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Die Macht der Meme. Oder die Evolution von Kultur und Geist
 
 
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Die Macht der Meme. Oder die Evolution von Kultur und Geist [Taschenbuch]

Susan Blackmore , Monika Niehaus
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 413 Seiten
  • Verlag: Spektrum Akademischer Verlag; Auflage: 2nd Printing. (12. Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827416019
  • ISBN-13: 978-3827416018
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,6 x 2,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 247.862 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Susan J. Blackmore
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Gut verständlich geschrieben, auch für Laien faszinierend. (ekz-Informationsdienst) sehr verständlich und leicht lesendes Buch. (...) lesenswert und interessant. (media-mania.de) Ein aufs Ganze gehendes Buch. (FAZ) Susan Blackmores Die Macht der Meme bietet alles, was ein wissenschaftliches Buch populär macht: persönlich gefärbte Anekdoten, eine anschaulich dargestellte, flott geschriebene Theorie, die von einer zentralen These ausgeht und hier und da ein bisschen Kulturkritik mit einfließen lässt. (literaturkritik.de) Susan Blackmore schreibt leichtfüßig und witzig. Sie kennt sich nicht nur in Biologie und Psychologie gut aus. (Natur & Kosmos) Der Autorin gelingt es durch ihre angenehm lockere Sprache und einprägsame Beispiele, die auf den ersten Blick seltsam anmutende These von den sich selbst replizierenden Informationseinheiten nachvollziehbar zu machen. Sie provoziert zum Nachdenken, indem sie scheinbare Selbstverständlichkeiten hinterfragt … und kommt dabei zu überraschenden Deutungen. … Fassen wir zusammen: Susan Blackmore ist ein außergewöhnlich spannendes Buch gelungen, das sowohl Laien faszinieren als auch Forschern neue Perspektiven aufzeigen kann. (Pro Zukunft) Studenten der Psychologie, Soziologie, Anthropologie, Kommunikationswissenschaften und Wirtschaft werden ihr Buch als Schatztruhe voller Forschungsideen empfinden. amazon.de Ein originelles Buch. (Bild der Wissenschaft) Bemerkenswert! (Times Literary Supplement) Jede Theorie verdient ihre beste Darstellung, und eben dies ist Susan Blackmore für die Theorie der Meme gelungen (...) Ich bin hocherfreut, ihr Buch zu empfehlen. (Richard Dawkins) Jeder, der hofft - oder fürchtet -, dass sich die Memetik zu einer Wissenschaft der Kultur entwickelt, wird in dieser sicher angelegten Erkundung ihrer Perspektiven einen wahren Augenöffner finden. (Daniel Dennett) Blackmore (...) legt diese Theorie in sehr geschliffenem Stil dar, mit Beispielen und Anekdoten, die lebendig, informativ und manchmal geradezu charmant sind. Dies ist eines jener seltenen Wissenschaftssachbücher, die eine neue Theorie für den Laien präsentieren, aber zugleich originäre Ideen für eine wissenschaftliche Debatte liefern. Diese Veröffentlichung ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Wissenschaft der Memetik erwachsen geworden ist. (Library Journal) Gut geschrieben und sympathisch, liefert dieses provokative Buch eine überzeugende (...) Argumentation für das Konzept der Meme und für die Bedeutung seiner Auswirkungen auf die menschliche Kultur. (Publishers Weekly)

Kurzbeschreibung

Wir Menschen sind erstaunliche Wesen. Unsere Körper sind in der Evolution - genau wie die aller Tiere - durch natürliche Selektion entstanden, und doch unterscheiden wir uns von sämtlichen anderen Geschöpfen in vielfältiger Weise. Wir nutzen Sprache zur Kommunikation. Wir führen Kriege, glauben an Religionen, bestatten unsere Toten und sind bei Sex-Themen peinlich berührt. Wir sehen fern, fahren Auto und essen Eis. Warum sind wir so anders? Als einzige Vertreter unter den Tieren vermögen Menschen andere zu imitieren und können so Ideen, Angewohnheiten, Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Erfindungen, Lieder und Geschichten untereinander kopieren. All das sind Meme, ein Begriff, den Richard Dawkins 1976 am Ende seines Buches Das egoistische Gen geprägt hat. Wie Gene sind auch Meme Replikatoren; sie wetteifern darum, in so viele Gehirne wie möglich zu gelangen, und diese Konkurrenz der Meme hat unseren Geist und unsere Kultur geformt, so wie die natürliche Selektion unsere Körper modelliert hat. Wir Menschen sind, wozu die Meme uns gemacht haben: Wir sind allesamt Mem-Maschinen. Ist die Analogie zwischen Memen und Genen überhaupt hilfreich? Führt sie uns weiter - zu starken neuen Theorien, die tatsächlich etwas Wichtiges erklären? Diese Fragen wirft Richard Dawkins in seinem Vorwort zu dem Buch auf, und seiner Ansicht nach gewinnt Susan Blackmore eben hier eigene Statur. >>Sie gewöhnt uns zunächst mit einigen faszinierenden Denkanstößen an den memetischen Stil der Argumentation. Warum reden wir so viel? Warum können wir nicht aufhören zu denken? Warum schwirren uns bestimmte Melodien im Kopf herum und quälen uns bis zur Schlaflosigkeit? Ihre Antwort leitet sie in allen Fällen auf die gleiche Weise ein: "Stellen Sie sich eine Welt voller Gehirne vor, in der es weitaus mehr Meme gibt, als unterkommen können. Nun fragen Sie sich: Welche Meme werden mit größerer Wahrscheinlichkeit einen sicheren Unterschlupf finden und weiter gegeben werden?" Die Antwort ist einleuchtend, und sie verhilft uns zu einem besseren Verständnis unserer selbst. Susan Blackmore geht geduldig und geschickt weiter vor und wendet dieselbe Methode auf immer tiefgründigere und interessantere Probleme an. Wozu ist Sprache da? Was zieht uns an unseren Geschlechtspartnern an? Warum sind wir nett zueinander? Waren Meme die Triebfeder für die rasche, massive und erstaunliche evolutionäre Vergrößerung des menschlichen Gehirns?

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lena Waider TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Das Buch ist gut lesbar, allerdings weist es einige Redundanzen auf. Sehr viel Neues über den Grundentwurf der Memetik in Richard Dawkins Das egoistische Gen erfährt man nicht, vielleicht mit Ausnahme der Memplexe (Religionen als Komplexe aus Memen) und einer auf Memen basierenden Altruismustheorie.

Die im Buch aufgeführten Anwendungsbeispiele zur Memetik sind zwar recht interessant, leider aber auch zum Teil sehr spekulativ. Das ist überhaupt eines der großen Probleme der Memetik, denn noch nie konnte ein Mem konkret beobachtet bzw. gemessen werden.

Das Spekulative der Memetik drückt sich aber auch schon in der Kurzbeschreibung des Buches aus: "Als einzige Vertreter unter den Tieren verfügen Menschen über eine ausgeprägte Fähigkeit, andere zu imitieren, und so können wir Ideen, Angewohnheiten, Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Erfindungen, Lieder und Geschichten voneinander kopieren. All das sind Meme - Einheiten, die ähnlich wie Gene danach 'streben', sich zu verbreiten und zu vermehren. Meme wetteifern darum, in so viele Gehirne wie möglich zu gelangen und sich dort zu behaupten, und diese Konkurrenz der Meme hat unseren Geist und unsere Kultur geformt."

Dies ist in mehrerlei Hinsicht äußerst problematisch:
1. bekommt man den Eindruck, dass die Initiative bei der kulturellen Evolution von den Memen (und nicht von Menschen bzw. Akteuren) ausgeht, denn Meme "streben" gemäß Blackmore nach Verbreitung und Vermehrung. Sie selbst scheinen also zu konkurrieren, und nicht die Akteure.

2. Ironischerweise begründet Richard Dawkins im Das egoistische Gen seine Memetik mit einer Vogelart, und zwar den Neuseeland-Lappenstaren. Diese würden nämlich hin und wieder eine neue Melodie erfinden und ggf. ihrem Melodiepool hinzufügen. Wie Zoologen nachweisen konnten, werden die Gesangsmuster jedoch nicht genetisch vererbt, sondern durch Imitation erworben (und dann ggf. verändert). Der Mensch ist also in der Hinsicht keineswegs einzigartig, wie Susan Blackmore behauptet. Schlimmer noch: Der Gesang der Lappenstar-Männchen ist für die Weibchen so etwas wie ein Fitnessindikator. Folgte man den Ausführungen Richard Dawkins und Susan Blackmores, dann wollten Pfauenmännchen ihren Weibchen durch einen genetisch vererbten Schweif imponieren, Lappenstare dagegen durch kulturell erworbene Fitnessindikatoren. Die kulturellen Fitnessindikatoren könnten dabei eigendynamisch als Meme evolvieren (ohne "Schöpfer" und unabhängig von den Lappenstaren), während die genetischen Fitnessindikatoren dies nicht könnten (sie benötigten einen "Schöpfer", nämlich die Pfauen). Bevor sie weitermachen, sollten die Vertreter der Memetik zunächst einmal erklären, wie sie das mit der Darwinschen Theorie in Einklang bringen wollen.

3. Jablonka und Lamb machen in Evolution in Four Dimensions: Genetic, Epigenetic, Behavioral, and Symbolic Variation... deutlich, dass es nicht die Fähigkeit der Imitation ist, die Menschen in der Natur auszeichnet, sondern die der symbolischen Kompetenzspeicherung (Schrift etc.).

4. Mersch erklärt in Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem (und auf Google-Knol) die kulturelle und technische Evolution viel plausibler und auch einfacher als dies das besprochene Buch tut. Eine Memetik mit separaten, fiktiven Replikatoren ist demgemäß überhaupt nicht erforderlich.

Ich möchte zwei im Buch behandelte Anwendungsfälle der Memetik beispielhaft herausgreifen und an ihnen deutlich machen, wie wenig ausgereift die Theorie letztlich ist.

A. Im Kapitel 10. "Ein Orgasmus rettete mein Leben." (das ich zuerst gelesen habe - wer möchte nicht gerettet werden?) beschreibt Susan Blackmore, dass Sex zum alles beherrschenden Thema in unserer Gesellschaft geworden ist. In diesem Zusammenhang analysiert sie den Geburtenrückgang (den demografischen Wandel). Sie führt aus (201):

"Wir haben den Akt, das Vergnügen und die Vermarktung von Sex weitgehend von seiner Fortpflanzungsfunktion getrennt. Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, diese Scheidung zu erklären. Die erste ist die Antwort der Soziobiologie: Das moderne Sexualverhalten wird immer noch von den Genen bestimmt, und unsere Geburtenkontrolle ist (vom Standpunkt der Gene gesehen) ein Fehler, der möglich wurde, weil die Gene nicht voraussehen konnten, wie wir unsere Intelligenz gebrauchen würden. Die zweite ist die Antwort der Memetik: Das moderne Sexualverhalten wird von den Memen bestimmt. Obwohl unsere fundamentalen Instinkte und Lüste noch immer genetisch determiniert sind und beeinflussen, welche Gene erfolgreich sind, sind es nun die Meme, die diktieren, wie wir uns verhalten."

Susan Blackmore stellt dann die memetische These auf, dass heute keine Partner mehr zur optimalen Verbreitung der eigenen Gene, sondern von Memen gesucht werden. Mit anderen Worten: Wir paaren uns mit den besten Imitatoren. Sie fasst zusammen (213):

"Eine meiner Schlüsselannahmen ist, dass die natürliche Selektion nach Entstehung der ersten Meme begann, Menschen zu favorisieren, die sich für eine Paarung mit den besten Imitatoren oder den besten Benutzern und Verbreitern von Memen entschieden."

Ein solcher Erklärungsansatz ist jedoch äußerst problematisch. Denn erstens liefert die moderne Demografie eine weitere, von Susan Blackmore nicht erwähnte Erklärung für den Geburtenrückgang ("Opportunitätskosten von Kindern"), und zweitens dürfte man die entscheidenden eigenen Meme wohl eher über berufliche Tätigkeiten verbreiten können als ausgerechnet über einen Sexualpartner.

B. Das andere Thema ist der Altruismus. Hier macht sie zunächst noch einmal (richtigerweise) deutlich, dass die Theorie der egoistischen Replikatoren (Das egoistische Gen) im Grunde eine Theorie zur Erklärung von Altruismus ist (241):

"Wenn man die Replikatoren ins Zentrum der Evolution stellt und die Selektion als Prozess ansieht, der einige Gene fördert, andere hingegen nicht, dann ergeben viele Formen des Altruismus auf einmal einen Sinn. Nehmen wir beispielsweise elterliche Fürsorge."

Nun ist aber gerade beim Menschen oftmals ein reiner, uneigennütziger Altruismus (der selbst aus gen-egoistischer Sicht keinen Sinn machen würde) anzutreffen. Richard Dawkins erwähnte als Beispiel das Blutspenden. Susan Blackmore behauptet nun, dass sich ein solcher Altruismus recht gut memetisch erklären lässt (250):

"Stellen Sie sich eine Welt voller Gehirne vor, in der es weitaus mehr Meme gibt, als unterkommen können. Welche Meme werden mit größerer Wahrscheinlichkeit einen sicheren Unterschlupf finden und weitergegeben werden? Ich vermute, dass sich unter den erfolgreichsten Memen altruistische, kooperative und großzügige Verhaltensweisen befinden."

Explizit wird von ihr als Beispiel der erfolgreiche Steinzeitjäger erwähnt, der einen Teil seiner Beute generös anderen Familien zur Verfügung stellt. Sie behauptet, ein solches Verhalten könne leicht imitiert werden und sich auf diese Weise in der Population durchsetzen. Dabei übersieht sie, dass die scheinbar altruistische Handlung eine Demonstration der Stärke ist, denn leisten können sich solche Wohltaten nur ausgesprochen geschickte und erfolgreiche Jäger, die regelmäßig mehr erbeuten, als sie und ihre Familien verbrauchen können. Mit anderen Worten, das Verhalten demonstriert die eigene Fitness (Fitness-Indikator). Altruismus ist in diesem Fall ein sog. Handicap (siehe: Signale der Verständigung: Das Handicap-Prinzip). In der Fachliteratur fällt es unter "indirekte Gegenseitigkeit", weil mit der Handlung ein Prestigegewinn in der Gruppe verbunden ist. In der Altsteinzeit dürften Männer mit solchen Verhaltensweisen einen überdurchschnittlich hohen Fortpflanzungserfolg gehabt haben. Wie man sieht, kann man fast alles auch ganz anders und mit herkömmlichen biologischen Mitteln erklären.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Standortbestimmung 1. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn es um Verhalten geht, hat es jede neue Wissenschaft schwer, sich zu etablieren. Die Soziobiologie etwa brauchte mehr als 20 Jahre, um als seriös zu gelten. Zugleich begleitet jede solche Wissenschaft der Geruch einer Ideologie. Die Anfeindungen gegen die Memetik sind dadurch sehr groß. Susan Blackmore hat sich der Herausforderung gestellt und ein Werk abgeliefert, welches noch lange für Diskussion sorgen wird. Sie hat nicht nur ihre Vorläufer berücksichtigt, sondern auch der Kritik der Gegner, deren es nicht gerade wenige gibt,gestellt. Überzeugend und flüssig legt sie dar, was unter Mem zu verstehen ist und was nicht. Sie benutzt die Meme als Erklärung für viele Phänomene, welche bisher nicht glaubwürdig genug von anderen Theorien erklärt wurden. So wird die Größe unseres Gehirns und die Sprachentstehung auf das Wirken der Meme zurückgeführt. So abenteuerlich sich das auch anhört, so plausibler wird es, im Vergleich zu anderen Theorien. Besonders gut fand ich, daß sie die Memetik nicht als Gegentheorie zur Soziobiologie und zur Evolutionspsychologie darstellt, sondern sie ergänzend dazu aufbaut. Die Theorie der Memetik reiht sich damit als 4. narzistische Kränkung des Abendlandes ein. Kopernikus warf die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums. Darwin reihte den Menschen ins Tierreich ein. Freud nahm den Kindern die Unschuld. Blackmore nimmt dem Menschen die Vision der Selbstbestimmung.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Susan Blackmore greift eine Idee von Richard Dawkins auf, die dieser in seinem Buch "Das egoistische Gen" publiziert hatte. Es geht um die Einführung eines zweiten Replikators, der neben den Genen eine Rolle spielt. Dawkins nennt diesen Replikator Mem (ein Kunstwort, abgeleitet aus dem Altgriechischen, mit Anklängen an Gen). Ein Mem ist ein Replikator, der von Gehirn zu Gehirn springt und sich wie alle Replikatoren durch Kopiergenauigkeit mit kleinen Variationen, Dauerhaftigkeit und Konkurrenz mit anderen Replikatoren (Selektion, "survival of the fittest") auszeichnet. Meme sind Melodien, Gedanken, Moden, politische Parolen, religiöse Vorstellungen. Susan Blackmore zeigt sehr eindrucksvoll, daß die "Memetik", die Theorie der Meme, mehr ist als eine Soziobiologie. Meme und Gene können, müssen sich aber nicht parallel entwickeln.

Voraussetzung von Memen sind Gehirne mit Fähigkeit zur Imitation. Blackmore zeigt, daß eine Koevolution von Genen und Memen die gewaltige Vergrößerung des Hirnvolumens vom Australopithecus zum Homo sapiens besser erklären könnte als rein evolutionsbiologische Ansätze.

Blackmore deutet and, daß die Memetik - in Übereinstimmung mit den modernen Neurowissenschaften - es nahe legt, das Individuum bzw. das Ichbewußtsein (cogito, ergo sum nach Descartes) als Artefakt zu verstehen. Dies hätte Folgen für das christlich-abendländische Menschenbild (Begriff der Person, Menschenwürde) und seine politischen Implikationen (Embryonenforschung!).Nach meinem Eindruck ist die Memetik hervorragend geeignet, zutreffende soziologische Modelle zu entwickeln.

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