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4.0 von 5 Sternen
Übersetzung mit Schwächen, 28. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Macbeth: Zweisprachige Ausgabe (Taschenbuch)
Dem siegreichen Feldherrn Macbeth wird von drei Hexen geweissagt, er würde Than von Cawdor und König von Schottland, allerdings folgten ihm nicht seine Nachkommen auf den Thron, sondern die seines Gefährten Banquo. Macbeth aber ist ein loyaler Untertan seines Königs Duncan und er glaubt, daß der Than von Cawdor lebt, also nimmt er die Prophezeiung nicht sonderlich ernst. Doch Cawdor war ein Verräter, der mittlerweile hingerichtet wurde und König Duncan verleiht Macbeth tatsächlich dessen Titel. Nun beginnt in Macbeth der Gedanke zu gären, daß auch die zweite Prophezeiung sich bewahrheiten könne, da schon die erste sich so unerwartet erfüllt hat. Und Lady Macbeth -seine Frau- flüstert ihm ein, man könne das Eintreffen des Vorhergesagten doch wohl ein bißchen beschleunigen. Daraufhin ersticht Macbeth König Duncan im Schlaf und lenkt den Verdacht auf die Söhne des Königs. Da er nun sicher ist, daß auch Teil drei der Prophezeiung schneller eintreffen könnte, als ihm lieb ist, läßt er auch Banquo ermorden, doch dessen Sohn gelingt die Flucht. Im Verlauf der Handlung läßt Macbeth immer mehr Menschen wahllos niedermetzeln - auch Frauen und Kinder, bis er endlich von jemandem aufgehalten wird, der - laut eines anderen Orakels der Hexen- nicht von einem Weib geboren wurde.
Das ist ein spannender Plot, der mit aufregenden Dingen wie Geistererscheinungen, Hexen, Unwettern, Wahnsinnsanfällen und Schlachtengetöse angereichert ist und auch komische Passagen enthält. Außerdem stellt der Text die philosophische Frage nach der Herkunft des Bösen und es ist ein Text der reich an Symbolik ist.
Allerdings hat der moderne Leser mit dem Text so seine Schwierigkeiten, denn um sich Gedanken um Gut und Böse oder um symbolische Elemente machen zu können, muß man erst einmal den Inhalt verstanden haben. Obwohl "Macbeth" oft im Englischunterricht gelesen wird, wird ihm einfaches Schulenglisch bei weitem nicht gerecht und die immer noch weit verbreitete Schlegel-Tieck Übersetzung, muß man an den entscheidenden Stellen auch des öfteren lesen, um zu verstehen, was da eigentlich gesagt wird.
Die Übersetzung von Frank Günther ist einfacher zu lesen, da sie unserem heutigen Deutsch so nahe kommt, wie es die Übersetzung eines Shakespeare-Textes eben zuläßt. Allerdings hat sich der Übersetzer an manchen Stellen falsch entschieden, wenn es darum ging, ob es besser sei, die Lesbarkeit der originalgetreuen Übersetzung zu opfern, oder die Nähe zum Original der Lesbarkeit. So kommt es bisweilen zu sprachlichen Ausfällen, die dann doch lächerlich wirken. Auch ist mir die Übersetzung der Regieanweisung "aside", die häufig vorkommt, auf die Nerven gefallen. Günther übersetzt hier "apart". Das ist zwar formal richtig, klingt aber dennoch ausgesprochen affektiert, ein einfaches "zur Seite" oder "beiseite" hätte es auch getan.
Ich empfehle jedem in dieser zweisprachigen Ausgabe um des Verständnis willen zuerst die deutsche Übersetzung zu lesen. Wenn man verstanden hat, worum es geht, sollte man den englischen Text lesen und Shakespeare's Sprachklang, Versmaß und Rhythmus auf sich wirken lassen und wenn man zu denen gehört, die Lust an Sprache haben, kann man sich in der Bibliothek eine Ausgabe der Schlegel-Tieck Übersetzung ausleihen und sich am Klang der klassischen Übersetzung erfreuen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein Meisterwerk!, 14. September 1999
Von Ein Kunde
William Shakespeare zeigt in „Macbeth" (1606), auf dem historischen Hintergrund Schottlands im 10. Jahrhundert die zerstörerische Wirkung zügelloser Machtgier. Der tapfere, tatkräftige und angesehene Macbeth wird, angereizt durch Prophezeiungen, die ihm seine geheimsten Wünsche zu Bewusstsein bringen, von maßlosem Ehrgeiz ergriffen. Angestachelt von seiner Frau, tötet er den König, der sein Verwandter und sein Gast ist, und reißt den Thron an sich. Dieses Verbrechen führt zu einer Kette weiterer Untaten. Zu einem grausamen Tyrannen geworden, lässt Macbeth alle umbringen, die seiner Herrschsucht gefährlich werden könnten und schont dabei weder Frau noch Kinder, bis sich das gequälte Volk erhebt und sein Land von dem Zerstörer befreit. „Macbeth" kann das dramatisch geraffteste Stück Shakespeares genannt werden. Die Ereignisse der stark konzentrierten Handlung rollen mit bezwingender Folgerichtigkeit ab, jeder einzelne Charakter überzeugt in seiner Lebensnähe und Plastizität. Und die meisterhaft gezeichnete düstere Atmosphäre unterstreicht die Wirkung der Tragödie.
Realistische Widerspiegelung der Wirklichkeit, Charakterisierung, spannungsreiche Handlungsführung, Sprachgewalt und humanistischer Geist machen Shakespeare mit seinem Gesamtwerk zu einem der größten englischen Bühnendichter und zu einem der Weltliteratur! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Super Stück - Super für Schüler(innen) & Student(inn)en, 12. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Macbeth: Zweisprachige Ausgabe (Taschenbuch)
Ich muss sagen, ich kannte das Drama vorher (leider) nur vom Namen, und habe es mit dieser Ausgabe kennengelernt. Als Schüler bin ich sehr froh darüber, dass es diese Ausgabe gibt, denn sie erleichtert erheblich das Stück zu verstehen. Die Sprache, die Shakespeare verwendet ist nun wirklich schon einige Jahrhunderte alt und somit mit dem Schulenglisch (auch wenns ausm Abitur kommt) nur schwer zu entschlüsseln. Das Buch ist so aufgebaut, dass auf den linken Seiten das Original steht und auf den Rechten die deutsche Übersetzung. Und diese ist wirklich sehr gelungen! Bei Reimen im Original werden auch Reime im deutschen eingesetzt und diese sind sehr nah am Original gehalten. Unglaublich, dass so eine gute Übersetzung möglich ist. Also ich kann das Buch auf jeden Fall jedem empfehlen!
Schüler sollten nur daran denken, dass sie eventuell eine einsprachige Lektüre (für die Klausur) dazu kaufen müssten.
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