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Müller haut uns raus. Roman
 
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Müller haut uns raus. Roman [Gebundene Ausgabe]

Jochen Schmidt
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: C.H. Beck Verlag; Auflage: 1. Aufl. (August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406486991
  • ISBN-13: 978-3406486999
  • Größe und/oder Gewicht: 20,9 x 13,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 126.706 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jochen Schmidt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Heiner Müller im Dezember 1995 stirbt und ihm zu Ehren im Berliner Ensemble ein einwöchiger Lese-Marathon über die Bühne geht, pilgern tausende Fans des Dramatikers nach Berlin. Unter ihnen, auf einem unbequemen Schemel genau vor seiner aktuell Angebeteten, geht auch der Held von Jochen Schmidts erstem Roman seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Er leidet. "Zwei Schauspieler lasen Quartett, und während ich versuchte, von hinten interessant auszusehen, tat mir der Nacken weh."

In Wahrheit sitzt Jochen Schmitt, so der kaum camouflierte Name des Protagonisten, zwischen allen Stühlen. Er ist ein hoch reflektierter Verlierertyp, beherrscht von vager Unzufriedenheit und einer auf die DDR-Vergangenheit gerichteten Sehnsucht -- nicht weil sie besser, sondern weil sie anders war und mit den eigenen Kindheitserinnerungen verknüpft ist. Die Wende erscheint ihm folgerichtig als Vertreibung aus dem Paradies; während sich die karrierebewussteren unter seinen Altersgenossen, beraten von besorgten Eltern, auf die Finanzierung ihrer dritten Zähne vorbereiten, verweigert Schmitt das Erwachsenwerden.

Seine Erinnerungen an die Jahre nach dem Mauerfall, mehr Tagebuch als Roman, bieten reichlich Projektionsraum für flott erzählte Anekdoten in skurrilem Lokalkolorit. Jochen ist ein Virtuose des Scheiterns, egal, ob er in der Möchtegern-Bohème des Prenzlauer Bergs in die Fußstapfen seines Idols Heiner Müller zu treten versucht oder als Punk-Gitarrist dilletiert. Und als wären die Dinge nicht schon kompliziert genug, verstrickt sich unser Held heillos in nervenaufreibende Frauengeschichten: Die keusche Hobbylyrikerin Judith hält ihn in Berlin, die liebestolle Spanierin Lucia in der französischen Provinz auf Trab. Wegen Deborah, der schönen Jüdin aus New York, wagt sich der ewige Bedenkenträger Jochen am Ende sogar in den Big Apple.

Bereits Schmidts Debütband Triumphgemüse glich einer belletristischen Wundertüte; inzwischen weiß man, dass der Autor ein begnadetes Erzähltalent ist. Großkritiker, die noch immer moralinsauer den ultimativen ostdeutschen Wenderoman einfordern, werden dieses hinreißende Selbstbildnis des Künstlers als junger Mann wohl wieder einmal wiegen und für zu leicht befinden. Sei es drum!

Begünstigt durch eine andere "Gnade der späten Geburt" unterscheidet sich Schmidts Blick auf die späten 80er-Jahre und die Wendezeit erheblich von dem älterer Autoren; sein Ton ist ein anderer -- leichter, selbstironisch, selten zynisch. Schmidt ist ein leidenschaftlicher Sammler und Archivar mit zielsicherem Blick für die Grotesken des Alltags. Im Gewand des melancholischen Schlitzohrs hilft er uns bei der Suche nach der verlorenen Zeit. --Niklas Feldtkamp

N. N., Der Spiegel, 2. September 2002

"Autor Schmidt, 32, erzählt erfrischend und skurril vom Erwachsenwerden seines Helden, das sich etwas länger hinzieht - und durchaus charakteristisch ist für die Berliner Studenten- und Pseudokünstler-Boheme vom Prenzlauer Berg, bei der der Begriff "Regelstudienzeit" Angstreflexe auslöst. (...) Mit erfrischendem Understatement lässt Schmidt seinen Schmitt auch von mühsamen Schreibversuchen berichten ("Nur wenn ich über meine grundlose Traurigkeit schrieb, ging es etwas flotter"): Hinter den munteren Schilderungen aus dem Milieu - Frauengeschichten inklusive - verbirgt sich das Porträt des Künstlers als junger Mann. (...) Wie unbekümmert Jochen Schmitt vom Dasein seines Doppelgängers Schmitt bericht, erinnert bisweilen an den US-Autor David Sedaris."

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Empfehlenswert 19. September 2004
Format:Taschenbuch
Jochen Schmidt leidet an einer halbseitigen Gesichtslähmung und muss deshalb ständig grinsen. Um den Grund dafür herauszufinden, lässt Schmidt sein Leben Revue passieren. Das fängt mit seinen Jugendjahren kurz nach der Wende in Berlin an. Dort versucht er sich als Gitarrist in einer Punk-Band. Bald darauf lernt er Judith kennen und fängt mit dem Schreiben an. Bei einem Aufenthalt in der Bretagne begegnet Schmidt jedoch Lucía aus Valencia. Das geht dann auch mehr oder weniger gut, bis er, zurück in Berlin, die New Yorkerin Deborah trifft und es schließlich bis dorthin schafft.

Jochen Schmidt ist eigentlich ein ziemlicher Versager. Aber so wie sich das gehört, ist er natürlich auch unheimlich sympathisch. Es macht sehr viel Spaß, seinen Lebens- und Leidensweg zu verfolgen. Das Buch ist nämlich sehr witzig, man muss einfach andauernd lachen. Sehr schön war für mich persönlich auch die Wahl der Orte, da ich sowohl mit Berlin als auch mit Brest vertraut bin. Von daher kann ich auch sagen, dass der Autor vor allem letztere Stadt wirklich realitätsnah beschrieben hat.

Auch die restlichen Personen sind schön gestaltet und runden die ganze Geschichte ab. Einfach alles ist ein klein bisschen verdreht und so kann man sagen, dass die (vielleicht auch ein bisschen autobiographische) Geschichte ihre fünf Punkte locker wert ist. Ein einziges Lesevergnügen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "inge8"
Format:Gebundene Ausgabe
Trotz des seltsamen Titels hat mir das Buch wirklich recht gut gefallen.

Es ist ziemlich amüsant, die Abenteuer des Studenten Schmitt zu verfolgen, hinter dem sich - nur vage verpackt - wohl der Autor selbst verbirgt.

Vor allem schreibt hier einer, der sein Handwerk, nämlich das Schreiben, versteht. Sehr ansprechend wirken z.B. die Darstellungen von Landschaften und Städten, die man in den Beschreibungen deutlich wiederfinden kann. Ich kenne z.B. sowohl Brest als auch New York. Außerdem verhindert der schnodderige und selbstironische Unterton, dass man sich je langweilt.

Was man noch vermisst, ist eine klare Aussageabsicht des Autors. In der Hinsicht wirkt das Buch etwas flach. Andererseits kann die Aussage mit zunehmendem Alter ja noch hinzukommen.

Insgesamt ein recht bemerkenswerter Debütroman.

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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wendezeit Berlin 28. Oktober 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Jochen Schmidt gibt ein detailgetreues Zeitbild der Wendejahre in Berlin ab. Bissig sarkastisch und selbstironisch zeichnet er autobiographisch die Jugendzeit eines heute wohl Dreißigjährigen im Ostteil Berlins. Soweit anders waren die drüben wohl auch nicht, vieles erinnert an den eigenen Lebensweg. Mit Tiefgang gibt der Autor ein Bild über die Späten Achtziger ab. Erfrischend, daß hier nicht nur Platitüden a la "Liegen Lernen" erzählt werden.
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