Neben dem 91er "Word of Mouth" ist dies hier der zweite Reinfall der Jungs um Mike Rutherford.
Das Vorgängeralbum "Beggar on a Beach of Gold" (1995) bot noch eine recht ausgewogene Mischung aus moderner Produktion, Keyboardsounds, Athmosphäre und etwas passabler Gitarrenarbeit.
1. Am (schlechten) Beispiel dieses Albums sieht man, dass soundmäßig und produktionstechnisch sogar bei den Mechanikern, die ja immer technikbewusst waren, noch einiges glatter, steriler, pseudo-moderner gemacht werden kann. Das ganze klingt zwar kristall-klar, jedoch einfach lieb- und leblos.
2. Musikalisch handelt es sich um eine Ansammlung von Titeln, von denen man jeden als Song hätte auskoppeln können.
- Super-simple Melodien;
- absolut vorhersehbare Strukturen und
- ALLE Songs sind zwischen ca. 3,5 und 4,5 Minuten lang !!!
Das reinste Radio-Songformat, in die Kategorie "Over my Shoulder" vom Vorgängeralbum einzuordnen.
3. Spieltechnisch driftet man in total belangloses Gitarrengeschrummel, ganz passend zu den maximal simplifizierten Melodien. Die ehemals athmosphärischen Keyboards werden jetzt nur noch bei den Refrains eingesetzt.
Liegt es an der zunehmenden Autorenschaft, also dem Einfluß von Carrack, welcher hier auch nahezu alle Instrumente spielt?? Etwa das Stück "Asking (For the Last Time)" hätte so ähnlich auch auf einem der Soloalben dieses Herren ganz problemlos draufgepasst.
Oder liegt es daran, dass die Jungs tatsächlich glauben, damit wieder "ganz oben" zu landen?!?! Wenn sie ca. 35 Jahre jünger wären und das ganze mit peppigen Videos garniert hätten, wäre es ihnen vielleicht gelungen. Aber einer Ansammlung von satten, gesetzten und schwerreichen Typen nimmt man dieses Lebensgefühl des "ewigen Sommers" oder der Jugend, das sie hier transportieren wollen, einfach nicht ab. In dem Fall hätte man diese "Song-Stanzmaschine" einer jungen (Boy)Band zur Verfügung stellen sollen...
Daumen runter!