wär`schon passender..
Das Merian-Heft nehme ich eigentlich eher selten zur Hand, es erinnert mich immer an Besuche beim Arzt als Kind im Wartezimmer, wenn's mal wieder etwas gedauert hat und die ganzen GEO-Hefte schon ausgelesen waren- Landschaften und Sonnenuntergänge.
Den Oldenburg-Merian musste ich mir, als alter Exil-Oldenburger, aber doch anschaffen, zumal es doch da diesen Miniskandal gab, mit den Südoldenburger Bauern und ihren angeblichen Geschäftsgewohnheiten..eigentlich eine harmlose und im Ton eher freundschaftlich gemeinte Story, ich habs grad noch mal nachgelesen.
Ja, das Heft ist insgesamt nicht herausragend spannend. Hier werden keine neuen Kapitel aufgeschlagen oder andere Blickwinkel ermöglicht. Hier lebt die Stadt auch mehr vom drumherum. - Infohäppchen zum Thema Grünkohl oder was das wohl für eine Figur am Staugraben ist, mit den Stelzen, geben den Auftakt. Die Fotostrecken mit den nie ganz unerwarteten typischen Impressionen, viel Dangast natürlich, die repräsentative Künstlerkolonie, Bummel durch Deutschlands älteste Fußgängerzone, natürlich Klassizismus und ein Exkurs über die Durchleuchtung von alten Meistern an der Fachhochschule..-dann gehts auf ins Grüne zu den Azaleen und Rhododendren des Ammerlands, Delmenhorst und Wilhelmshaven werden kurz gestreift in ziemlich zahmen Berichten. Andere recht kurze Berichte beschäftigen sich mit Großsteingräbern und der Pferdezucht. Im hinteren Drittel gibt es noch einmal kompakt die Sehenswürdigkeiten, Essen und Trinken, Übernachtung, Geschichte in einer durchaus praktischen Übersicht plus Karte des Oldeburger Landes.
Die Reportagen sind fast alle recht kurz und eher eine Urlaubsnebenbei-Lektüre, wenn man mal oben an der Küste ist.
Delmenhorst und Wilhelmshaven kommen auch vor, die Stadt Oldenburg wirkt selbst ziemlich blass und muss sich halt, zumindest im Heft, durch das Umland aufwerten (die Ecke WHV gehört ja seit 1859 überhaupt nicht mehr dazu) Kurios ist, dass, z.B. beim Bild vom alten Rathaus, sichtbar ein paar Leute hereingeschnitten wurden, nicht nur da..(das geht doch heute besser). Sicher auch eine Zielgruppenfrage, aber studentisches Leben, Jugendkultur fehlt komplett, die Uni z.B. oder das Alhambra..naja sowas halt. So ist es eben ein gemütliches Heft für Leute, die gerne in Oma-Cafes gehen und lange Spaziergänge machen, Edelkugelschreiber und Pelzmützen kaufen (muss auch mal sein).