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5.0 von 5 Sternen
Macht, Intrigen und Verbannung, 9. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Macht, Intrigen und Verbannung: Welfen und Romanows am russischen Zarenhof des 18. Jahrhunderts (Taschenbuch)
Endlich sind die Archive in Russland zugänglich. Der Autor Leonid Lewin hat aufgedeckt, was Jahrhunderte lang im Verborgenen schlummerte. Dieses spannend geschriebene Buch über den russischen Zarenhof - vornehmlich St. Petersburg - ist das Neueste aus der russisch-deutschen Geschichte, was es zur Zeit im Buchhandel gibt. Lewin schildert die ungeheulichen Machtkämpfe um den Zarenthron. Dabei kommt ein junger Braunschweiger Prinz zwischen die Fronten. Er heiratete die russische Regentin Anna Leopoldowna. Der gemeinsame Sohn wurde bereits als Säugling zum Zaren gekrönt. Der darauf folgende Umsturz macht die ehrgeizigen Pläne des Welfen zunichte. Elisabeth Petrowna (Tochter Peters des Großen) reißt für die nächsten 20 Jahre die Macht im kaiserlichen Russland an sich und beendet vorerst die politische Nähe Russlands zu Österreich. Dieses Buch gibt Einblicke in das höfische Leben in St. Petersburg. Man kann manches kaum glauben, aber der Autor bleibt historisch korrekt, was die Quellenangaben in seiner Publikation bestätigen.
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5.0 von 5 Sternen
Kampf und Russklands Thron, 19. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Macht, Intrigen und Verbannung: Welfen und Romanows am russischen Zarenhof des 18. Jahrhunderts (Taschenbuch)
Metall - Edelmetall - geprägte Münze: Symbol der Macht eines Reiches, eines Herrschers. Ein solches Kaiserabbild im Umlauf spricht von einer von oben gelenkter Politik der Verehrung; eingeschmolzener Münze vom Totschweigen. Wir nennen das Kind beim Namen: Iwan III. / VI. Die Heiratspolitik des russischen Zarenhauses und der Braunschweig-Wolfenbütteler Welfen im 18. Jahrhundert verdeutlicht auf der einen Seite welfische Ambitionen auf Machterlangung nun auch im Osten. - Das Haus Hannover hatte bereits durch Georg I. die englische Königskrone erhalten. - Auf der anderen Seite unterstreicht bereits Peter I. (der Große) 1711 durch die Verheiratung seines Sohnes Aleksey mit Prinzessin Charlotte von Braunschweig-Wolfenbüttel die politische Integration Russlands in den europäischen Westen - auch hierzu eine Münze. 1739 erfolgt dann die Verheiratung der Eltern des kleinen Iwans: Anna Leopoldownas zukünftiger Sohn war von der kinderlosen Kaiserin Anna Iwanowna zum Nachfolger bestimmt worden. Der zur Zeugung notwendige Vater sollte Anton Ulrich der Jüngerer von Braunschweig-Wolfenbüttel werden. Iwan, der gekrönte „Kaiser in der Wiege", wurde jedoch 1741 durch einen Staatsstreich Elisabeths, der jüngsten Tochter Peters I. gestürzt, von seinen Eltern getrennt und bis zum 24. Lebensjahr in den Kasematten der Schlüsselburg versteckt gehalten, wo er bei einem Befreiungsversuch erstochen wurde. Seine Familie wurde am Weißen Meer gefangen gehalten, bis die übrigen Geschwister Jahrzehnte später durch Katharina II. endlich das Geleit nach Dänemark erhielten. Alle diese Ereignisse werden dem Leser des Buches gewahr. Gut lesbar sind Darstellung der „Welfen und Romanows am russischen Zarenhof des 18. Jahrhunderts" und detailreiche Beschreibungen der persönlichen Eigenarten, optisch unterstrichen durch Abbildungen der Hauptpersonen. Aus dem farblich schönen Cover herausgeklappt können während der Lektüre des Textes Stammtafeln der Welfen und Romanows besehen werden. Zur Spannungssteigerung auf 250 Seiten erfolgen immer wieder Rückblicke auf die russische Geschichte. Auch Formulierungen, die der mitteleuropäische Leser als „typisch Russisch" empfinden wird, funkeln in der Erzählung, wenn „Elisabeth den Soldaten ins Gedächtnis zurückrief, wessen Tochter sie war". Dieses Buch sieht das Problem der Aufarbeitung von Geschichte, die unter immer wieder unterschiedlichen politischen Vorzeichen und Machtinteressen stand. Machtinteressen, deren Folgen auch der Baron von Münchhausen beschrieb - sein Schlitten wurde auf einer Reise nach St. Petersburg von einem verfressenen Wolf gezogen - zu der Zeit, da „der Kaiser in der Wiege nebst seiner Mutter und seinem Vater, dem Herzog von Braunschweig ... nach Sibirien geschickt wurde". - Keine Lüge - sondern: bare Münze!
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Kampf um Russlands Thron, 19. März 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Macht, Intrigen und Verbannung: Welfen und Romanows am russischen Zarenhof des 18. Jahrhunderts (Taschenbuch)
Metall - Edelmetall - geprägte Münze: Symbol der Macht eines Reiches, eines Herrschers. Ein solches Kaiserabbild im Umlauf spricht von einer von oben gelenkter Politik der Verehrung; eingeschmolzener Münze vom Totschweigen. Wir nennen das Kind beim Namen: Iwan III. / VI. Die Heiratspolitik des russischen Zarenhauses und der Braunschweig-Wolfenbütteler Welfen im 18. Jahrhundert verdeutlicht auf der einen Seite welfische Ambitionen auf Machterlangung nun auch im Osten. - Das Haus Hannover hatte bereits durch Georg I. die englische Königskrone erhalten. - Auf der anderen Seite unterstreicht bereits Peter I. (der Große) 1711 durch die Verheiratung seines Sohnes Aleksey mit Prinzessin Charlotte von Braunschweig-Wolfenbüttel die politische Integration Russlands in den europäischen Westen - auch hierzu eine Münze. 1739 erfolgt dann die Verheiratung der Eltern des kleinen Iwans: Anna Leopoldownas zukünftiger Sohn war von der kinderlosen Kaiserin Anna Iwanowna zum Nachfolger bestimmt worden. Der zur Zeugung notwendige Vater sollte Anton Ulrich der Jüngerer von Braunschweig-Wolfenbüttel werden. Iwan, der gekrönte „Kaiser in der Wiege", wurde jedoch 1741 durch einen Staatsstreich Elisabeths, der jüngsten Tochter Peters I. gestürzt, von seinen Eltern getrennt und bis zum 24. Lebensjahr in den Kasematten der Schlüsselburg versteckt gehalten, wo er bei einem Befreiungsversuch erstochen wurde. Seine Familie wurde am Weißen Meer gefangen gehalten, bis die übrigen Geschwister Jahrzehnte später durch Katharina II. endlich das Geleit nach Dänemark erhielten. Alle diese Ereignisse werden dem Leser des Buches gewahr. Gut lesbar sind Darstellung der „Welfen und Romanows am russischen Zarenhof des 18. Jahrhunderts" und detailreiche Beschreibungen der persönlichen Eigenarten, optisch unterstrichen durch Abbildungen der Hauptpersonen. Aus dem farblich schönen Cover herausgeklappt können während der Lektüre des Textes Stammtafeln der Welfen und Romanows besehen werden. Zur Spannungssteigerung auf 250 Seiten erfolgen immer wieder Rückblicke auf die russische Geschichte. Auch Formulierungen, die der mitteleuropäische Leser als „typisch Russisch" empfinden wird, funkeln in der Erzählung, wenn „Elisabeth den Soldaten ins Gedächtnis zurückrief, wessen Tochter sie war". Dieses Buch sieht das Problem der Aufarbeitung von Geschichte, die unter immer wieder unterschiedlichen politischen Vorzeichen und Machtinteressen stand. Machtinteressen, deren Folgen auch der Baron von Münchhausen beschrieb - sein Schlitten wurde auf einer Reise nach St. Petersburg von einem verfressenen Wolf gezogen - zu der Zeit, da „der Kaiser in der Wiege nebst seiner Mutter und seinem Vater, dem Herzog von Braunschweig ... nach Sibirien geschickt wurde". - Keine Lüge - sondern: bare Münze!
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