Klar - äußerlich scheint ein Marco Polo - Reiseführer aus wie alle anderen: (Gerade noch) Taschenformat, eine eingelegte Karte (praktischerweise in einer Plastik-Tasche, das dürfte die Lebenserwartung der Karte deutlich erhöhen) und zusätzlich den sehr praktischen City-Atlas. Und natürlich gibt es die bekannten Rubriken, die bei der Planung helfen und unzählige Anregungen bieten: "Insider-Tipps", "Best of...", "Im Trend", "Sehenswertes", "Essen & Trinken", "Einkaufen", "Am Abend", "Übernachten", "Stadtspaziergänge", "Mit Kindern unterwegs", "Events" und "Praktische Hinweise".
Schön auch die Gästetipps "Ich war schon da" und das "Bloß nicht!" [1], dessen Beherzigung man insbesondere Besuchern aus den West-Ländern wärmstens empfehlen kann.
Das Besondere gerade dieses Führers kommt von der Appetit-machenden Atmosphäre. Einmal finden sich viele Tipps, die selbst mir nach vier Jahrzehnten Dresden-Besuchen noch relativ neu waren. Das gibt dem Führer eine Frische, die dem verwandelten Image der Stadt gerecht wird.
Vor allem aber begeistern uns die Fotos, die einfach Lust auf die Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele, besonderen Ecken und - natürlich - die Restaurants und Kneipen machen. Leider standen für "Essen & Trinken" nur 8 Seiten zur Verfügung - dafür finden sich bei den Beschreibungen vor Ort noch zusätzliche Hinweise auf Gastronomie. Wer wie wir gerne noch etwas mehr für den Genuss tut, sei darauf hingewiesen, dass es zu Dresden einen eigenen "Macellino Restaurant Report" gibt.
Angemessene 16 Seiten sind der "Sächsischen Schweiz" gewidmet, die insbesondere für Wanderfreunde und Kletterer immer einen Besuch wert ist - wer sich intensiver umschauen will, findet in dem neuen Sächsische Schweiz Elbsandsteingebirge Wanderführer weiterführende und detailliertere Beschreibungen.
Schön, dass Umwelt-Überlegungen immer wieder Raum finden, vom Bio-Friseur bis zum sehr, sehr guten Tipp, mit der S-Bahn in die Sächsische Schweiz zu fahren - die Staugefahr ist unvergleichlich geringer.
Man merkt dem kleinen Marco Polo vorne und hinten (aber auch dazwischen...) an, dass die "erst" vor 30 Jahren zugezogene Autorin Angela Stuhrberg Dresden vorzüglich kennt und liebt. Vor allem aber, dass sie die Schönheit ihrer Stadt - weit über das klassische Pflichtprogramm hinaus - gerne auch neuen Besuchern nahebringen möchte.
Bleibt noch aufzuklären, was es mit der Überschrift auf sich hat: Im KIF (Kino in der Fabrik) findet sonntäglich der Brunch "Frühstück bei Kiffany's" statt. Die Besonderheit: Besucher bringen selbst ihren Beitrag zum Büffet mit.
jury 5* A0898 27.2.2012eg ABR 45.901
[1] Diese Rubrik findet sich nicht, wie im Inhalt angegeben, auf Seite 163, sonderen auf Seite 152.