Wohin wir gehen
Du möchtest etwas in deinem Leben verändern? Du möchtest dich entwickeln, deine Persönlichkeit aufbauen und festigen? Nichts leichter als das, lies aufmerksam die folgenden Seiten und es werden Wunder in deinem Leben geschehen. Eine der notwendigen Voraussetzungen ist, daß du Neues annehmen kannst, und daß du Ungewöhnliches, ja sogar Unbekanntes akzeptieren kannst.
Wie pflegen wir im allgemeinen mit einer neuen Situation umzugehen? Hier ein einfaches Beispiel. Wenn du die folgende Aufgabe gelesen hast, schließe bitte die Augen und löse sie:
Sage laut das Wort NEIN rückwärts...
Hast du bemerkt, wie du bei der Lösung der Aufgabe vorgegangen bist? Du hast dir das Wort zuerst einmal richtig geschrieben vorgestellt - und erst im zweiten Schritt rückwärts gelesen. Genauso gehen wir mit allem Unbekannten um, dem wir gegenübergestellt werden. Stehen wir vor einer noch nie dagewesenen Situation, liefert uns augenblicklich der perfekteste Computer, den es gibt - unser Gehirn -, Daten aus der Vergangenheit. Mit Hilfe dieser Daten konstruieren wir das Ergebnis der neuen Situation sozusagen im Planspiel. Und je nachdem, wie der »output« unseres Computers aussieht, gehen wir dann in die neue Situation hinein oder weichen ihr aus.
Das scheint ein effektives Verfahren zu sein. Doch das ist es nur auf den ersten Blick. Der Haken dabei ist nämlich, daß die neue Situation tatsächlich nur sehr wenig mit deinen vergangenen Erfahrungen zu tun haben muß. Natürlich gibt es gewisse Ereignisse, die durchaus mit dem Verstand berechenbar sind, zum Beispiel kannst du es dir sparen, die Niagarafälle hinunterzuspringen. Die Wahrscheinlichkeit, daß du es überlebst, ist einfach zu gering.
Dennoch tust du, sobald du mit etwas Neuem, Unbekanntem konfrontiert bist, fast immer so, als verlange jemand von dir, die Niagarafälle hinunterzuspringen! Du zauderst, du ziehst dich zurück in die Sicherheit der alten Verhaltensmuster, du findest tausend Rechtfertigungen (die Daten aus der Vergangenheit!), die dir dringend davon abraten, dich in fremdes Gelände zu wagen.
Nehmen wir ein Baby, das sofort nach der Geburt, aus welchen Gründen auch immer, von der Mutter getrennt wurde. Es wird die ersten Jahre seines Lebens von Heim zu Heim gegeben, und ist mal bei Verwandten, mal bei Pflegeeltern. Es hat keinerlei Orientierung, es erfährt nicht, was »zu Hause« ist. Es entwickelt eine starke Angst vor »Fremden«, weil diese das Kind, kaum daß es sich an eine Umgebung gewöhnt hat, wieder woanders hinbringen. Das Kind fühlt sich ständig hilflos den willkürlichen Aktionen anderer Menschen ausgeliefert. Dieses Kind wird nun erwachsen, es macht seinen Weg, weil es intelligent ist - doch es hat ein bestimmtes Programm gespeichert. Dieses Programm heißt: »Fremde Menschen sind meine Feinde. Fremde Menschen wollen mir Böses. Ich kann niemandem vertrauen.« Wird nun dieser Mensch vor neue Situationen gestellt, weicht er automatisch davor zurück, weil die Informationen zu diesem Thema, die sich das Gehirn aus der Vergangenheit hergeholt hat, negativ sind.
Da er sich deshalb aber nie einer Situation aussetzt, in der er feststellen könnte, daß Fremde auch hilfreich und liebevoll sein können und dann auch nicht länger Fremde sind, bleibt sein altes Programm wirksam. Und er hat weiterhin Angst vor Fremden.
Bei den meisten Menschen tritt erst einmal ein »Fluchtreflex« ein, wenn sie einer unbekannten Situation gegenüberstehen. »Nur weg hier«. Wenn du diesem Fluchtreflex nicht nachgibst, wenn du standhältst, anstatt zu flüchten, dann wirst du erstaunliche Erfahrungen machen. Du wirst es nicht nur »überleben«, du erfährst es auch am eigenen Leib, daß alles ganz anders sein kann als früher. Daß alles ganz anders ist. Die Augenblicke, in denen du das erkennst, werden zu den größten Glücksmomenten deines Lebens zählen.
»In der Schöpfung scheint es, daß Gott im Gestein schläft, in den Blumen träumt, in den Tieren erwacht und im Menschen weiß, daß er wach ist« (Yogananda).
Vereinfacht gesagt hat sich die Evolution aus dem Mineralreich entwickelt. Wir sagen von den Steinen, daß dies unbelebte Materie ist, doch wenn wir einen übergeordneten Standpunkt einnehmen, erkennen wir, daß auch ein Stein Bewußtsein ist. Er ist nicht in dem Sinne bewußt, wie wir es sind, er stellt eine Form von Bewußtsein dar, die subtil, latent ist. Materie ist die niedrigste Form von Bewußtsein, und Bewußtsein ist die höchste Form von Materie, beides ist zumindest hypothetisch austauschbar. Ein Stein wird sich weiterentwickeln, indem er durch Erosion zerfällt. Irgendwann einmal kommt etwas hinzu, das eine höhere Form von Bewußtsein darstellt. Ein Funke springt von irgendwo über, und dieser Funke schafft vielleicht etwas, das wir mit Mikroorganismus bezeichnen - Einzeller, unendlich kleine Lebewesen, aber der Beginn von Leben!
Eine Zwischenstufe ist mit Sicherheit der Kristall. Ist es nicht faszinierend, in den Juweliergeschäften graue Steine zu sehen, die aufgeschlagen worden sind und den Blick auf ihr Inneres, auf viele bunte Kristalle freigeben? Wir können uns mit ihnen nicht unterhalten, aber sie wachsen. Und Wachsen ist ein Merkmal von Leben. Da ist schon auf der niedrigsten Ebene so etwas wie Organisation: Vielleicht ist ein Felsen noch etwas Unorganisiertes (vielleicht aber durchschauen wir seine Organisation nur nicht), bei einem wachsenden Kristall jedenfalls ist dieses Prinzip erkennbar, sichtbar gewordenes Leben. Danach kommen die Pflanzen, von denen wir in unserer Unsensibilität lange angenommen haben, sie würden nichts anderes sein als zwar wachsende, aber sonst gefühllose Organismen. Spätestens seit dem hervorragenden Buch Das geheime Seelenleben der Pflanzen von C. Backster wissen wir, daß Pflanzen Gefühle haben, daß sie auf Lob und Liebe mit vermehrtem Wachstum reagieren, daß sie Furcht und sogar Eifersucht empfinden können. Jede Hausfrau sollte wissen, daß ihre Zimmerpflanzen auf sie reagieren, wenn sie mit ihnen spricht; Pflanzen erkennen sogar die Person wieder, die ihnen Wasser gibt! Du kannst Pflanzen mit liebevollen Worten zum besseren Gedeihen anregen, du kannst sie zu ungeahnter Blütenpracht bringen, sie »aufblühen lassen.« Sprich mit deinen Blumen, auch wenn andere sagen, daß du wohl etwas übertreibst. Die allermeisten Menschen sind eingeschränkt in ihrer Weltsicht, sie erkennen nicht die wahre Natur der Dinge.
Natürlich kannst du auch in der freien Natur Kontakt zu Pflanzen aufnehmen. Geh doch mal auf einen großen, mächtigen Baum zu, der dir auf Anhieb sympathisch ist. Nimm zuerst aus einer Entfernung von etwa 50 Metern Kontakt mit ihm auf. Sag zu ihm: »Hallo, Baum, es ist gut, daß es dich gibt. Ich komme jetzt, um mit dir zu sprechen, um mit dir zu sein.« Dann gehst du näher an ihn heran, auf 20 Meter, und versuchst, sein Energiefeld zu fühlen. Vielleicht bist du so sensitiv, daß du es spüren kannst. Dann geh noch näher heran, auf zehn Meter. Fühle den Baum, halte deine Hände in seine Richtung, benutze sie als Antennen und fühle, daß er »ist«.