Ich kaufte dieses Board als Übergang, für mein reklamiertes Gigabyte GA-890FXA-UD5, da mir aus Berichten von anderen Leuten im Internet bereits klar war, daß es seine Zeit dauert, bis die Garantie gänzlich abgeschlossen ist.
Da ich von diesem "Ersatz"-Board sehr begeistert und zufrieden bin, betreibe ich es nach wie vor und werde es auch nicht mehr gegen das mittlerweile ersetzte Gigabyte tauschen.
Wie in meinen voran gegangenen Rezensionen, möchte ich auch diesmal wieder stichpunktartig auf die in meinen Augen Vor- und Nachteile eingehen.
Es handelt sich bei beiden Boards natürlich um zwei unterschiedliche Chipsätze (AMD 870 und AMD 890FX), dennoch werde ich an einigen Stellen den einen oder anderen Vergleich anbringen, sofern er meiner Meinung nach gerechtfertigt bzw. vertretbar ist.
Der "kleine" Chipsatz (AMD 870) stellt weniger Lanes, also Anbindungen für verschiedene zusätzliche Komponenten bzw. Erweiterungssteckplätze an den Chipsatz zur Verfügung, wie der "große" AMD 890FX.
So verfügt der zweiten PCIe x16 Slot nur noch über eine Anbindung mit 4Lanes an die Northbridge. Das Board unterstützt zwar Crossfire/SLi (Betrieb mehrerer Grafikkarten im Verbund), jedoch wird die zweite Karte deutlich durch diese geringe Anbindung gebremst.
Wenn man kein Crossfire/SLi betreiben möchte, und auch sonst nicht einen halb (8fach) oder voll (16fach) angebundenen zweiten PCIe x16 benötigt (für z.B. Sound- oder WLan-Karten braucht man dies nicht) ist man mit diesem Chipsatz sehr gut und ausreichend bedient. An der Stelle sei erwähnt, daß man eine Karte mir kleinerem Anschluss (z.B. PCIe x1) auch in einem PCIe x16-Steckplatz betreiben kann.
Wie beim "Großen", ergeben sich ebenso mit dem "kleinen" Chipsatz die üblichen globalen Vorteile der neuen Chipsatz-Serie:
- native Einbindung von Sata3 in die SB850
- geringerer Stromverbrauch zum entsprechenden Vorgängerchipsatz
Pro:
- sehr schnell bootendes BIOS - im Vergleich, meine bisherigen Gigabytes oder gar ASRocks sind Schlaftabletten dagegen
- viele Einstellmöglichkeiten im BIOS (bzg. OC siehe unter "Sonstiges"), sowie bereits brauchbare Grundeinstellungen (Stromsparmechanismen wie z.B. Cool n' quiet und C1E sind bereits aktiv - auf den AHCI-Modus für die Sata-Ports wurde jedoch nach wie vor verzichtet, wohl aus Gründen, eines garantiert stabilen Betriebs in jeder Konstellation in der Grundeinstellung (im IDE-Modus läuft im Grunde alles))
- extrem gute und anpassbare Lüftersteuerung (besser als die von meinen (bisherigen) Boards von MSI, Gigabyte und ASrock)
- Unterstützt von Anfang an die 6-Kern-CPUs von AMD
- gute umfangreiche 8+1 Phasen Stromversorgung
- Status-LED für die RAM-Speicher; sie gibt Informationen über den RAM-Status, so z.B. eine Inkompatibilität, beim Booten an
- über ein auf dem Board befindlichen Knopf, kann ein Kompatibilitätsmodus für den RAM aktiviert werden, der eine Verwendung von inkompatiblen RAM-Speicher ggf. doch ermöglicht
- Freischalten von nicht aktiven Kernen über ein Schalter auf dem Board
- Hot-plugin auch für Sata/eSata (sofern sie natürlich im AHCI-Modus laufen)
- PS/2-Ports für Maus und Tastatur
- Audio-Anschluss des Frontpanels in AC'97 oder HD betreibbar
- trotz fehlendem Kühler auf den Spannungswandlern (SpaWa) und, in meinem Fall zusätzlich mit einer Verwendung eines Tower-CPU-Kühlers (bei diesen leidet ja bekanntlich die Kühlung der des CPU-Sockels umgebenen Komponenten etwas) gute Temperaturen der SpaWas, wie auch von Southbridge (SB) und Nothbridge (NB). So liegen die Temperaturen im Betrieb, direkt an/auf den Wandlern gemessen bei ca. 36-41°C - ein im Grunde identisches Bild zeigt sich bei den ausgelesenen Temperaturen des Chipsatzes.
- gesteckter BIOS-Chip (im Falle kann dieser leicht ausgetauscht werden. Ebenso kann man sich, mit den entsprechenden Mitteln, einen Ersatzchip sogar selber anfertigen)
- CrashFree BIOS: das auf z.B. einem USB-Stick gesicherte BIOS kann im Falle von dort auch auch wieder zurück gesichert (restore) werden
- EZ Flash 2: BIOS-update mehr als Einfach über externe Quelle (USB-Stick etc.) durch zu führen
- drei der sechs Sata-Ports sind um 180° verdreht angeordnet, womit man etwas "freier" ist, beim Anschluss der Laufwerke/Festplatten und man so eventuell die Sata-Kabel nicht zwingender Maßen verdrehen muss, um sie anschließen zu können, wovon zwei wiederum getrennt von den anderen vier im Sata2-Modus betrieben werden können
- Unterstützt HW-Monitoring: alle ausgelesenen Parameter liefern plausible Werte
- gutes Layout bei guter Ausstattung (u.a. externe IEEE 1394 (Firewire), eSata und zwei USB3.0-Anschlüsse, interner COM etc.)
- gute Ausstattung beim Zubehör: 2x Sata3-Kabel, 2x Sata2-Kabel, Q-Steckadapter (je einer) für die internen USB-Ports und einen für die Kabel vom Gehäuse (man muss also nicht mehr die jeweils einzelnen Anschlüsse vom Gehäuse direkt auf das Board stecken, sondern kann sie bequem alle auf diesen Adapter stecken und anschließend so alle zusammen an das Board anschließen), sowie 1x IDE-Kabel und natürlich Handbuch, I/O-Blende und Software/Treiber-CD
- gute Ausstattung bei der Software (der erste Hersteller, wo ich das Eine oder Andere der Zusatzsoftware installierte, so z.b. die ASUS AI-Suit, mit der man die Einstellungen der Lüftersteuerung im BIOS direkt vom Betriebssystem aus ändern kann)
- gutes P/L-Verhältnis
- Handbuch zwar "nur" auf Englisch, dafür aber sehr, in Bezug auf das Board, ausführlich und genau beschrieben, einschließlich Angaben zur Grundeinstellung
- keine Kompatibilitätsprobleme bei SSDs mit Sandforce-Controller (entgegen meines reklamierten Gigabytes, was wohl im Moment auch ein grundlegendes Problem der Firma mit dem neuen Chipsatz zu sein scheint, wenn man den Infos im Netz trauen kann; bei mir hat das Gigabyte bei einer OCZ Vertex 2 ext. und eine Corsair Force F60 Probleme gemacht, hat aber auch mit einer Intel X25-M G2 Postville 80GB herum gezickt - werde dahingehend meine Rezension auch noch ergänzen)
- Multilinguales BIOS
- kleine Einstellschritte bei Taktraten und Versorgungsspannungen
- Sofern man so etwas will/braucht: Das Startbild beim Bootvorgang kann man mit Hilfe des Programms "ASUS MyLogo 2" auf der CD selber festlegen
Kontra:
- nicht frei von Jumpern, der Clear-CMOs erfolgt über ein Jumper
- die jeweils für den dual-channel "zusammen gehörenden" RAM-Slots, sind abwechselnd angebracht, womit eine eventuell spätere Aufrüstung bei einem sehr großflächigen CPU-Kühler (z.b. Scythe Big Shuriken), erschwert werden kann, da so der erste Slot für den B-channel (von Allen vier also der zweite RAM-Slot) ggf. verdeckt wird und ein Ausbau des ganzen Kühlers erforderlich wird; bei Tower-CPU-Kühler kann ggf. "nur" der Lüfter im Weg sein. Ich verwende einen EKL Alpenföhn Matterhorn mit zwei EKL Alpenföhn Föhn 120 Wing Boost (je Seite einer) und dort wird der 2. RAM-Slot (also Kanal 1 Channel B) zur Hälfte vom Lüfter verdeckt
So lala:
Ob man folgendes eher als ein Nachteil sieht oder man mehr als Vorteil betrachtet, da das Board eben auch nur so groß ist, wie es auch wirklich sein muss, ist schwer zu sagen. Daher führe ich diesen Punkt nun getrennt an, jedoch absichtlich unterhalb der Nachteile:
- der Formfaktor liegt zwischen ATX und mATX. D.h. die eine Seite des Boards steht, in Bezug auf den "Grundriss" der Verschraubung über, womit man etwas mehr aufpassen muss, wenn man an dieser Seite gerade die ATX-Stromversorgung anschließt möchte, da dort praktisch kein Halt/Versteifung des Mobos gewährleistest ist
- sofern man so etwas braucht/will: Kein Reset und Power-Knopf auf dem Board
- BIOS-Menü etwas gewöhnungsbedürftig, da empfinde ich das von Gigabyte übersichtlicher und "logischer" angeordnet, wobei ich mich mittlerweile dennoch gut zurecht finde
- im Handbuch hätte ich mir noch ein paar Worte zu den Zusatzprogrammen gewünscht (Anleitungen sind als Download jedoch verfügbar)
Sonstiges (Randinformationen, unwichtige Details und Infos aus 3.Hand):
- NB-Kühler wirkt wuchtig/hoch, lässt aber dennoch genügen Platz für alternative gute CPU-Kühler. Wie oben geschrieben, betreibe ich ein EKL Alpenfön Matterhorn. Zwischen diesem und dem höchsten Punkt des NB-Kühlers befindet sich noch ca. 5mm Platz. Des weiteren würde NB-Kühler auch knapp (ca. 2mm) unter den EKL Matterhorn passen.
- Guter Support seitens ASUS, wobei deren Internetseite manchmal (sehr selten) auch etwas "unmotiviert" zu sein scheint und dann kaum bis nicht zu erreichen ist
- ExpressGate (aktivierbar übers BIOS): auf der CD befindet sich ein Mini-OS, welches rein für kleine Aufgaben wie Surfen u.ä. die entsprechenden Programme zur Verfügung stellt und womit der Rechner angeblich sehr schnell hoch fahren soll. Ich verwende es nicht und kann daher nicht mehr dazu schreiben.
- lt. Tests sind die Transferraten sowie die Performance gut bis sehr gut und reichen bzw. übersteigt sogar z.B. das Crosshair IV mit dem 890FX-Chipsatz
- lt. diversen Tests fehlen ein paar Einstellmöglichkeiten für Hardcore-Übertakter.
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