Schon die ersten Passagen des Buches machen Lust, Margarete Graf auf ihren literarischen Streifzügen durch München zu begleiten und mit ihr einen Blick hinter die Fassaden der Stadt zu werden 'auf jene Stätten, an denen Schriftsteller in München gelebt und gearbeitet, diskutiert und gefeiert haben, vor allem in Schwabing, aber auch in der Altstadt und dem Lehel, in der Maxvorstadt und in Bogenhausen. Kurze und prägnante Episoden vermitteln einen authentischen Eindruck vom Leben der einzelnen Autoren und ihrem literarischen Umfeld. Insbesondere die Zeit zwischen der Jahrhundertwende und dem Zweiten Weltkrieg wird so lebendig, als die Schwabinger Bohème München zu einem literarischen Ort machte. Viele der berühmten Namen 'etwa Henrik Ibsen, Thomas und Heinrich Mann, Rainer Maria Rilke, Erich Kästner und Joachim Ringelnatz ' bringt man auf Anhieb nicht mit München in Verbindung. Doch sie haben in der Münchner Literaturwelt ebenso Spuren hinterlassen wie die bayerischen Urgewächse Ludwig Thoma, Oskar Maria Graf, Karl Valentin oder Lena Christ. Dank des geografischen Kapitelaufbaus und präziser Ortsangaben bietet sich dieses München-Buch nicht nur zum Schmökern daheim auf dem Sofa an, es eignet sich auch als Führer durch die Stadt. Immer wieder überrascht die Autorin mit Informationen zu Stadtplanung, Bauwerken, Straßen und Plätzen, nach denen man in herkömmlichen Reiseführern vergeblich sucht. Und wenn sie den Leser zur Monacensia führt, der Stadtbibliothek in der Maria-Theresia-Straße, so kann man zwischen den Zeilen lesen, dass sie hier selbst manche Stunde verbracht hat, um über die Literaturstadt München zu recherchieren. Es hat sich gelohnt!