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Macht (Uni-Taschenbücher S)
 
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Macht (Uni-Taschenbücher S) [Taschenbuch]

Niklas Luhmann
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Utb Gmbh; Auflage: 3., unveränd. A. (1. April 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3825223779
  • ISBN-13: 978-3825223779
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 12 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 83.382 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Niklas Luhmann
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es gibt viele widerspruchsreiche Versuche, das Phänomen der Macht auf einen theoretisch und empirisch erfolgreichen Begriff zu bringen. Angesichts dieser Lage kann eine Theorie der Macht sich nicht mit einer beschreibenden Deutung, mit einer Wesensanalyse begnügen, die mehr oder weniger voraussetzt, was sie als Resultat herausholt. Auch Versuche, den Begriff an sich selbst zu analysieren und in seine verschiedenen Bedeutungen auseinander zu legen, führen nicht weiter. Luhmanns Überlegungen führen zurück auf die Gesellschaft als Bedingung der Möglichkeit von Macht, also eine Machttheorie auf dem Umweg über eine Gesellschaftstheorie. Es geht um Klärung, was es besagen könnte, wenn man Macht als symbolisch generalisiertes Medium der Kommunikation behandelt und Machtanalysen (insbes. von Geld,Wahrheit und Liebe) auf diese Weise in einen gesellschaftstheoretischen Zusammenhang einordnet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
MATHEMATIK der MACHT ... 26. Juni 2004
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
"untergebene ... können sich nicht verhalten wie ein pferd, das versucht, sich selbst in den sattel zu schwingen ..." - nicht immer so anschaulich wie mit dieser formulierung durchgräbt luhmann auf 115 seiten das weite themen-feld MACHT: vorgesetzte und untergebene, behörden und firmen, montan-konzerne und pfarreien, gefängnisse und schulen, eifrige familien-betriebe oder bockige verhinderungs-cliquen: wer in der lage ist, unterhalb der zum teil hoch abstrakten luhmann'schen begriffs-bildungen beispiele aus der persönlich erlebbaren sozialen umwelt hinzu-zu-assoziieren - derjenige hat großen gewinn, wenn nicht gar genuss mit der lektüre dieses büchleins zu erwarten. vom irrtum der "human relations"-bewegung wird spöttisch erzählt, die eine demokratisierung nur vortäusche, emanzipation wird als suggestiv-trick des managements durchleuchtet, als trick, naive zu motivieren, die die irreführende verleugnung der durchaus mächtig bleibenden hierarchien nicht durchschauen; chefs kommen ins blickfeld, die damit überfordert sind, zu schlichten, wie untergebenen-cliquen gegenseitig austesten, wer mehr teil-macht besitzt; rekrutierungen und tarnungen, "überschießender gehorsam" und die erkaufbarkeit von MACHT werden mit einer bemerkenswerten kaltschnäuzigkeit geschildert - wie sie wohl nur wenigen begnadeten soziologen, philosophen, anthropologen oder zuweilen auch literaten erreichbar ist. niklas luhmann sieht soziologie nicht direkt als widerstands-wissenschaft, die zu untersuchen habe, wo innerhalb eines jeden MACHT-systems die gegenkräfte verankert seien - aber schonungslos wie ein röntgen-apparat durchdringt er die fassaden, welche drohpotentiale nett umkleiden wollen, oder - andererseits - welche schleichende widerspenstigkeiten un-entdeckbar halten wollen. luhmann hat eine fast kaum zu übertreffende MATHEMATIK der MACHT-KONSTELLATIONEN geschrieben, die basis-erforschung eines phänomens, welches aus keiner menschlichen gruppierung je zu eliminieren sein wird ...
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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Luhmann entwirft hier eine kohärente Machttheorie, die in ihrer logischen Stringenz so einleuchtend scheint, dass man sich wundert, warum vorher niemand darauf gekommen ist. Macht ist für Luhmann die Einschränkung des Selektionsspielraumes eines Partners und außerdem das generalisierte Kommunikationsmedium des politischen Systems. Als solches reduziert Macht Komplexität, indem sie - wie alle symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien - Selektionen überträgt und damit Kommunikation (also: Handlungen), hier vor allem im politischen System, zurechen-, damit erwartbar macht und so „nebenbei" Erwartungsmuster institutionalisiert. Aber zurück zu Macht als solcher: Sie schränkt also den Selektionsspielraum eines Partners ein. Wesentlich im Verhältnis von Machthaber (Ego) und Machtuntergebenem (Alter) ist für beide die Vermeidung von Handlungsalternativen, die sie jeweils auf Seiten des anderen sehen. Meint: Der Machthaber hat die Möglichkeit, den Machtuntergebenen zur Gefolgschaft zu „zwingen", versucht aber, die konkrete Realisierung der Drohung bzw. Handlungsalternative zu vermeiden. Dies tut er aus dem Grund, da die Aktualisierung dieser Drohung, etwa durch physische Gewalt, eine Selektion ist, die Komplexität in dem Sinne vernichtet, als sie Macht in Nicht-Macht umwandelt, da Ego bei Realisierung der Drohalternative genau eine Handlungsoption weniger hat. So verweist Macht über sich selbst hinaus immer schon auf Nicht-Macht durch Aktualisierung von Potentialität. Mit anderen Worten: Macht ist umso größer, je größer die Freiheit Alters ist und je weniger Ego zu Realisierung von Drohalternativen gezwungen ist. So wäre es zum Beispiel möglich zu erklären, warum Diktatoren im Grunde wenig Macht „besitzen": Um Gefolgschaft zu erzwingen, müssen sie permanent - durch Anwendung physischer Gewalt - Drohalternativen realisieren oder im Luhmannschen Terminus: eigene Macht vernichten. Dagegen scheint die Macht in demokratischen Systemen schier unbegrenzt: Hier müssen Politiker kaum etwas tun, um ihre Macht zu sichern, außer alle vier Jahre eine Wahl gewinnen und Vertrauensfragen überstehen. Noch viele weitere interessante Ideen sind nachzulesen in: „Macht".
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47 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses hochinteressante Fachbuch mit soziologischem Grundlagenwissen über die Macht enthält viele gute und tiefgreifende Gedanken zum Thema. Der Autor beschreibt eingehend, wie Macht zustande kommt, wie sie wirkt, wie sie im Inneren funktioniert und welche Risiken mit ihr auftauchen. Es geht um Macht im Verhältnis zu Wahrheit, Zwang, Gewalt und Liebe, um stillschweigende Übereinkünfte, Rangfolgen im Gefüge der Macht, Einfluß, Reputation, Autorität der Mächtigen, und um Verständigung über Macht durch die Medien. Alles wahnsinnig spannende und wichtige Themen...

Weshalb das Ganze von mir trotzdem nur 1 Stern bekommt? Ganz einfach. Dieses Buch ist eine echte Zumutung für den Leser! Es strotzt derart von unnötigen Fermdwörtern, daß auch der Gebildete ständig als Übersetzungshilfe das Fremdwortlexikon griffbereit halten muß, um nachzuschlagen, was der Autor eigentlich meint. Ich frage mich, ob Luhmann vielleicht für jedes Fremdwort in dem Buch eine Art Belohnung bekommen hat? Einen Punkt für ein englisches Fremdwort, zwei Punkte für ein lateinisches und drei Punkte für ein besonders ungebräuchliches aus dem Altgriechischen. "Parömie" klingt halt beeindruckender als "Sprichwort", "tangieren" gebildeter als "berühren" und "autark" markiger als "wirtschaftlich unabhängig". Die Fremdwortdichte in dem rund 120-seitigen Text beträgt 25 Prozent und mehr. In einem Satz, der aus ganzen vier Worten besteht, findet sich also mindestens ein Fremdwort - und zwar an der für das Verständnis entscheidenden Stelle. Es gibt zahllose längere Sätze aus 12 bis 15 Wörtern, bei denen nur noch "der", "und", "ist" und "ein" darauf hinweisen, daß es sich hier um einen Text auf Deutsch handelt. Angesichts von Luhmanns Kombinationen aus mehreren Fremdwörtern packt mich bisweilen das kalte Grausen. Kostprobe: "gesellschaftsstrukturelle Kompatibilität", "Institutionalisierungsgrad eines Kommunikationsmediums" , "...Äquivalente für Code-Funktionen in der Struktur und im Umweltverständnis von Interaktionssystemen." Alles klar?

Man könnte Luhmanns Aussagen durchaus allgemeinverständlich niederschreiben. Diese Absicht hat der Autor aber offensichtlich nicht gehegt. Sonst beschwere ich mich, wenn mir Texte zu langatmig sind und sich oft wiederholen, daß sie als Bücher ein Drittel zu lang wären. Bei diesem Buch hier hätten ein paar zusätzliche erklärende Sätze in einfachem Deutsch anstatt eines kurzen aber ungebräuchlichen Fremdwortes, sich als hilfreich erwiesen. Das schmale Bändchen ist etwa zwei Drittel zu dünn ausgefallen, was man auch daran sieht, daß die 235(!) Fußnoten keinen Platz finden können unter den 120 Seiten Haupttext. Sie machen als Anmerkungen hinten dran nochmal 23 Seiten Kleingedrucktes aus. So darf der Leser immer hübsch hin und her blättern zwischen seinem Fremdwortlexikon und den Anmerkungen und kommt im Haupttext nur schleppend voran. Es ist dadurch mühsam und schwierig, die Gedankengänge des Autors nachzuvollziehen.

Warum gebraucht Luhmann soviel Fremdwörter? Wie hat es ein so unverdauliches Buch überhaupt auf drei Auflagen bringen können? Ich kam auf zwei Erklärungen: Zum einen ist das Werk aus dem Jahr 1975 und sein Autor inzwischen zum Soziologie-Papst aufgestiegen (er selbst hätte an dieser Stelle wohl geschrieben "zur Koryphäe avanciert"). Nun müssen all die armen Soziologiestudenten sich für die Prüfung durch seinen Texte quälen. Zum anderen wird vom Verlag nicht verraten, wie hoch die Auflagen jeweils waren.

Eine weitere Erklärung liefert das Buch selbst: Die Soziologie ist eine recht junge Wissenschaft, die noch keine eigene Fachsprache ausgebildet hat; so wird es im Buch ausdrücklich beklagt. Immerhin wirbt der Verlag auf der letzten Seite bereits für ein teures Speziallexikon für den angehenden Soziologen. Die ganze Soziologie besteht doch hoffentlich nicht nur darin, sich möglichst unverständlich, kompliziert und mit vielen Fachausdrücken über gesellschaftliche Zusammenhänge zu äußern! Soziologie könnte man auch mit "Gesellschaftskunde" übersetzen. Sie behandelt die Grundlagen auf denen unser menschliches Zusammenleben im großen Rahmen beruht. Die Gesellschaft, das sind wir alle. Wenn nun die Grundlagen der Soziologie so klar formuliert würden, daß wir alle sie verstehen könnten, hielten wir die soziologischen Gedankengänge dann womöglich für zu einfach, gewöhnlich oder gar platt? Gäbe es dann etwa keine Fördergelder mehr? Muß deshalb vielleicht mit undurchdringlichen Wortschwaden vernebelt werden, daß der Elfenbeinturm der Soziologie nicht hoch droben auf dem Berggipfel der wissenschaftlichen Forschung steht, sondern irgendwo weiter unten in einer sumpfigen Niederung, wo die Binsenweisheit sprießt?

Mein Tip: Verschenken Sie "Macht" an jemanden, den Sie nicht leiden können und fragen Sie denjenigen anschließend nach seiner Meinung zu dem Buch. Entweder flüchtet derjenige dann jedesmal, wenn er Sie kommen sieht, oder er zeigt sich demütig und schwer beeindruckt von Ihrer hohen Bildung.

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