Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spektakulärer Theaterwahnsinn, 22. März 2007
So blutrünstig, mordlüstern und wahnsinnstreibend sind nur wenige Stücke von Shakespeare. Im gesamten Drama schwelt Gewalt und Machtgier, Vertrauen und Vertrauensbruch. Das ist alles ganz dicht gewebt, lässt einem kaum Luft zum Atmen. Doch trotz den ganzen brutalen Ereignissen gelingt es Shakespeare dennoch die Figuren bis ins Detail mit einmalig faszinierenden Charakteren zu versehen. Wirklich, ein absolutes Meisterwerk, das man nicht nur lesen sollte, weil man es für die Schule muss. Und vor allem: Man kann es immer und immer wieder zur Hand nehmen - ohne, dass es langweilig wird. "Macbeth" ist das kürzeste Bühnenstück von Shakespeare. Und damit beweist er einmal mehr, dass in der Kürze die Würze liegt.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Übersetzung mit Schwächen, 28. Juni 2003
Dem siegreichen Feldherrn Macbeth wird von drei Hexen geweissagt, er würde Than von Cawdor und König von Schottland, allerdings folgten ihm nicht seine Nachkommen auf den Thron, sondern die seines Gefährten Banquo. Macbeth aber ist ein loyaler Untertan seines Königs Duncan und er glaubt, daß der Than von Cawdor lebt, also nimmt er die Prophezeiung nicht sonderlich ernst. Doch Cawdor war ein Verräter, der mittlerweile hingerichtet wurde und König Duncan verleiht Macbeth tatsächlich dessen Titel. Nun beginnt in Macbeth der Gedanke zu gären, daß auch die zweite Prophezeiung sich bewahrheiten könne, da schon die erste sich so unerwartet erfüllt hat. Und Lady Macbeth -seine Frau- flüstert ihm ein, man könne das Eintreffen des Vorhergesagten doch wohl ein bißchen beschleunigen. Daraufhin ersticht Macbeth König Duncan im Schlaf und lenkt den Verdacht auf die Söhne des Königs. Da er nun sicher ist, daß auch Teil drei der Prophezeiung schneller eintreffen könnte, als ihm lieb ist, läßt er auch Banquo ermorden, doch dessen Sohn gelingt die Flucht. Im Verlauf der Handlung läßt Macbeth immer mehr Menschen wahllos niedermetzeln - auch Frauen und Kinder, bis er endlich von jemandem aufgehalten wird, der - laut eines anderen Orakels der Hexen- nicht von einem Weib geboren wurde.Das ist ein spannender Plot, der mit aufregenden Dingen wie Geistererscheinungen, Hexen, Unwettern, Wahnsinnsanfällen und Schlachtengetöse angereichert ist und auch komische Passagen enthält. Außerdem stellt der Text die philosophische Frage nach der Herkunft des Bösen und es ist ein Text der reich an Symbolik ist. Allerdings hat der moderne Leser mit dem Text so seine Schwierigkeiten, denn um sich Gedanken um Gut und Böse oder um symbolische Elemente machen zu können, muß man erst einmal den Inhalt verstanden haben. Obwohl "Macbeth" oft im Englischunterricht gelesen wird, wird ihm einfaches Schulenglisch bei weitem nicht gerecht und die immer noch weit verbreitete Schlegel-Tieck Übersetzung, muß man an den entscheidenden Stellen auch des öfteren lesen, um zu verstehen, was da eigentlich gesagt wird. Die Übersetzung von Frank Günther ist einfacher zu lesen, da sie unserem heutigen Deutsch so nahe kommt, wie es die Übersetzung eines Shakespeare-Textes eben zuläßt. Allerdings hat sich der Übersetzer an manchen Stellen falsch entschieden, wenn es darum ging, ob es besser sei, die Lesbarkeit der originalgetreuen Übersetzung zu opfern, oder die Nähe zum Original der Lesbarkeit. So kommt es bisweilen zu sprachlichen Ausfällen, die dann doch lächerlich wirken. Auch ist mir die Übersetzung der Regieanweisung "aside", die häufig vorkommt, auf die Nerven gefallen. Günther übersetzt hier "apart". Das ist zwar formal richtig, klingt aber dennoch ausgesprochen affektiert, ein einfaches "zur Seite" oder "beiseite" hätte es auch getan. Ich empfehle jedem in dieser zweisprachigen Ausgabe um des Verständnis willen zuerst die deutsche Übersetzung zu lesen. Wenn man verstanden hat, worum es geht, sollte man den englischen Text lesen und Shakespeare's Sprachklang, Versmaß und Rhythmus auf sich wirken lassen und wenn man zu denen gehört, die Lust an Sprache haben, kann man sich in der Bibliothek eine Ausgabe der Schlegel-Tieck Übersetzung ausleihen und sich am Klang der klassischen Übersetzung erfreuen.
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87 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aktueller Plot, 24. April 2003
Wer hätte es denn nicht gleich gemerkt, sei es, daß er es liest, oder als Schauspiel genießt, daß hier ein Stoff verarbeitet wurde, der es ins sich hat? Shakespeare hat es wieder einmal geschafft, durch psychologische Finten (Hexen)auf menschliche Probleme aufmerksam zu machen, die auch heute noch gelten. Und der Mord, weil es eben in den Kram passt und er (nach eben so erfolgreichem Krieg !) nunmehr aber abgleitet ins (überhöhte ?) "Ich" und sich gar nicht mehr kriegen kann vor lauter Hin und Her und als seine Frau, nachdem er ihr vertrauensvoll alles gebeichtet und seine Pläne ( bzw. die Sprüche der Hexen )ihr offenbart hatte, ihm auch noch "Mut" macht, der Mord also sein Ziel ist, seine Tat und dann sein Verderben. Und d a s ist dann auch die Moral des Autors: der Wahnsinn der Lady Macbeth und das Verderben des Protagonisten selbst am Schluss der Handlung. Spricht hier angelsächsischer Geist zu uns? Erkennen wir hier etwa in allem (und das ist nicht wenig!) nicht den "edlen" Mut heute noch geltenden Angreifersinns, des Eroberns um seiner selbst willen, des "Schiffekaperns" im wahrsten Sinne des Wortes? Und alles verschlüsselt, doch allen verständlich durch angebliche Verhexung, sprich Selbstsuggestion in Form eines eisernen Willens? Ach, wohin ginge Europa, wenn das alles stimmig wäre und es ist doch auch so aktuell im derzeitigen Beistehen angelsächsischen Mutes (normannischen Blutes!)in friedvoller Absicht (natürlich) anlässlich eines unbedingt zu führenden Krieges nahöstlich, während dieser doch so überflüssig gewesen wäre wie ein etwaiger Kropf. Ja, so sind sie, die Engländer und das oder ähnliches singt man ja auch, meine ich zu wissen, in einer Oper von Mozart schon,in der "Entführung aus dem Serail". Aber das ist eine andere Baustelle. Macbeth und seine Lady jedoch sollten uns schon etwas mehr zu denken geben, meine ich.
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