Das Merianheft Ligurien ist eine schöne Strandlektüre, in der man sich über diesen wunderschönen italienischen Landstrich informieren kann. Einen Reiseführer kann die Zeitschrift klarerweise nicht ersetzen, das will sie aber auch gar nicht.
Man kann die schön bebilderten Artikel quer lesen - je nachdem, was einen interessiert.
Gut an den Merian-Heften finde ich, dass oft bekannte Autoren Beiträge verfassen. Hier z.B. Hanns-Josef Ortheil ("Schön in der Schwebe - Von Ventimiglia nach La Spezia") oder der (in Deutschland leider nicht so bekannte) ligurische Schriftsteller Maurizio Maggiani ("Am Strand der Kindheit"). Ein wunderschöner Text voller Poesie.
Man kann über allerlei lesen - vom Winter in Ligurien, wenn's ruhig wird an der sonst meist überlaufenen Riviera, über das Festival von San Remo bis hin zum umwerfend schönen und verschlafenen ligurischen Hinterland. Der Leser lernt etwas über Olivenöl ("Dino Abbo, der Mann, der das beste Olivenöl Liguriens produziert, verrät sein Geheimnis") und über die Wale vor der ligurischen Küste.
Die Cinque Terre sind ebenso Thema (dieser Artikel ist stellenweise etwas veraltet - mittlerweile hat sich dort schon einiges getan) wie Genua ("Seltsame Schönheit. Keine Stadt Italiens wird so verkannt wie Genua"). Dem Heft liegt auch ein kleiner Genua-Cityplan bei.
Ansonsten geht es noch um den Architekten Renzo Piano, der wie Kolumbus aus Genua kommt und den Maler Anthonis van Dyck, der in Genua seine schönsten Porträts malte.
Diese und viele weitere Themen machen aus dem Heft eine abwechslungsreiche Lektüre. Die Bilder sind qualitativ hochwertig.
Fazit: Ein schönes und informatives Heft, das stellenweise etwas veraltet ist (u.a. DM-Preise! u.ä.). Tolle Bilder und interessante Texte. Ideal für den Strand oder zum "Zwischendurchlesen".