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Macht und Ohnmacht. Amerika und Europa in der neuen Weltordnung.
 
 
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Macht und Ohnmacht. Amerika und Europa in der neuen Weltordnung. [Gebundene Ausgabe]

Robert Kagan , Thorsten Schmidt
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Robert Kagan
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein Bär und zwei Männer streifen durch den Wald. Einer der Männer hat nur ein Messer. Damit greift er den Bären lieber nicht an. Dieser Mann heißt Europa. Der zweite Mann ist mit einem Gewehr bewaffnet und will den Bären töten. Sein Name: Amerika. Mittels dieses Vergleichs beschreibt Robert Kagan die weltpolitische Lage. In der Streitschrift Macht und Ohnmacht formuliert der Politiker-Berater und Kolumnist seine Meinung in US-Manier pragmatisch, plakativ und selbstbewusst. Ex-US-Außenminister Henry Kissinger glaubt, "Kagans Essay zeichnet die Diskussion der kommenden Jahre vor".

Kagans Argumentationsstrang sieht wie folgt aus: Seit dem Ersten Weltkrieg ist die militärische Abhängigkeit Europas von den USA ständig gewachsen. Das Ende des Kalten Krieges hat dieses Ungleichgewicht vergrößert. Denn die (West-)Europäer haben ihre Verteidigungsarmeen nicht zu mobilen Eingreiftruppen umgebaut, geben zu wenig Geld für Rüstung aus und zu viel für den Sozialstaat. Zwar hat sich Europa als Folge der furchtbaren Weltkriege von Machtpolitik verabschiedet. Europas heute zur Schau gestellte Toleranz sei jedoch kein Ergebnis der Geschichte, sondern ein Zeichen der Schwäche, wozu Kagan auch das multilateralistische Engagement für Völkerrecht und Vereinte Nationen zählt. Der US-Unilateralismus verkörpere hingegen faktische Stärke, eine lange Ära amerikanischer Hegemonie stehe bevor.

Sicher: Die Freundschaft zu den mächtigen USA stärkt Europa. Deshalb kann Amerika aber keinen Freibrief für militärische Interventionen erwarten. Es darf niemand ausschließen, dass Frieden durch Verhandlungen erreicht und Stabilität durch behutsame Annäherung geschaffen werden kann. Auch nicht alle politischen Beschwichtigungsversuche waren historische Fehlschläge, wie Kagan zu glauben scheint. Zudem ist es fraglich, ob islamische Länder demokratisiert werden können wie einst das nationalsozialistische Deutschland nach 1945. Genauso könnte massiver militärischer Druck weltweit israelische Verhältnisse hervorrufen. Und wo die einen an europäische Schwäche glauben, sehen andere übertriebene US-amerikanische Furcht.

Robert Kagan schreibt in seiner Streitschrift über die USA: "Insofern die Amerikaner an Macht glauben, sehen sie darin ein Mittel zur Förderung der Prinzipien einer freiheitlichen Gesellschafts- und Weltordnung. Sie nehmen für sich nicht das Recht des Stärkeren in Anspruch." Mal sehen. Und hoffentlich entpuppen sich vermeintlich erlegte Bären nicht als zahnlose Wölfe. --Herwig Slezak

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 13.02.2003
Wer nach Gründen suche, zum überzeugten Europäer zu konvertieren, dem empfiehlt Rezensent Gregor Schöllgen das vorliegende Buch des amerikanischen Politologen Robert Kagan zur Kenntnis zu nehmen, der Schöllgen zufolge mehrere Jahre im State Department tätig war. Darin werde die amerikanische Politik als jahrhundertelange Tradition der territorialen Expansion und Ausweitung der Einflusssphäre und damit als "unleugbare Realität der amerikanischen Geschichte" beschrieben. Auch sei der 11. September nicht Auslöser, sondern lediglich Anlass einer Tempoerhöhung bei der "großangelegten internationalen Terroristenjagd mit allen Mitteln" gewesen, und "zugleich für eine beispiellose weltweite Ausdehnung des amerikanischen Machtbereichs in Friedenszeiten". Doch der Rezensent las Kagans Buch nicht allein als historische Analyse sondern auch als politisches Programm und erklärten Hegemonieanspruch Amerikas. Die Rolle des friedfertigen Europas fand Schöllgen dagegen ein wenig mitleidig als "Wunder" und Anlass zu tiefer Freude, jedoch als Partner nicht allzu brauchbar dargestellt. In Kagans Europa-Bild fand der Rezensent jedoch auch dessen "betrüblichen Zustand, seine im Jugoslawien-Konflikt dokumentierte , beschämende Tatenlosigkeit, kurz: seine außen- und sicherheitspolitische Ohnmacht" reflektiert.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Amerikaner und Europäer verstehen sich nicht mehr. Naja, den Moore glauben die Deutschen zu verstehen. Der will ja ein anderes Amerika, ein deutsch-französisch-niederländisch-skandinavisches, ein sozialdemokratisches, das uns wieder lieb hat und sich von uns sagen lässt, wie man mit Restmülltrennung und ökumenischen Campingplatz-Gottesdiensten die Welt in Ordnung bringt. Wenn die Welt nur so wäre wie die EU, wäre sie prima.

Wäre sie auch, findet Kagan, ist sie aber nicht. Die Europäer haben sich in 40 Jahren kaltem Krieg und Zusammenraufen so daran gewöhnt, sich gegenseitig nett zu behandeln und nicht im Wechsel der Jahreszeiten den Krieg zu erklären, dass sie glauben, die ganze Welt wäre so wie sie. Sie halten die UN für eine demokratische Institution, setzen auf Kooperation, wirtschaftliche Zusammenarbeit und dergleichen mehr, was sich bei der EU-Schaffung bestens bewährt hat.

Und im Bosnienkrieg halt eben nicht. So gründlich wie die EU-Länder haben sich selten andere blamiert. Die seltsame Mischung aus Großmäuligkeit, Inkonsequenz, Zugeständnissen und Halbherzigkeiten deutet Kagan als ein Symptom europäischer Ratlosigkeit: Europäer haben sich so sehr an die europaweit funktionierenden Systeme gewöhnt, dass sie fassungslos sind, wenn sie sich woanders nicht bewähren. Weil Europa im allgemeinen gar nicht mehr die Mittel habe, mit Krieg zu drohen, befasse man sich auch hauptsächlich mit Problemen, die irgendwie mit Finanzpflastern und Abkommen zu regeln sind. Das sind aber nur einige.

Und nach Meinung der USA sind es nicht die größten. Die Wahrnehmung von Problemen ist jenseits des Atlantiks eine andere. Sich um die Krisen dieser Welt zu kümmern, gilt als spezifisch amerikanische Aufgabe - auch bei Europäern. Dass Bosnien und Kosovo ohne amerikanisches Eingreifen nicht mal die heutige Ruhe hätten, wenn die Europäer sich weiter allein darum gekümmert hätten, ist leider nur allzu offenkundig.

Kagan analysiert die seltsame Mischung aus idealistischen und realpolitischen Motiven, die die Außenpolitik der USA bestimmen. Nach seiner Ansicht ist es vor allem das militärische Machtgefälle, das die Wahrnehmung diesseits und jenseits des Atlantiks bestimmt. Dazu kommt, dass die Europäer sich hauptsächlich mit ihresgleichen beschäftigt haben - und die USA auch, vor allem, mit Ländern, mit denen Bündnisse und Abkommen stets eine ziemlich wackelige Angelegenheit waren.

Wie man vor diesem Hintergrund so etwas wie eine westliche Wertegemeinschaft erhalten kann, warum beide Seiten des Atlantiks einander brauchen, aber auch wo Gefahren der europäischen Realitätsverweigerung und der amerikanischen Alleingangsmentalität liegen, zeigt Kagan verständlich, pointiert und klar auf. Das vermutlich intelligenteste Buch zum Thema „Transatlantik" - für politisch Interessierte ein Muss.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Debattenbeitrag 15. April 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Kagans Buch ist sicher einer der kürzesten Essais die man finden kann, um auf der gesamten Breite in die aktuelle Diskussion über die Strategie der Machtpolitik einzusteigen. Seine Gedanken sind meistens klar und präzise formuliert. Keine Seite des schmalen Bändchens lässt einen kalt, jeder Absatz fordert zum Widerspruch oder zur Nachdenklichkeit heraus.
Die ersten vierzig Seiten würde ich sogar brilliant nennen. Die Analyse von Machtbesitz in der Geschichte und den zwingenden Folgen im politischen Handeln ist für Europa beschämend. Viele Momente in der Diskussion um das Zerren im Sicherheitsrat werden daraus verständlicher.
Danach wird aber Kagans Argumentation erstaunlich dünn und substanzlos. Er wiederholt sich, als hätte man ihn gezwungen einen sehr kurzen Essai in ein sehr kurzes Buch zu strecken. Und dann fällt einem auf, dass seine Argumentation immer dünner wird, je mehr sie sich Inhalten und Werten von Politik nähert. Letztlich sagt er nur, dass Amerika stark sei, und das sei gut so. Und später: dass Europa stark werden müsse, wenn es Amerika Paroli bieten wolle. Und man fragt sich, was verdammt noch mal Herr Kagan und Amerika mit ihrer Stärke eigentlich vorhaben. Ich füchte, darüber hat Kagan weniger nachgedacht. Stärke haben und behalten steht eindeutig im Vordergrund.
Ausgezeichnet ist dagegen wieder wie er das Postmoderne Paradies, die europäische Vision vom ewigen Frieden beschreibt und herleitet. Und wenn er behauptet, dass wir in Europa unseren Sozialstaat aufbauen konnten, weil wir kein Geld in unsere Sicherheit stecken mussten, dann kann einen das schon nachdenklich machen.
Sehr bezeichnend ist sein Bild aus dem Wilden Westen. Kagan sagt, dass die Europäer der Barkeeper im Saloon seien und die Amerikaner der Sheriff. Und dass die Gangster immer nur auf den Sheriff schießen und nie auf den Barkeeper. Und bei diesem wunderbaren Bild fällt ihm kein bisschen auf, dass die Welt Amerika gar nicht zum Sheriff gewählt hat. Sondern dass - um im Bild zu bleiben - Amerika viel mehr der reiche und mächtige Boss ist, der dem Städtchen seinen Willen aufzwingt, der schießwütige Vasallen um sich schart, die jeden Widerspruch mit Schlägen unterdrücken. Und - so gehen dann immer alle Filme aus - irgendwann kommt ein einsamer Cowboy, lässt sich von den Bürgern den Stern verpassen und macht dem Spuk ein Ende.
Einfache Lösungen gibt es nicht. Aber beschämend ist es, dass wir in Deutschland keine Kultur der Debatte über internationale Politik und Strategie entwickelt haben. Bei Franz Alts "Frieden ist möglich" scheinen wir intellektuell stehen geblieben zu sein. Auch wenn man sich über Kagan ärgert, solche Bücher fordern vielleicht ein Denken und Publikationen heraus, die Todenhöfer oder Scholl-Latour schnell vergessen machen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die andere Meinung... 1. April 2003
Format:Gebundene Ausgabe
hat mich interessiert. Als erstes las ich Emmanuel Todd.Um aber ein kompletteres Bild zu bekommen, entschied ich mich für einen der angeblichen Vordenker der Regierung Bush.
Ich gebe zu, ich tat mich sehr schwer mit dem Buch. Während Kagan am Anfang noch versucht, den unterschiedlichen Ansichten USA/Europa auf den Grund zu gehen, driftet das Buch zum Ende immer mehr in ideologisches Geschwaffel ab. Viele Aussagen sind einseitig und gehen nicht in die Tiefe, im Gegensatz zu Todd, der wenigstens versucht seine Sicht stichhaltig zu argumentieren. Wer in Verhandlungsbereitschaft ein Signal militärischer Schwäche sieht, der hat schon ein Weltbild, daß mich mehr an das Neandertal erinnert als an das 21. Jahrhundert. Es sollte sich aber jeder ein Bild über das Denken der Bush Administration machen und dieses Buch zeigt offenkundig einige Schwachpunkte in der Argumentationskette auf. Also lesen, auch wenn es weh tut.
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Die neuesten Kundenrezensionen
gute Analyse
Die Zeit der Bedrohung durch den Warschauer Pakt ist vorrüber und nach all den Jahren stellen Europa und die USA fest, dass sie sich fremd geworden sind. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Januar 2009 von Historienfreak
ein sehr unsympathisches, aber wichtiges Buch
.....für das Verstehen (nicht für das Verständnis) eines sich immer mehr von seinen eigentlichen Werten entfernenden Landes. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Januar 2006 von Henning Kolf
USA und EU driften wohl auseinander ...
Mit unverfrorener Deutlichkeit schreibt hier ein jenen vermaledeiten Huntington (und Hobbes) im Munde führender amerikanischer Strategie-Vor-Formulierer (und Leitartikler der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Dezember 2005 von FrizzText
Die Schwäche des "Westens"
Spätestens seit dem Irakkrieg ist eine starke Entfremdung zwischen Amerika und Europa offenbar geworden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. August 2004 von Rolf Staufenbiel
Neo-con illusions of power
Disgusting to read on the cover of the German translation that this piece of rightwing propaganda is a "Spiegel bestseller". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Mai 2004 von Professor Joseph L. McCauley
Viel Lärm um nichts
Man kann sein Geld sinnvoller anlegen, als dieses Buch zu kaufen. Kagan säuselt auf etwa 100 Seiten ständig dasselbe. Lesen Sie weiter...
Am 3. Mai 2004 veröffentlicht
Miltärische Macht als Grant der Konfliktlösung
Der Autor Robert Kagan, Mitglied des "Project for the new American Century" (weitere Mitglieder: z.B. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Januar 2004 von "menning25"
Unparteiisch
Ich hatte nicht den Eindruck, Kagan würde hier einseitig und patriotisch die amerikanische Politik verteidigen und die europäische Politik aufgrund ihrer Sehnsucht nach... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Juni 2003 von Arno Weiste
Getrennte Welten?
Mars gegen Venus, Hobbes gegen Kant. Mit Hilfe dieser prägnanten Kurzform versucht der amerikanische Publizist Robert Kagan die gestörten transatlantischen Beziehungen zu... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Mai 2003 von J. Rupp
Wichtiges Buch
Die Publikaton Robert Kagans gehört sicherlich zu den wichtigsten Streitschriften dieses Jahrzehntes. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Mai 2003 von Bernhard Nowak
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