Ich habe keine Vorerfahrung mit Dragon Voice und kann deshalb nur von meinem Einstieg mit dieser Software berichten. Geliefert werden zwei DVD, ein USB-Stick, der die Bluetoothverbindung mit dem Headset herstellt und das Headset selbst. Letzteres wird über ein USB-Kabel geladen. Gerade bei den ersten Schritten fällt zunächst negativ auf, dass die Einbindung des Bluetooth-Headset (anders als die des USB.-Mikro) weder im Handbuch, noch im Hilfetext beschrieben wird. Für den saftigen Aufpreis hätte man wenigstens einen Beipackzettel beilegen können. Meine praktische Empfehlung: Erst den Knopf auf dem USB-Stick betätigen, dann den kleinen Seitenhebel auf dem Headset betätigen, dann wird die Verbindung zwischen beiden Geräten hergestellt. Die Software ist meines Erachtens in dieser Konfiguration auch noch nicht ganz stabil; gerade bei der Betätigung des Wortschatz-Editors kam es bei mir mehrmals zu Abstürzen, bei denen aber aufgrund der zeitnahen Sicherungsspeicherung durch das Programm kein Text verloren ging. Auch beeinträchtigen die Abstürze nicht das Arbeitsgefühl selbst.
Bei der Inbetriebnahme muss der Benutzer einen Text vom Bildschirm ablesen, wobei das Programm signalisiert, ob die Sprachsignale verstanden bzw. dem geschriebenen Wort zugeordnet werden konnten. Zwei weitere Texte kann der Benutzer optional einlesen, was ich sicherheitshalber getan habe. Der eigentliche Lernprozess findet jedoch an praktischen Texten statt und kann sinnvoller Weise nur in dem eigenen Editor des Programms selbst vollzogen werden. Aus diesem lassen sich die Texte leicht als RTF-Dateien exportieren; eine Einbindung in Word und andere Textverarbeitungsprogramme ist technisch leicht möglich (allerdings funktionieren während der Einbindung von MacSpeech nicht alle selbst gefertigten Makros in Word, nach dem Beenden von MacSpeech sind sie wieder vorhanden). Gerade in der Lernphase ist der Editor jedoch überlegen, weil man die Korrekturen in einem Texterkennungsfenster eingibt, über das das Programm ständig dazu lernt.
Nach den Rezensionen auf der Parallelseite zur USB-Version hatte ich mich auf einiges gefasst gemacht und war positiv überrascht und begeistert. Der vom Programm verwaltete Wortschatz ist sehr groß. Kompliziertere Begriffe, Fachwörter aus der Volkswirtschaftslehre oder der Rechtswissenschaft (Leistungskondiktion) sind bekannt; auch ist die Trefferquote gleich zu Beginn sehr hoch. Nicht alles verlief reibungslos (O und U wurden häufiger einmal verwechselt), aber das Programm lernt schnell. Nach einem Arbeitstag, den ich konsequent mit MacSpeech verbracht habe, kann ich das Programm ohne Tastatur bedienen und arbeite deutlich schneller als mit der Tastatur, obwohl ich sehr schnell mit 10 Fingern tippe. Mit anderen Worten: Es handelt sich nicht um ein Kinderspielzeug, sondern ein brauchbares Arbeitsinstrument, dass eine wichtige Lücke in der Mac-Welt schließt.
Ich kann das Programm empfehlen.