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Bale spielt Trevor Reznik, einen Fabrikarbeiter, der seit einem Jahr nicht mehr geschlafen hat. Nach einem mysteriösen Ereignis vollkommen paranoid und nur noch ein Schatten seiner selbst, bewegt sich Trevor schlafwandlerisch auf einem schmalen Grat zwischen der harten Realität und einer Alptraum-Fantasiewelt ein Geisteszustand, der sich auch auf sein erschreckendes, dürres Äußeres auswirkt (es ist keine Übertreibung, sein Aussehen mit einem fast verhungerten KZ-Überlebenden aus der Nazizeit zu vergleichen). Regisseur Brad Anderson entwirft hier meisterhaft eine grimmig-finstere Schattenwelt aus Blau- und Grautönen, in der Trevor verzweifelt versucht, die Bruchstücke seiner eigenen Psyche zusammenzusetzen. Mit einer befreundeten Prostituierten (Jennifer Jason Leigh) und einer Flughafen-Kellnerin (Aitana Sánchez-Gijón) als einzige Verbindungen zur geistigen Stabilität schwebt Trevors totaler Zusammenbruch unheilsschwanger über ihm und scheint unvermeidbar, just als der Film seine Geheimnisse zu enthüllen beginnt. Ein echter Horrortrip mit passendem, verzerrt-verstörendem Soundtrack: The Machinist scheint prädestiniert für ein langfristiges Dasein als Kult-Thriller für Grenzgänger. -- Jeff Shannon
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Blickpunkt: Film
Was vor allem daran liegt, dass Christian Bale für die Hauptrolle eine körperliche Transformation vorlegte, die selbst Oscar-Preisträgerin Charlize Theron in den Schatten stellt. Der Verlust von 63 Pfund Körpergewicht, der aus dem ehemals durchtrainierten 'American Psycho' einen abgemagerten, nicht weniger psychotisch wirkenden Strich in der düsteren Landschaft macht, wären zwar keine Voraussetzung für Bales Besetzung gewesen, heißt es. Doch die Tortur zeigt Wirkung: Ist der Schock über die eingefallenen Wangen, dunklen Augenhöhlen und hervorstechenden Rippen gewichen, entwickelt man für das Schicksal von Bales Trevor Reznik umgehend Sympathie und Mitgefühl - und ahnt doch Böses. Trevor, ein ruhiger, einsamer junger Arbeiter in einer Maschinenfabrik, erklärt, er habe seit über einem Jahr nicht geschlafen. Da will man sofort die Behauptung anzweifeln, dass noch niemand an Schlaflosigkeit gestorben sei.
Jemand anderes hat allerdings unfreiwillig den Tod gefunden zeigt der Prolog, in dem Trevor einen in einen Teppich eingerollten Körper von einer Klippe ins Meer entsorgt. Nach dem Drehbuch von Scott Kosar ('Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre') erzählt Anderson von Trevors täglicher Routine in einer Fabrik, in der seine ständigen Halluzinationen einen Arbeitsunfall verursachen, bei dem ein Kollege (Michael Ironside) einen Arm verliert. Skurrile Post-Its mit Todesdrohungen, die offensichtlich irgendjemand in Trevors Wohnung verteilt, ein stahlharter neuer Kollege (John Sharian), den niemand außer Trevor kennt, und seine Zuneigung zu Kellnerin Marie (Aitana Sanchez-Giton) und der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh) ergeben das Porträt einer gequälten, paranoiden Seele, das den Handlungstwist in der zweiten Hälfte ahnen lässt, jedoch bis zum Schluss den Zuschauer mit quälenden Fragen konfrontiert.
Wenn schließlich die Fäden zusammengeknüpft werden und das Drehbuch seine Logik beweist, ist das ebenso erfreulich, wie die Spannung, die Korsar, Anderson und Kameramann Xavi Gimenez ('Intacto') bis zur letzten Sekunde aufrecht erhalten: Mit schmalem Fokus und limitierter Farbpalette kreiert letzterer eine klaustrophobische Atmosphäre, die nicht nur dank des überraschenden Bernard-Hermann-Scores von Roque Banos an Alfred Hitchcock erinnern. Vergleiche mit dem Meister des Suspense-Kinos sind hier ebenso erlaubt wie mit David Lynch, den Seelenqualen eines Kafka-Helden oder des 'Idioten' von Dostojewski, der Trevor durch die schlaflosen Nächte begleitet. Seine Alb-Wachträume werden in der schwefelig-stickigen Atmosphäre eines anonymen Industriegebiets in ausgewaschenen Grautönen zur filmischen Realität - und 'The Machinist' eine intensive, präzise, dicht ausgearbeitete und beängstigend gut gespielte Film-Noir-Charakterstudie, die mit ihrer kompromisslosen Ernsthaftigkeit und visueller Originalität das Zeug zum Kultfilm mitbringt. cm.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Hat das Zeug zum Kult! (TV Movie)
Trevor Reznik (CHRISTIAN BALE) hat seit einem Jahr nicht mehr geschlafen. Seine Schlaflosigkeit hat zu einem schockierenden Verfall seiner körperlichen und geistigen Verfassung geführt, den seine Kollegen mit Argwohn, sowie seine einzigen Bezugspersonen die Prostituierte Stevie (JENNIFER JASON LEIGH) und die Kellnerin Marie (AITANA SÁNCHEZ-GIJÓN) mit Sorge verfolgen. Dann verschuldet Trevor auch noch einen Arbeitsunfall, bei dem ein Mann einen Arm verliert. Seine Schuldgefühle weichen jedoch bald einem wachsenden Misstrauen und schließlich einer ausgewachsenen Paranoia, als er in seiner Wohnung kryptische Notizen findet und von einem mysteriösen neuen Arbeitskollegen verfolgt wird, den es gar nicht geben soll. Sind all die Vorkommnisse Teil einer großen Verschwörung, die Trevor in den Wahnsinn treiben soll? Oder ist es nur seine Müdigkeit, die ihm langsam aber sicher den Verstand raubt? Entschlossen macht sich Trevor daran, die Lösung eines Rätsels zu finden, das sein Leben in einen schlaflosen Alptraum zu verwandeln droht. Doch je mehr er herausfindet, umso weniger will er wissen... Nach seinem hoch gelobten Horrorfilm Session 9 präsentiert Regisseur Brad Anderson einen weiteren Trip durch die paranoiden Abgründe der menschlichen Seele: THE MACHINIST ist ein präzises und atmosphärisch dichtes Psychogramm eines kafkaesken Helden, der von Christian Bale an der Seite von Jennifer Jason Leigh mit beängstigendem körperlichen Einsatz gespielt wird: Für die Rolle hungerte sich der zukünftige Batman -Star 30 Kilo von den Rippen. Ein fesselnder Psychotrip, mit dem Anderson in die Fußstapfen von Alfred Hitchcock, David Cronenberg und David Lynch tritt und damit bereits auf zahlreichen internationalen Filmfestivals beim Publikum für Gänsehaut sorgte:THE MACHINIST wurde in diesem Jahr beim Sundance Film Festival uraufgeführt und im Panorama bei den Filmfestspielen von Berlin gezeigt. Er lief im Programm des nationalen Fantasy Filmfestivals, gewann den Hauptpreis beim Neuchâtel International Fantasy Film Festival sowie den Silver Méliès der European Fantastic League Federation. Außerdem wurde die spanisch-amerikanische Ko-Produktion zum renommierten Karlovy Vary International Film Festival eingeladen.
Rezension
Ein finsterer Paranoia-Thriller, bei dem Du ganz bestimmt nicht einschläfst. (Fhm)
Die Filme von Roman Polanski und David Lynch standen Pate für den klaustrophobischen Psychotrip(...), der sich ganz auf sein kluges Drehbuch verlässt. Beklemmender Thriller, in dem Realität und Wahn eine verstörende Allianz eingehen. (Cinema) (TV Spielfilm)
Ein finsterer Paranoia-Thriller, bei dem Du ganz bestimmt nicht einschläfst. (Fhm)
Die Filme von Roman Polanski und David Lynch standen Pate für den klaustrophobischen Psychotrip(...), der sich ganz auf sein kluges Drehbuch verlässt. Beklemmender Thriller, in dem Realität und Wahn eine verstörende Allianz eingehen. (Cinema)