Oft erreichen wir unsere Ziele leichter, wenn wir erst einmal das exakte Gegenteil des Gewünschten machen. Mit einem Wort: das Falsche! Wer unter Einschlafschwierigkeiten leidet, nimmt sich besser vor, wach zu bleiben! (um umso schneller und tiefer einzuschlafen). Solches sollten alle bedenken, die sich enthusiastisch Ziele zum Neuen Jahr setzen. Ankowitsch spricht klare Worte zu den allzu simpel gestrickten Lebenstipps: "Daher sind auch all jene Ratgeber schädlicher Unfug, die uns glauben machen wollen, es liege ausschliesslich an uns ' an unserer Einstellung und Leistungsbereitschaft -, ob wir im Leben oder im Beruf Erfolg haben oder nicht." Wenn es so einfach wäre, dann würden alle guten Vorsätze zum neuen Jahr umgesetzt und alle Ziele erreicht.
Anhand vieler Beispiele aus den verschiedensten Lebensbereichen zeigt Ankowitsch, warum und wie Vieles besser funktioniert, wenn man Dinge anders angeht als eigentlich logisch wäre. Zum Beispiel, warum weniger Verkehrsbeschilderungen, Signale und Zebrastreifen die Sicherheit erhöhen (Im Unterschied dazu plant man jetzt in Bern, die Fussgängerstreifen mit Svarowsky-Steinen glitzernd und funkelnd zu markieren. Was das bringt werden wir sehen. Aber das ist ja das Paradoxe: Manchmal führen unterschiedliche Vorgehensweisen zu den gleichen Resultaten und umgekehrt).
Dieses Buch leuchtet ein und macht die Interventionen von Leuten wie Paul Watzlawick, Frank Farelly, Milton Erickson und richtig verstandenem NLP und Hypnose absolut plausibel. Wer um die Ecken denkt und falsche Vereinfachungen (im richtigen Moment) vermeidet, wird Experte der paradoxen Lebensführung.
Ein längst überfälliges, blitzgescheites, gut aufgebautes und süffig geschriebenes Buch. Statt Zwischentitel bietet Ankowitsch knackige Merksätze, die gleich sagen, worum's geht und neugierig machen. Am Ende jedes Kapitels gibt es ausführliche Umsetzungstipps, die manchmal die vorgestellten Prinzipien gleich selber anwenden. Deshalb gibt es nur einen Stern (Ich habe ja was gelernt bei der Lektüre ;-)