Meine Melitta No64 hat genau am 24.12., 12.00h ihr Leben ausgehaucht. Beim Versuch einen Kaffee zuzubereiten knackte es im Innern und das Getränk landete nicht in der Tasse sondern im Gerät.
Hier hat wohl die überwiegend aus Plastik bestehende Mechanik ihren Geist aufgegeben - und zwar endgültig da sich die Brühgruppe nicht (auch mit Gewalt nicht) entnehmen lässt um den Schaden genauer zu begutachten.
Ich trauere dem Gerät aber nicht im geringsten nach, da ein nunmehr vierjähriger Leidensweg endlich sein Ende findet:
Etwa 1,5 Jahre nach dem Kauf trat der erste mechanische Defekt auf, die Maschine wurde kostenlos eingeschickt und gegen eine neue ausgetauscht die nun nicht mehr repariert wird da dies unter Kostengesichtspunkten nicht sinnvoll erscheint.
Während der gesamten Nutzungszeit traten immer wieder nervige Probleme auf:
- Softwarefehler, der beim Bezug einer doppelten Kaffeeportion zum Abschalten führte (mit dem 2. Gerät behoben)
- Der Wasserbehälter läuft aus, hier ist wohl die Verbindung zwischen Behälter und Gerät nicht Ok. Dies hat mir ein Küchenregal total runiniert.
- Man kann den Füllstand des Wasserbehälters trotz Sichtfensters vorne nicht erkennen da das Innere komplett schwarz ist. Man könnte mit der Taschenlampe reinleuchten falls zur Hand.
- Die Maschine erkennt den Füllstand des Wasserbehälters auch nicht. Sie pumpt bei Wassermangel einfach stumpf weiter und dies mit teilweiser erheblicher Geräuschentwicklung. Nach dem Wiederauffüllen des Behälters ist dann immer so viel Luft im System daß das frische Wasser nicht angezogen wird, was wiederum zu langem geräuschvollen pumpen führt.
- Die Brühgruppe verklemmt sich gerne, insbesondere dann wenn der Tresterbehälter voll ist. Die Maschine schaltet sich dannn mit blinkenden Leuchten ab. Der gerade zuzubereitende Kaffee ist dann natürlich im Eimer.
- Wie hoch die mechanische Last auf den Bauteilen ist läßt sich daran erkennen daß mit eines Tages beim reinigen der Brühgruppe ein gebrochener(!) Sprengring entgegenfiel.
Es stecken in dieser suboptimalen Apparatur aber auch einige Konzepte, die mir gut gefallen haben (wenn sie denn besser implementiert wären):
- Zweiteiliges Bohnenfach mit der Möglichkeit auch Kaffeemehl zu benutzen
- Alle abnehmenbaren Teile lassen sich in der Spülmaschine reinigen
- Intuitive Bedienung durch die beiden Drehknöpfe und "Start" Knopf
- Guter Milchquirl (auch Spülmaschinenfest)
- Nach vorne abnehmbarer Wassertank (gut bei darüber befindlichen Hängeschränken)
- Mahlwerk ist gut zugänglich (gut bei Fremdkörpern und zur Reinigung)
Insgesamt denke ich, daß die beschriebenen Probleme nicht nur spezifisch für diese Maschine sondern für Kaffeevollautomaten allgemein typisch sind. Es ist vermutlich nicht möglich ein Gerät zu einem bezahlbaren Preis zu bauen das den hohen mechanischen Anforderungen wie sie das mahlen, pressen, aufbrühen und entsorgen des Kaffees erfordern standhält und dabei minimale Wartungs- und Reinigungsaufwende erfordert.
Das Nachfolgegerät wird auf jeden Fall kein Vollautomat mehr sein, sondern etwas das mir morgens zuverlässig eine Tasse Kaffee möglichst aufwandsfrei zubereitet. Vielleicht lande ich dabei bei Instantkaffee...