Mit hohen Erwartungen bin ich das vom Verlag lange angekündigte Buch herangegangen. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Mit ihrem ersten Buch "Die Scham ist nicht vorbei" hatte mich die Psychotherapeutin Claudia Haarman schon sehr beeindruckt, weil es absolut authentisch ist und der Leserin eine echte Hilfe.
Und auch in diesem Buch macht Claudia Haarmann anhand von Fallbeispielen aus ihrer Praxis und im Gespräch mit Expertinnen klar, dass es einen Weg aus dem sich allzu oft wiederholenden Mutter-Tochter-Konflikt gibt. Auch ihrer eigenen Erfahrungen lässt die Autorin mit einfließen, was das Buch sehr "echt" und bewegend macht aber auch sehr lebensnah und für einen selbst umzusetzen.
Immer wieder hatte ich beim Lesen richtige Aha-Momente, habe festgestellt: so wie mir geht es vielen Frauen. Und: es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, dass sich Mutter und Tochter auf einem Level begegnen, es geht um Respekt und es geht um ganz individuelle Lebensgeschichten. Jede Mutter hat Dinge erlebt, die sie prägen. Hat man als Kind nicht viel Liebe erfahren oder traumatische Erlebnisse, so hat man es als Erwachsene schwer damit, das richtige Maß an Liebe zu geben.
Nicht nur als Tochter, sondern auch als Mutter zweier Teenager hat mir das Buch in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet, vor allem das Kapitel über die Pubertät.
Und ich kann meine Mutter und unsere Beziehung mit anderen Augen sehen.
Endlich ein Buch das Mut macht und Hoffnung auf einen Neuanfang.