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Macht außer Kontrolle. Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Bush
 
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Macht außer Kontrolle. Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Bush [Gebundene Ausgabe]

Ulrich Schiller
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351025610
  • ISBN-13: 978-3351025618
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.239.819 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

literaturtest.de

Der Kontinent schrammte während der Krise um Kuba knapp an einem Dritten Weltkrieg vorbei, ehe Kennedy und Chrustschow diesen in buchstäblich letzter Minute verhinderten. Doch der US-Präsident Kennedy trieb danach die USA immer tiefer in den Vietnam-Krieg, die Nachfolger Johnson und Nixon forcierten die militärische Invasion im einstigen Indochina. Breshnew, der Chrustschow-Nachfolger, stürzte sein Land in ein zehnjähriges Afghanistan-Abenteuer, dessen Folgen noch immer nachwirken.

Ulrich Schiller hat diese Jahrzehnte, die Hoch-Zeit des Kalten Krieges, als Korrespondent für Hörfunk, Fernsehen und Zeitungen erlebt: in Belgrad, Moskau und Washington. Er ist als Buchautor politischer Chronist, maßt sich nicht die Rolle des Historikers an. Was der studierte und promovierte Slawist zu Jugoslawien und seiner Geschichte, zur Rolle Titos im Viel-Völker-Staat, über Nationalismus und Hass, Machtmissbrauch und den unheilvollen Einfluss der katholischen Kirche schreibt, gehört zum Besten, was derzeit darüber zu lesen ist. Vieles an dieser Tragödie wird zumindest verständlicher. Schiller ist davon überzeugt, dass der einstige Marschall Tito "in seiner ideologischen Unbeweglichkeit mitgeholfen hat, das auf dem von ihm auf den Weg gebrachte Jugoslawien zugrunde zu richten".

Breshnew, der die UdSSR als Parteichef bis zum seinem Tod 1982 regierte, war der Vorbote des Untergangs dieser Weltmacht, wie der Autor belegt: Politische und moralische Fäulnis der herrschenden Klasse, erstarrte Ideologie, keine gesellschaftliche Dynamik und fehlende wirtschaftliche Flexibilität. Und die andere Weltmacht? Hier funktionierte zumindest die parlamentarische Demokratie, die 1974 den Präsidenten Nixon aus dem Amt jagte, der mit Abhöraktion und Einbruch beim politischen Gegner die Verfassung mit Füßen getreten hatte (Watergate-Affäre). Mit Blick in die Gegenwart hofft Schiller auf das kluge und intelligente Amerika, das sich seiner besseren Traditionen besinnen sollte "als die der Rechten, der Neokonservativen und der christlichen Fundamentalisten". -- Mathias Voigt

Kurzbeschreibung

Eine neue Weltordnung steht bevorDer ARD-Korrespondent Ulrich Schiller hat drei Jahrzehnte über Brennpunkte des Kalten Krieges berichtet. Sein Blick hinter die Kulissen der Macht zeigt das Zusammenspiel von dreisten Lügen, Geheimdiplomatie und entfesselter Militärmaschinerie in Ost und West. Ein spannendes Buch über Feindbilder und ihre verhängnisvollen Folgen. In Belgrad, der ersten Station seiner Korrespondentenlaufbahn, ist Schiller mit Titos Gratwanderung zwischen den Blöcken konfrontiert. Schon bald erkennt er, weshalb Jugoslawien keine Demokratie wird. Die neostalinistische Restauration in der UdSSR nach dem Sturz Chruschtschows, das China-Syndrom der Sowjets, ihr Einmarsch in Prag, der Kampf gegen Dissidenten und das Wettrüsten veranlassen ihn früh zu der Prognose, die Supermacht werde sich ohne grundlegende Reformen selbst zerstören. In Washington erlebt Schiller das Desaster des Vietnamkriegs und Watergate, Reagans Aufstieg, die Neubelebung des Mythos von der Auserwähltheit der USA und den Haß auf Clinton. Er erklärt, warum Amerikas Hegemonie nach 1990 nicht weltweit Demokratie und Sicherheit gestärkt hat. Gefährdet der Präventivkrieg gegen den Irak transatlantische Bündnisse und westliche Werte? Ulrich Schiller, seit 1956 Journalist, ab 1960 ARD-Korrespondent in Belgrad, ab 1966 in Moskau, 1970-1973 Chefredakteur bei Radio Bremen, dann bis 1989 Korrespondent für den ARD-Hörfunk in Washington und 1975-1996 auch für "Die Zeit".

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
tragisch 23. September 2005
Von Lupo
Ulrich Schillers Schilderungen sind hochinteressant und geben interessante Einblicke in die Hintergruende des Kalten Krieges.

Leider sind viele seiner Berichte einseitig und tendenzioes, besonders die Kapitel ueber Tito und Jugoslawien. Schiller investiert sehr viel Energie in die Recherche ueber die Verbindungen des Vatikans zur kroatischen Nationalregierung ("klerikalfaschistisches Regime"). Die Verbrechen Titos an der eigenen Bevoelkerung laesst er dabei ausser acht, die Massker von Titos Kommunisten an den "Weissgardisten" (Domobranzen) und "Blauen" (koeigstreue Tschetniks) in Slowenien und die Massaker an wirklichen oder vermeintlichen Regimegegnern 1942 in Ajdovec und Suhor sowie 1943 in Grahovo, Velike Lasce in der Gottschee und andernorts sind ihm dagegen keiner Erwaehnung wert. Keiner Erwaehnung wert sind ihm auch die Volksdeutschen in Jugoslawien, die von Tito fuer vogelfrei erklaert, massenhaft abgeschlachtet, nach Sibirien deportiert und vertrieben wurden. Da er offensichtlich selbst Schlesier ist dieses Verhalten umso unverstaendlicher.
(Bewusst?) irrefuehrend ist auch die Darstellung des Gedenkens der Kroaten an das Massaker von Bleiburg. Schiller beschreibt das Denkmal in Zagreb, das nur den kroatischen Opfern gewidmet ist. Dabei existiert bereits seit 1987 ein von der kroatischen Regierung in Auftrag gegebenes Denkmal auf dem Bleiburger Feld mit dem Gedenken an alle Opfer.

Einseitig ist auch sein Bericht ueber die USA, vor allem ueber Praesident Reagan. Man kann ueber ihn und seine Politik denken was man will. Es ist aber zum grossen Teil sein Verdienst, dass die Sowjetunion durch entschlossen Hochruesten zum Aufgeben gezwungen wurde. Das schliesst auch SDI mit ein. Die These, dass die Sowjetunion ohne Hochruestung nicht so lange ueberlebt haette teile ich nicht. Immerhin war sie es, die den Westen Ende der 1970er Jahre zum Wettruesten herausgefordert hat.

Letzendlich ist Schiller, wie er das fuer Tito so schoen beschreibt, Gefangener seiner Sozialisierung und Praegung.

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