Vorteile:
- Sehr viel Speicherplatz fürs Geld, attraktive Preisgestaltung
- Durch SD-Karten-Slot erweiterbar
- Akku wechselbar
- Meldet sich auf Wunsch als USB-Wechseldatenträger an: Voller Zugriff auf die gesamte Dateisystemstruktur
- Installation alternativer Firmwares (insbesondere Rockbox) möglich (Einsteigern jedoch nicht zu empfehlen)
- Preis in Deutschland nicht höher als in den USA! (Vgl. mit iPod..), d.h. vermutlich geringere Gewinnspanne für den Hersteller -> man bekommt mehr fürs Geld als bei Apple
Nachteile:
- Das Drehrad sieht etwas verschleißanfällig aus
- Bootzeit verbesserungsbedürftig (ca. 10 Sekunden)
- Oberfläche anfällig für Fingerabdrücke
- Reset (bei Absturz) nur durch Abschrauben der Rückenklappe möglich
- Navigation nicht durch die Verzeichnisstruktur möglich, nur über ID3-Tags
- Die Knöpfe neben dem Drehrad sind etwas ungünstig positioniert
- Lautstärkeregelung könnte etwas feiner abgestuft sein
Das Attraktivste an dem Sansa e280 (neben natürlich seinem Preis) ist für ambitionierte Bastler die Tatsache, dass darauf die Installation der alternativen Firmware Rockbox möglich ist. Diese ist fast beliebig erweiterbar und anpassbar: Sogar Doom kann auf dem Player gespielt werden. Insbesondere unterstützt Rockbox auf dem Sansa die Installation von Micro-HCSD-Karten, d.h. microSD-Karten mit über 2 GB Kapazität. Der Sansa könnte mit Rockbox also theoretisch um bis zu 32 GB Speicher erweitert werden, was interessant werden könnte, wenn die Flashpreise weiter so schnell fallen wie bisher. Netterweise hält Sandisk die Sansa-Plattform weitgehend offen und hat die Rockbox-Entwickler sogar bereits aktiv unterstützt. Davon könnte sich Apple eine Schreibe abschneiden, die ihren Player soweit wie möglich "vernageln". Computer-Einsteigern sei jedoch ausdrücklich davon abgeraten, Rockbox zu installieren: Sie verlieren nicht nur die Garantie, es besteht auch die Möglichkeit, dass der Player nach einer fehlgeschlagenen Installation nicht mehr erkannt wird. Es gibt dann zwar immer noch Möglichkeiten, die Original-Firmware zu restaurieren (den Player unwiderruflich zu zerstören, ist fast unmöglich), Stress können solche Experimente aber in jedem Fall verursachen.
Die von Sandisk vorinstallierte Betriebssoftware ist nichts Besonderes, dürfte aber die meisten Ansprüche erfüllen. Cover zeigt sie an, vermag aber nicht darüber zu navigieren. Wer den Sansa mit Musik betanken möchte, braucht dazu nichtmal die beigelegte Software zu verwenden: Einfach die Musik in das (versteckte) Verzeichnis "MUSIC" auf dem Player kopieren. Nach dem Abstöpseln löst der Sansa einen Reset aus und aktualisiert beim Booten die Musikdatenbank. Es ist ohne Probleme möglich, auf den Player kopierte Musikstücke auf dem gleichen Weg wieder herunterzukopieren, was man ja leider in den heutigen DRM-verseuchten Zeiten nicht mehr als selbstverständlich voraussetzen kann.
Die Navigation erfolgt ausschließlich über ID3-Tags, wahlweise nach Liedern, Alben, Interpreten oder Genres. Das kann nerven, wenn man die Navigation über eine Verzeichnisstruktur gewohnt ist. Ich habe es zum Anlass genommen, mit Hilfe des Freeware-Tools MediaMonkey endlich alle ID3-Tags meiner MP3-Sammlung auf Vordermann zu bringen - MediaMonkey kann das netterweise fast automatisch, indem es sich aus dem Amazon-Katalog bedient. Wenn die Musiksammlung ordentlich getaggt ist, funktioniert diese Form der Navigation aber recht gut.
Etwas störend ist, dass erst vier sehr filigrane Schrauben an der Rückseite entfernt werden müssen, bevor der Akku ausgetauscht werden kann. Dafür benötigt man einen passenden Schraubenzieher, den nur wenige bereits besitzen dürften. Nach einem Absturz (der mir mit der Sandisk-Firmware bislang noch nicht passiert ist) ist die einzige Möglichkeit, einen Reset auszulösen, diese Klappe abzuschrauben und den Akku herauszunehmen.
Die kleinste einstellbare Lautstärke könnte für sehr empfindliche Ohren in leisen Umgebungen immer noch zu laut klingen. In diesem Fall ist folgender Workaround zu empfehlen: Einfach im Equalizer alle Frequenzen auf -12 (minimale Reglerstellungen) stellen. Wer nicht gerade in seiner Umgebung durch Hellhörigkeit auffällt, dürfte aber wenig Probleme damit haben.
Fazit: Ein preisgünstiger Player zu einem attraktiven Preis, dessen einzige nicht behebbare Schwächen in dem schwer zugänglichen Akkufach und dem etwas klapprigen Scrollrad bestehen. Wem Sandisks Software nicht gefällt, der kann sich Rockbox installieren und dann sogar eigene Anwendungen für den Sansa schreiben - vorausgesetzt, er kann mit dem Garantieverlust leben und kennt sich gut genug aus, um etwaige auftretende Probleme selbst beheben zu können. Meinen Ansprüchen genügte aber bislang die Original-Firmware.
Wer den größten Coolness-Faktor sucht, ist wohl immer noch mit dem doppelt so teuren iPod und seiner etwas intuitiveren Bedienung sowie dem edleren Design besser bedient - aber es war eben schon immer etwas teurer, cool zu sein. (Und was ist schon noch cooler, als Doom auf dem MP3-Player zu spielen? ;-)