der im Frühjahr des selben Jahres spielt: Eine in der Textilbranche tätige Unternehmerin wird ermordet in der Badewanne aufgefunden, die Polizei findet kaum Anhaltspunkte für die Aufklärung und sucht nach einem "Mann im Schatten".
Die Tage der Handlung werden anhand von Titelblättern österreichischer Zeitungen angegeben. "Gagarin sah die Erde" ist die Schlagzeile der Wiener Zeitung vom 14.April 1961.
Der Film lebt von einer raffinierten Handlung, dem Wiener Lokal-Kolorit und vor allem von der Präsenz Helmut Qualtingers, der den grantigen Oberpolizeirat Dr.Radosch mit Hornbrille, schmalem Oberlippenbart und gar nicht so goldenem Wiener Herz spielt. Dieser verblüfft sein Umfeld mit eigenwilligen Arbeitsmethoden und zynischen Kommentaren (Polizist: Gar nicht dumm der Mörder, was? Radosch: Sie dürfen nicht annehmen, dass sich alle Verbrecher ihrem Niveau anpassen.) - Radosch ist damit Vorläufer von oder mehr noch Vorbild für Major Kottan.
Gerade wegen dieser Bissigkeit kann man dem Film nachsehen, dass er sich teilweise recht unreflektiert in Österreich/Wien-Klischees bewegt (Kommissar aus Düsseldorf: Gibt es bei den Ermittlungen schon eine Richtung in die wir vorwärts marschieren können? Radosch: Marschiert wird bei uns schon lange nicht mehr - und schon gar nicht nach vorwärts).
Es ist jedenfalls erfreulich, dass dieser kaum gezeigte Film aus den Archiven geholt und mit dieser DVD allgemein zugänglich gemacht wurde.