Die im (übrigens immer noch weitgehend vom Feminismus besetzten - warum eigentlich?) Bereich der Gender Studies entstehende Literatur ist nicht selten einigermaßen - nun ja, freudlos. Was schon deswegen schade ist, weil dieser Bereich zu aufregenden Denkspielereien nicht nur einlädt, sondern geradezu herausfordert.
Das hier vorliegende Buch aus dem Bertz und Fischer Verlag ist da gottseidank ganz anders: Schon die Prämisse ist ja durchaus vielversprechend, da es wohl gerade das Medium Film ist, das seit mehr als einem Jahrhundert entscheidend in unsere Wahrnehmung der Welt und somit auch unserer selbst (also: unserer Identität) eingreift. Somit scheint es im Grunde geradezu absurd, eines der beiden Themen ohne das andere diskutieren zu wollen.
Im Buch kommen nun Autoren aus verschiedensten Fachbereichen zu Wort, die ihre unterschiedlichen Perspektiven an das weite Feld dieses Themas herantragen: Psychoanalyse, Kommunikations- und Filmwissenschaft, Soziologie und Literaturwissenschaft sind vertreten. Wenngleich selbstverständlich nicht alle Texte von gleichbleibend hoher Qualität sind, so ist letztlich doch sicher: Nach der Lektüre des Buches ist man um einige kluge Gedanken reicher.