Es gibt weit mehr Gründe dieses Stück zu lesen, als nur um einen Klassiker gelesen zu haben.
Macbeth zeigt wie wohl kaum ein anderes Stück die Gefahr der Ambitionen.
Macbeth, getrieben von dem Ehrgeiz seiner Frau UND seinem Wunsch König zu werden, da ihm mitgeteilt wurde, dass dies seine Bestimmung wäre, bringt den König um. Von da an vollzieht sich die Wandlung von einem Helden zu einem Tyrannen. Dabei vermeidet Shakespeare es ihn oder seine Frau als Monster darzustellen. Immer bleiben sie Menschen, die "auf den falschen Weg gekommen sind", teilweise durch sog. Halbwahrheiten und Mehrdeutigkeiten verführt, wodurch die " Gefahr" der Wörter deutlich wird.
Nachdem Macbeth zum König getront wird, hat er keinen langen Moment, in dem er diese Errungenschaft genießen kann. Er wird gequält von seinem schlechten Gewissen und fühlt seine Macht bedroht. So ist er des Schlafes beraubt und begeht noch mehr morde, nur um sich ein Gefühl Sicherheit bekommen zu können. Lady Macbeth leidet so unter der Verfremdung von ihrem Mann und ihrer Tat, dass sie Geisteskrank wird.
Am Ende scheitert Macbeth auf Grund seiner übermäßigen Sicherheit, die auf Wörtern besteht, wodurch wieder die Doppeldeutigkeit der Wörter unterstrichen wird. Es bewahrheitet sich folgendes : "security is mortals chiefest enemy"
Weiter zeigt dieses Stück, dass die Erscheinung von Dingen und Menschen nicht dem Sein entsprechen muss, und einen dabei oft in die Irre führt:
"there is no art to find the mind´s construction in the face"
Fazit: Dieses Stück zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise die Natur des Menschen und ist ein spannendes Stück, mit tiefsinnigen Themen.
Doch ist Macbeth nicht so umwerfend gut wie Hamlet, daher : 4 1/2 sterne!