"Die Mütze" ist Roman Fristers Autobiographie und beschreibt das Leben eines polnischen Juden, sein Leben als Jugendlicher in mehreren Konzentrationslagern, und sein Leben danach, das hiervon geprägt bleibt. Im KZ verliert er nicht nur Vater und Mutter, sondern auch zunehmend den Glauben an Solidarität und Gemeinschaft. Wo es nur gilt, den Tag oder gar die nächsten Stunden zu überleben, ist sich jeder selbst der nächste. Eine Einstellung, die sich auch im Handeln der Jahre danach manifestiert. Frister lebt um jeden Preis, genießt das Leben in vollen Zügen, wo er nur kann, moralische Bedenken stellt er zurück. Das Buch ist tief beeindruckend, oft erschütternd, machmal wirkt es ob all der Unwahrscheinlichkeiten, die dem Autor während der Stationen seines Lebens widerfahren sind, fast schon unglaubwürdig. Trotzdem ist es fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite, kein Buch zum Nebenherlesen, sondern eines, das seine Leser bis zum Ende vollends in Beschlag nehmen wird. Seinen Titel hat der Roman von einer Begebenheit, in der der Autor selbst zwischen Überleben und Solidarität entscheiden mußte: Seine Häftlingsmütze war eines Nachts verschwunden. Wer ohne Mütze beim Morgenappell antrat, wurde erschossen. Die einzige Möglichkeit zum Überleben war, die Mütze eines anderen Häftlings zu stehlen und somit das eigene Leben durch den Tod eines anderen zu retten. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)