Realistisch schreibt Ludwig Thoma über die Bürgers-frauen anhand der Geschichte von Paula Globerger. Ihr Mann, der Kaufmann Benno Globerger, hat sein Geschäft von seinem Vater geerbt. Endlich als Chef seines Ladens hat er große Träume von Tee aus England und anderen Neuerungen. Die Verwaltung holt ihn schnell wieder auf den Boden der Realität zurück. Schon bald stapft er in die selben Fußstapfen wie sein Vater, geht täglich ins Stammlokal und diskutiert über die besten Geldanlagen. Es bleibt beim Reden, natürlich. Seine Frau Paula hat er geheiratet, damit der Haushalt und auch er versorgt sind. Sie entdeckt, dass nicht nur in ihrer Ehe gleich nach der Hochzeit der Alltag eingekehrt ist und dass ihr Mann nicht der Einzige ist, der Frauen für dumme Wesen hält. Während Benno versucht, im Tourismusverband eine führende Rolle zu erhalten, verliebt sich Paula. Aber Paula ist auch nicht die Einzige, die außerhalb ihrer Ehe ihre Sehnsüchte nach Romantik, Liebe und Anerkennung stillt. Ihre Freundin hat in dieser Beziehung schon mehr Erfahrung. Ihr Mann entdeckt indes dass es nicht einfach ist, immer seinen Mann zu stellen. Damit hat er sehr schwer zu kämpfen und kann als gestandenes Mannsbild mit niemanden darüber reden.
Die Dialoge sind im liebenswerten Münchner Dialekt geschrieben, leicht verständlich. In gewohnt gesellschaftskritischer Art lernt man München, die Münchnerinnen und die Münchner kennen. Unterhaltsames Werk aus einer Zeit, in der die Frauen als dumm galten und die Männer noch nicht über ihre Gefühle reden durften. Die Ansichten der Frauen in dieser Geschichte sind erstaunlich mutig für die damalige Zeit.