Der Zeithistoriker Götz Aly hat sich mit großem Anspruch an einer großen These versucht - und ist ebenso groß gescheitert: Es ist ihm in seinem Buch nicht gelungen, Kontinuitäten deutschen Denkens im 20. Jh. nachzuweisen. Zu diesem Mißerfolg trägt die heterogene Struktur des Textes bei, denn Aly recycelt hier fast ausschließlich seine früheren Zeitungsartikel. Den einzig gelungenen Teil bildet die Beschreibung der NS-Verstrickungen von später in der Bundesrepublik zu Ehren gekommenen Sozialhistorikern, die an der Planung von Weltkrieg und Holocaust beteiligt waren. Fazit: Vom Autor der "Vordenker der Vernichtung" erwartet man mehr!