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Wir Menschen sind erstaunliche Wesen. Unsere Körper sind in der Evolution -- genau wie die aller Tiere -- durch natürliche Selektion entstanden, und doch unterscheiden wir uns von sämtlichen anderen Geschöpfen in vielfältiger Weise. Wir nutzen Sprache zur Kommunikation. Wir führen Kriege, glauben an Religionen, bestatten unsere Toten und sind bei Sex-Themen peinlich berührt. Wir sehen fern, fahren Auto und essen Eis. Warum sind wir so anders? Als einzige Vertreter unter den Tieren verfügen Menschen über eine ausgeprägte Fähigkeit, andere zu imitieren, und so können wir Ideen, Angewohnheiten, Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Erfindungen, Lieder und Geschichten voneinander kopieren. All das sind Meme -- Einheiten, die ähnlich wie Gene danach "streben", sich zu verbreiten und zu vermehren. Meme wetteifern darum, in so viele Gehirne wie möglich zu gelangen und sich dort zu behaupten, und diese Konkurrenz der Meme hat unseren Geist und unsere Kultur geformt, so wie die natürliche Selektion unsere Körper modelliert hat. Wir Menschen sind, wozu die Meme uns gemacht haben: Wir sind allesamt Mem-Maschinen.
Susan Blackmores neues Buch stellt die Mem-Theorie oder Memetik erstmals einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland vor. Es regt zum Nachdenken an und provoziert. Was kann die Mem-Theorie uns wirklich über die Evolution des menschlichen Gehirns und die Entwicklung der menschlichen Kultur verraten? Was haben aktuelle Ohrwürmer und Modewellen mit bedeutenden Erfindungen und Weltanschauungen gemein? Welche Rolle spielen Meme für das menschliche Bewusstsein? Ist der freie Wille eine Illusion? Die Debatte um die Bedeutung der Meme ist eröffnet.
>>Jede Theorie verdient ihre beste Darstellung, und eben dies ist Susan Blackmore für die Theorie der Meme gelungen ... Ich bin hocherfreut, ihr Buch zu empfehlen.<< Richard Dawkins
>>Blackmore ... legt diese Theorie in sehr geschliffenem Stil dar, mit Beispielen und Anekdoten, die lebendig, informativ und manchmal geradezu charmant sind. Dies ist eines jener seltenen Wissenschaftssachbücher, die eine neue Theorie für den Laien präsentieren, aber zugleich originäre Ideen für eine wissenschaftliche Debatte liefern. Seine Veröffentlichung ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Wissenschaft der Memetik erwachsen geworden ist.<< Library Journal -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Voraussetzung von Memen sind Gehirne mit Fähigkeit zur Imitation. Blackmore zeigt, daß eine Koevolution von Genen und Memen die gewaltige Vergrößerung des Hirnvolumens vom Australopithecus zum Homo sapiens besser erklären könnte als rein evolutionsbiologische Ansätze.
Blackmore deutet and, daß die Memetik - in Übereinstimmung mit den modernen Neurowissenschaften - es nahe legt, das Individuum bzw. das Ichbewußtsein (cogito, ergo sum nach Descartes) als Artefakt zu verstehen. Dies hätte Folgen für das christlich-abendländische Menschenbild (Begriff der Person, Menschenwürde) und seine politischen Implikationen (Embryonenforschung!).Nach meinem Eindruck ist die Memetik hervorragend geeignet, zutreffende soziologische Modelle zu entwickeln.
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