Durch die Bilder von Joschka Fischer tritt das "Frankfurter Westend" wieder in den Blick der Öffentlichkeit. Auch Fassbinder hat dieses Thema aufgegriffen und in einer sehr abstrakten Form abgehandelt. "Es gibt in diesem Buch Antisemitismus. Den gibt es aber in der Realität auch. Zum Beispiel hier in Frankfurt." (Zitat Fassbinder). Insbesondere die Rolle des Ignaz Bubis bei der Räumung des Frankfurter Westend und der im Stück vorkommende "reiche Jude" haben den Scluss zugelassen, dass es sich beim "reichen Juden" um Ignaz Bubis handelt. Die Frage, die Fassbinder an die Gestellschaft stellt ist: Ein Opfer des Holocausts (oder generell: jemand der zu den Verfolgten im 3. Reich gehört) handelt in seinem späteren Leben sozialpolitisch bedenklich. Darf ihn die Gesellschaft nur deshalb nicht kritisieren, weil er zu dieser Gruppe gehört? Eine schwierige Gratwanderung, insbesonhdere im Hinblick auf die aktuelle Rassismusdiskussion. Interessant ist die sehr abstrakte Art, mit der Fassbinder auf diese Missstände hinweisst und die teilweise extremen Reaktionen die dadurch ausgelösst wurden.