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107 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn Kunst verkannt wird, 15. Juli 2008
Wieder einmal muss ich doch wundern und staunen wie manche amazon-User die Filmwelt sehen und muss mich doch fragen ob man tatsächlich den gleichen Film gesehen hat. Für mich hat "The Machinist" die Erwartungen um ein vielfaches übertroffen, hier wird mit einer relativ unbekannten Schauspieler-Riege, eher wenigen Action-Szenen und kaum ausschweifendem Dialog eine Geschichte erzählt, die sich bedenkenlos mit Fight Club, Memento und anderen düsteren Charakterstudien messen lassen kann. Die Leistung von Christian Bale möchte ich eigentlich gar nicht weiter kommentieren. Sein Erscheinungsbild ist erschreckend und faszinierend zugleich und ist wohl eine der größten Leistungen der Filmgeschichte. Die Story hat es mir persönlich aber besonders angetan. Hier geht es um einfache und unepische aber nicht minder komplexe Charakterzeichnungen und Beziehungen, das Unterbewusstsein, Gewissen und Schuld. Und damit kratze ich nur an der obersten Oberfläche des Filmes. Denn wer mir erklären kann welche Rolle genau Maria und ihr Sohn haben, beide sind natürlich weitaus wichtiger als sie vermutet werden, hat sich einen Kuchen verdient. Wie manche von einer "platten und vorhersehbaren Story" schreiben können, ist mir vollkommen schleierhaft. Vielleicht mangelt es auch nur an objektiver Einschätzung und man hat den Film nicht ganz verstanden wie man es gerne hätte. Da eine ausführliche Interpretation nicht vorgesehen und auch nicht erforderlich ist (das sollte jeder für sich erledigen), kann ich nur eine uneingeschränkte Empfehlung für "The Machinist" aussprechen. Mich hat der Film, als homogenes, düsteres Gesamtkunstwerk, schlichtweg gefesselt und keine einzige Minute gelangweilt. Wem die Dialoge zu wenig oder die Story zu geradlinig war, sollte vielleicht beim Popcorn-Kino bleiben. Cineasten und eingefleischten Filmfans möchte ich diesen Film wärmstens empfehlen. Für mich bereits ein absoluter Klassiker. Wer Fight Club und Memento mochte, wird "The Machinist" lieben.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Idiot gefangen im kafkaesken Albtraum..., 17. Juli 2005
Brad Anderson hat mit The Machinist einen düsteren tiefgründigen Psycho-Thriller geschaffen, der den Zuschauer wirklich zu fesseln vermag. Auf der anderen Seite aber auch einiges an Nervenstärke abverlangt, um der düsteren Atmosphäre, die immer bedrohlichere Züge annimmt, standzuhalten. Trevor Reznik leidet an Schlaflosigkeit und das schon seit einem Jahr. Hand in Hand mit seinem psychischen Verfall schreitet auch sein körperlicher Verfall fort. Trevor ist eigentlich nur noch Haut und Knochen und droht einfach zu verschwinden, wenn er noch dünner wird. Natürlich treibt ihn der permanente Schlafentzug langsam in den Wahnsinn, Wahrnehmung und Konzentration lassen immer mehr nach, bis er schließlich in einem Alptraum endet, aus dem er nicht mehr aufwachen kann. Wie soll man den auch aufwachen, wenn man gar nicht schläft...? Kann Trevor noch seinem Verstand trauen, oder läuft da wirklich eine Verschwörung gegen ihn, wie er sich immer wieder einreden will...? Der einzige Hoffnungsschimmer scheint für Trevor die Prostituierte Stevie zu sein, bei der er immer wieder zuflucht sucht, doch kann sie ihm wirklich helfen und viel wichtiger, kann er ihr wirklich trauen...? Die schon ohnehin düstere Stimmung des Filmes wird wirkungsvoll durch die Kameraeinstellungen und Bilder gesteigert. Durch Farbfilter wirken die Bilder noch grauer und trostloser, als sie es schon ohnehin sind und sind bezeichnend für die Sichtweise der Hauptfigur. Der Zuschauer ist an die Perspektive der Hauptfigur gebunden, weiß zu keinem Zeitpunkt mehr als diese und wird immer weiter mit in die Wahnvorstellungen hineingezogen. B. Anderson verwebt dabei die Realität mit dem Wahn so ausgezeichnet, dass man meinen könnte David Lynch wäre höchstpersönlich am Werk gewesen. Die Parallelen zu Kafka und Dostojewski versucht B.Anderson nicht einmal zu verbergen, ganz im Gegenteil, er stößt den Zuschauer mit der Nase drauf, indem er z.B. wiederholt Aufnahmen des Buches „Der Idiot" in Trevor's Wohnung zeigt. Und genauso wie Raskolnikow oder Myschkin muss sich Trevor den Abgründen der menschlichen Seele, den existenziellen Fragen nach Schuld und Sühne, nach Verbrechen und Strafe, stellen. Christian Bale ist für die Rolle des Trevor Reznik bis an die physische Belastungsgrenze gegangen, er hat 30 Kg abgenommen, um die Hauptfigur glaubwürdig darzustellen. Seine schauspielerische Leistung verdient ein suma cum laude. Die Intensität mit der er die tragische Figur des Trevor darstellt, ist schon beinah beängstigend. Man möchte ihm ohne weiters glauben, dass er tatsächlich ein Jahr nicht geschlafen hat. Mit dieser Leistung hat sich Christian Bale auf jeden Fall, als ein ernstzunehmender Charakterdarsteller etabliert. Aber auch der Auftritt von Jennifer Jason Leigh, der leider viel zu kurz war, sollte lobenswert hervorgehoben werden. Fazit: Die Abgründe der menschlichen Seele konzentriert auf 102 min Filmlänge. Wenn sie düstere atmosphärisch dichte Thriller mögen, dann sollten Sie diesen Film auf keinen Fall verpassen...
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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Endlich schlafen...., 11. November 2005
Reznik (Christian Bale), der Mann an der Maschine hat seit einem Jahr nicht mehr geschlafen. Völlig erschöpft schleppt er sich durch den Tag, verrichtet seine Arbeit. Kontakte pflegt er nur zu seinen Arbeitskollegen, die seinen Verfall argwöhnisch betrachten, einer Prostituierten (endlich mal wieder J.J. Leigh) und einer Flughafenkellnerin. Als ein mysteriöser Arbeitskollege auftaucht, der eigenartige Andeutungen macht gerät Rezniks Welt völlig durcheinander, ein Unfall passiert.... Den Namen Christian Bale wird man nach Betrachtung dieses Films nie wieder vergessen. Bale personifiziert in diesem Film ein Bild der völligen Erschöpfung, körperlich und geistig. Wenn ihm im Film ein Stück Kuchen zugeschoben will man ihn persönlich füttern, damit er wieder zu Kräften gelangt, so nimmt einen die Darstellung gefangen. Die düstere Atmosphäre, etwa in der Fabrik, das immer wieder fremd und unwirklich erscheinende Industiepanorama, die karge Wohnung usw., die Fahrt in der Geisterbahn, machen ebenfalls einen nicht unbeträchtlichen Reiz des Filmes aus und entschädigen so vielleicht für ein Ende, dass doch logisch nachvollziehbar bleibt und von dessen Wirkung sich der ein oder andere sich während des Films mehr versprochen hat. Die Ausstattung des Films kann sich sehen lassen. Das Booklet bietet ein ausführliches Interview mit Bale, das Making Of fand ich sehr interessant. Besonders die dortigen Informationen zum Drehort, nämlich Spanien, haben mich verblüfft, da im Film die Illusion der amerikanischen Westküste täuschend echt erscheint.
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