Schon die Gestaltung des Albums ist super.
In Buchform mit gebundenem Cover, allen Songtexten auf dickem Papier und schließlich die CD. So muss ein Album präsentiert werden. Unabhängig vom Inhalt. Machinery führt "Waiting for Evolution" fort. Die Musik der Niederländer kann am ehersten noch als Queens of the StoneAge treffen auf Tom Waits vergleichen, greift aber zu kurz. Seit dem ersten Album haben sich die Jungs richtig gut eingespielt. Es geht dynamischer als je zuvor zu. und immer wieder sind da diese witzigen Einfälle, wie die Autohupe im Opener, im Ton abfallende Instrumente oder ein dem wahnsinn verfallender Torre Florim. Der Höhepunkt des Wahnsinns kommt bei "Old mMac Donald...". Eine Schlachtanleitung zu minimalen Instrumenten. Klatschen, ein bisschen Perkussion, Nervenheilanstalt-Chöre und Hardcore Punk shouts. Ja, so geil ist das.
Nur ein Lied zuvor haben deStaat mit "I'll never marry you" ihr Radiotauglichstes Stück abgespielt, es bleibt aber noch interessant genug, um nicht zum Quark zu werden. Sweatshop sollte jeder schon gehört haben, der bis hierhin gefunden hat. Ein Brett vor dem Herren, minimaler Rock, der genau zwischen Knie und Bauchnabel funktioniert. Ähnlich Diskotauglich sind "Tumbling Down" und "Psycho Disco". Rooster Man heult hingegen dem Mond in einer staubigen Palm Desert entgegen, das mir fast die Tränen kommen. Rau, hart und doch eingängig, dank toller Refrains und jeder menge Abwechslung innerhalb eines Liedes und auf Albumlänge. Und mit Serial Killer kommt dann noch ein Becher Funkrock hinzu. James Brown wäre stolz. Das zweite Album von deStaat klingt schließlich mit dem zerfahrenen letzten lied aus. Nur im Refrain lässt sich wieder bierseelig mitgröhlen "That's why we have to go, BACK TO THE GRIND!"
Um es mit einem Zitat aus "Psycho Disco" zu umschreiben:
"It's soooo daaaaamn goooood" :D