Mark Lehmstedt hat vor zwei Jahren mit
Die geheime Geschichte der Digedags: Die Publikations- und Zensurgeschichte des "Mosaik" von Hannes Hegen die bisher umfassendste und tiefgründigste Analyse des legendären "Mosaiks" vorgelegt. Nunmehr erschien in seinem Verlag eine jedenfalls von mir lange ersehnte Ergänzung: Das
MOSAIK-Handbuch listet akribisch sämtliche Digedags-Mosaiks einschließlich der ausländischen Ausgaben und alle vor und nach der Wende erschienenen Sammelbände mit farbigem Cover auf, geht auf die zeitweiligen Beilagen ("Steinchen an Steinchen") ein, auf die nach der Wende in diversen Tageszeitungen erschienenen Mosaik-Strips und die mittlerweile recht umfangreiche Sekundärliteratur zu den Digedags. Zwar hat sich Mark Lehmstedt in seinem Werk bereits mit den ausländischen Ausgaben - von Österreich über Finnland bis zu Ungarn und Jugoslawien - beschäftigt. Im "Handbuch" aber findet man noch einmal etwas detaillierter und konzentrierter Angaben zu Vertriebspartnern, Bezugspreisen, Auflagenhöhen und den verwendeten Papiersorten. Daneben bietet der Katalog unter anderem biografische Angaben zu Hannes Hegen und den weiteren Mosaik-Mitarbeitern, eine Schilderung des Entstehungsprozesses eines "Mosaiks", das höchst subjektive Interview Hegens für die Wochenzeitung "Das Blatt" vom 13. März 1990 sowie - in meinen Augen etwas entbehrlicher, für Hardcore-Fans aber sicher eine schöne Ergänzung - eine Auflistung sämtlicher Ritterregeln des berühmten Ritter Runkel (etwa "Wenn's nicht geht, wie man will, muss man's tun, wie man kann!").
Kurz und gut: Für all jene, die den Digedags schon zu DDR-Zeiten begegnet und der einzigartigen Faszination der "alten" Mosaiks erlegen sind, ist das Buch im Grunde ein Muss. Es macht einfach Spaß, diesen Prachtband durchzublättern und die Cover der einzelnen Hefte auf sich wirken zu lassen. Sammler können anhand des Kataloges mühelos nachvollziehen, welche Hefte oder Bücher ihnen noch fehlen. "Neueinsteiger" schließlich, die schon das eine oder andere Mosaik-Heft kennengelernt haben, finden hier die Gelegenheit, die Welt der Digedags in ihrer Gesamtheit kennenzulernen und so weitere Zukäufe zu planen.
Während mich das Buch selbst begeistert, bin ich mir hinsichtlich des Covers noch etwas unschlüssig. Einerseits erscheint mir die Abbildung ein wenig blässlich und nicht unbedingt ansprechend und die Zahl der abgebildeten Figuren zu groß, zumal sie bis auf die - die "Mosaik"-Fahne tragenden Digedags - keinerlei (prägende) Bedeutung für die Hefte haben. Andererseits passt vielleicht das Zurückgenommen-Blässliche besser zu dem insgesamt edel wirkenden, durchaus "gewichtigen" Katalog als eines der farbenprächtigen Mosaik-Cover. Letztlich bleibt das natürlich Geschmackssache, wobei das Gesamturteil so oder so eindeutig ausfällt: Ein weiteres kleines Meisterwerk aus dem Hause Lehmstedt.