer neuen Angstschleife.
Das ist nach meiner Erkenntnis überhaupt nicht Anliegen des Autors. Er zeigt Strukturen der Kontrolle auf, wie sie wohl schon jeder in seinem Leben erfahren hat, nur eben nicht unbedingt die Querverbindungen gezogen. Oder wenn, vielleicht keine passende Möglichkeit sah, sich aus dem Ablauf zu lösen.
Man bekommt jetzt kein Buch der vordergründig bequemen Art 'reich, schön und berühmt in fünf Minuten ohne eigenes Zutun'.
Dafür Inspiration, altbekannte und ausgekaute Strukturen, zumindest gedanklich, loszulassen und darin Platz für neues Sein und Werden zu erfahren. Sich wieder einmal mehr der verborgenen Wege des Schöpfers zu erfreuen und sein - mir immer wieder unbegreifliches, da so immenses Geschenk, den freien Willen - neu zu würdigen und sich seiner Liebe für die ganze Schöpfung zu freuen.
Mich hat das Buch keineswegs deprimiert, sondern etwas mehr die Augen für die großen Kreise im kosmischen Geschehen geöffnet.
Der Vater ist da und läßt seine Kindlein nach deren Willen spielen.
Wie wir das Spiel gestalten: unsere Entscheidung. Und wenn wir genug gespielt haben, bedarf es nur eines echten Entschlusses, um heimzugehen. Da bleibt nichts 'Negatives', sondern nur Freude und erneut ein großes Staunen über seine so gerne übersehenen Geschenke.