Die hervorragenden Testergebnisse im Web bewogen mich, den Sprung vom Core2Duo E8400 auf einem MSI P35-Neo2 FIR zum i7-2600K auf dem vorliegenden Board zu wagen, um für künftige Anforderungen gerüstet zu sein.
Insbesondre das Live Update machte es bisher den Nutzern leicht, die jeweils neuesten BIOS- und Treiberversionen automatisch zu erhalten, und hielt mich nach einem frustranen Abstecher zu ASUS bei der MSI- Stange.
Board, RAM, CPU und Alpenföhn Matterhorn kamen in gewohnter Amazon- Geschwindigkeit nach 2 Tagen an. Wie von MSI gewohnt liegen 4 SATA3- Kabel, eine USB- 3.0- Blende mit internem USB- 3.0- Anschluß sowie Stecker für das einfache Adaptieren der Frontanschlüsse bei.
Der Aufbau gestaltete sich, vom Lüfter abgesehen, problemlos. Dann fingen aber die Schwierigkeiten an:
- Die SATA- Anschlüsse sind zwar grafikkartenfreundlich nach vorn herausgezogen. Bei eingebautem Board wird das nachträgliche Anstecken von sperrigen SATA- Kabeln aber zur Tortur, da kaum noch Platz zu den Laufwerksschächten vorhanden ist.
Wer keine entnehmbaren Laufwerksschächte hat, muß jedesmal die Grafikkarte ausbauen, um an die SATA- Anschlüsse heranzukommen.
- eSATA ist zwar angeblich vorhanden, schafft mit dem JMicron- Controller bei einer SATA3- SSD aber grade mal 120 MB/s Transferrate (HDtune). Nach Upgrade auf den neuesten JMicron- eSATA- Treiber 1.17.63 sank diese Rate sogar auf unter 100 MB/s! Mit meinem alten Motherboard erreichte ich an eSATA 230 MB/s (bei einem SATA2- Board).
Dabei ist es wurscht, ob man den Controler im BIOS auf RAID oder AHCI stellt. Der MSAHCI- Treiber zum korrekten Betrieb der externen SSD ist mit keiner Einstellung zu erreichen (DriveControlerInfo).
Wer Wert auf schnelle, kleine und stromsparende SSD- Wechselplatten an eSATA legt, kann dieses Board also derzeit vergessen. Immerhin ist der eSATA- Anschluß nach dem "Upgrade" gelegentlich hotplugging- freundlich. Leider nicht immer.
- Das mausbedienbare BIOS ist, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig.
Am unangenehmsten fällt auf, daß beim Einstellen der Bootreihenfolge sich teilweise die Einstellungen andrer SATA- Anschlüsse komplett ändern.
Habe ich beispielsweise eben noch als primary boot einen USB- DVD- Brenner eingestellt (IDE- Laufwerke kann man ja inzwischen wegwerfen, da keine Anschlüsse auf dem Board vorhanden sind- das scheint aber allgemeiner Trend zu sein), erscheint beim Durchschalten von secondary boot zwar meine 64GB- System- SSD, dafür steht unter primary nun plötzlich ein USB- Stick. Ein übles Gefummel, das einem da zugemutet wird, und in keiner Weise nachvollziehbar.
- Wegen der geschilderten Probleme mit dem BIOS hatte ich die Schnapsidee, die via Live Update 5 gezogne neueste Version 1.14 (Build 20110713, Download- Name MS-7681.exe) zu flashen.
Dies ging unter Windows 7 Ultimate x64 zwar problemlos, nach dem Neustart ließ sich das BIOS aber nicht aufrufen, so daß mir gleich das frisch aufgesetzte Betriebssystem zerschossen wurde.
Ursachen waren vermutlich
-- Man kann nach dem Neustart ENTF drücken, bis der Daumen abfällt, das BIOS- Setup erscheint erst beim nächsten Neustart. Daher wird Windows im IDE- Modus gestartet, und die Bootreihenfolge ist vollkommen willkürlich, was die Betriebssystem- SSD offenbar mit Datenverlust quittiert.
-- Die Maus läßt sich mit der neuen BIOS- Version nur noch vertikal bewegen.
-- Bestimmte USB- Anschlüsse an der Rückseite (z.B. ein angestecktes USB- Laufwerk) wirken sich offenbar hemmend auf die Tastaturbedienbarkeit des BIOS aus, so daß es Ewigkeiten dauert, bis die gewünschten Einstellungen getroffen sind. Man sollte lieber dreimal hinschauen, bevor man mit F10 die Einstellungen speichert.
-- und schlußendlich tut sich beim eSATA- Controler gar nichts hinsichtlich der Transferraten. Dieser JMicron- Controler ist einfach nur Schrott, wie ich (leider zu spät) in vielen Foren nachlesen konnte.
Zum Glück hatte ich unmittelbar vor dem System- Crash mit der exzellenten Freeware EaseUS ToDo Backup Free 3.5 ein Image gezogen, so daß die Wiederherstellung der SSD nach erfolglosen Windows- Starthilfebemühungen kein Problem war.
Ich überlege ernsthaft, das Board zu retournieren, allerdings kriegt man so gut wie nirgendwo brauchbare Infos, wie eSATA bei andren Boards angesteuert wird. Ich möchte meine 230 MB/s wieder!
Falls sich jemand fragt, warum ich so auf eSATA herumreite: ich benutze eine Crucial C300 256 GB SATA3- SSD als Wechselplatte zwischen Hauptrechner und Laptop, um mir die ewige Doppelinstalliererei zu sparen.
Was das angeht, ist dieses Board, abgesehen vom BIOS und nervigen Startanzeigen, leider eine Fehlanzeige. Bin für Tipps zu Boards dankbar, die mehr als 2 echte und unabhängige SATA3- Anschlüsse und vor allem echtes eSATA3 bieten.
3 Sterne für die sonstigen Eigenschaften und das Zubehör. Leider bin ich kein Overclocker, sondern suchte ein halbwegs preiswertes stabiles Board.