In der Zeit von 1971/72 konnten Deep Purple nichts verkehrt machen, was ihre Alben anging.
In Rock (25th Anniversary Edition) und
Fireball-25th Anniversary waren sehr gut und verkauften sich weltweit "by the truckload". Da noch nachzulegen, sicherlich sehr schwer, wenn man als Rockband schon erfolgsverwöhnt ist.
Was die Band da in der Zeit zwischen dem 6. und 21. Dezember 1971 im kalten und geschlossenen "Grand Hotel" von Montreux mit dem Rolling Stones Mobile aufnahm, ist auch nach über 30 Jahren schlicht phänomenal. Außerdem zeigt es, dass man als gute Band auch unter den wirklich schlechtesten Bedingungen einen Klassiker schaffen kann, ohne sich monatelang in einem High-Tech-Studio aufzuhalten.
Vielleicht waren es aber gerade diese einfachen Bedingungen und der Zeitdruck, den die Band hatte, um ihr nächstes Studio-Album aufzunehmen. Wie auch immer, herausgekommen ist hierbei ein Klassiker der Rock-Musik, der keine Längen bei den einzelnen Titeln aufweist. Zudem komponierte die Band, inspiriert durch den Casino-Brand, "Smoke On The Water", eines der markantesten Gitarren-Riffs der Rockmusik, das nun fast wohl jeder kennt, auch wenn man insgesamt mit der Band und ihren Alben nicht so vertraut sein sollte.
Die Deluxe- Edition ist sehr gut, wird ihrem Anspruch ohne Frage gerecht und aus meiner Sicht gibt es garnichts zu bemängeln. CD 2 enthält das komplette Album remastered plus "When A Blind Man Cries" und zwei Quadrophonic-Mixes.
CD 1 gibt das Ganze im 1997er Remix wieder und der ist wirklich erstklassig, denn so hätte es bereits schon auf Vinyl klingen sollen, was aber zur damaligen Zeit technologisch nicht umsetzbar war.
Hier klingt es nun wirklich so, als wenn man als Zuhörer bei den Recording-Sessions mit im Hotel gesessen hätte. Der Sound ist glasklar mit ausgewogenen Bässen und Höhen und einem Drum-Sound von Ian Paice, der einen glatt umhaut. Das Booklet umschreibt es etwa so: "als ob man einen alten Meister von alten Farbschichten und Dreck befreit und so die Originalfarben wieder zum Leuchten bringt". Und dieser Vergleich kommt diesem Remix wirklich sehr nahe.
Bonus-Tracks oder Alternativ-Versionen von Titeln gibt es bei "Machine Head" nicht, es existieren lediglich die 16-Track-Masters der 8 Titel (die Working-Tapes wurden wohl vernichtet oder sind verloren gegangen). Die Doppel-CD kommt mit einem 28-Seiten-Booklet in Hochglanz, in dem man die hochinteressante Geschichte der Aufnahme-Sessions und den damit verbundenen Problemen nachlesen kann.
Zudem gibt es viele Fotos von den Sessions. Die CD enthält darüber hinaus einen Pappschuber mit den Fotos des ehemaligen Klappcovers von der Vinyl-LP.
Bei dieser CD kann man nichts falsch machen; selbst wenn man bereits eine frühere Veröffentlichung des Albums als CD besitzen sollte, und die gehört ohnehin in eine gut sortierte Sammlung der 70er Jahre, unbedingt austauschen wegen des brillanten Sounds und der schönen Aufmachung der CD.
Wer denn einen SACD-Player besitzt, kann sich dann auch noch die SACD des Albums zulegen und das Ganze im 5.1 Sound genießen.
Also: In irgendeiner Form zugreifen und nicht zögern, denn wer das bei diesem Rock-Klassiker tut, hat schon verloren!
Der Erfolg ging dann gleich weiter mit dem Live-Klassiker
Made in Japan (25th Anniversary Edition) Live In Japan 1972, aber das ist eine eigene Story.