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Müdigkeitsgesellschaft [Broschiert]

Byung-Chul Han
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

4. Oktober 2010
Derzeit vollzieht sich unbemerkt ein Paradigmenwechsel. Die Gesellschaft der Negativität weicht einer Gesellschaft, die von einem Übermaß an Positivität beherrscht ist. Ausgehend von diesem Paradigmenwechsel zeichnet Han die pathologische Landschaft der heutigen Gesellschaft, zu der neuronale Erkrankungen wie Depression, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Borderline oder Burnout gehören. Sie sind keine Infektionen, sondern Infarkte, die nicht durch die Negativität des immunologisch Anderen, sondern durch ein Übermaß an Positivität bedingt sind. So entziehen sie sich jeder immunologischen Technik der Prophylaxe und Abwehr. Hans Analyse mündet am Ende in die Vision einer Gesellschaft, die er in beabsichtigter Ambivalenz ?Müdigkeitsgesellschaft? nennt.

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Produktinformation

  • Broschiert: 72 Seiten
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin; Auflage: 7., um ein Vorwort ergänzte Auflage (4. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882216166
  • ISBN-13: 978-3882216165
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 9,4 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.283 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Byung-Chul Han, geboren in Seoul, Professor für Philosophie und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, veröffentlichte zahlreiche Bücher, u.a. »Hyperkulturalität. Kultur und Globalisierung«, »Abwesen. Zur Kultur und Philosophie des Fernen Ostens«,»Was ist Macht?«, »Gute Unterhaltung. Eine Dekonstruktion der abendländischen Passionsgeschichte« und zuletzt »Duft der Zeit. Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens«.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

»Die Erschöpfungsmüdigkeit ist eine Müdigkeit der positiven Potenz. Sie macht unfähig, etwas zu tun. Die Müdigkeit, die inspiriert, ist eine Müdigkeit der negativen Potenz, nämlich des nicht-zu. Heilig ist nicht der Tag des um-zu, sondern der Tag des nicht-zu, ein Tag, an dem der Gebrauch des Unbrauchbaren möglich wäre. Er ist der Tag der Müdigkeit.«

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht zu müde für das Nicht zu 6. Juli 2012
Von Thomas Holtbernd VINE-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert|Verifizierter Kauf
Gesellschaftsanalysen ermüden oft, weil Zahlen aneinander gereiht werden und letztendlich doch nichts ausgesagt wird. Byung-Chul , der Professor für Philosophie aus Karlsruhe, hat eine grundsätzliche Analyse vorgenommen. Er ist ein Kreuz- und Querdenker, hält sich nicht an die gewohnten Regeln der Wissenschaft. Er wirft seine Wut in die Waagschale. Und diese Wut richtet sich auf die Leistungsgesellschaft. Seine These ist sehr eindeutig. Das Ich ist nicht bedroht, sondern schlichtweg überlastet. Die medizinische Diagnose für viele Erkrankungen im 21. Jahrhundert ist an autoaggressiven Krankheiten ausgerichtet. Der moderne Mensch wird durch einen Infarkt nieder gestreckt. Antibiotika helfen bei diesen Diagnosen nicht mehr. Dieser Leistungsdruck ergibt sich aus der Sorge ums Überleben. Könnte die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit noch Abhilfe schaffen, so verlieren die Menschen die Fähigkeit zum Ausdruck.
Die Lösung liegt in einer Unterscheidung einer Müdigkeit der positiven und der negativen Potenz. Wer handelt nicht-zu und das Spielerische entdeckt, der überwindet ein Handeln um-zu. Der zweckfreie Raum befreit von der Befreiung, denn der Wegfall der Herrschaft, ist noch nicht Freiheit.
Byung-Chul Han arbeitet sich an Hannah Arendt und Peter Handke ab, um seine These zu differenzieren. Wer das Buch gelesen hat, verändert seine Lust an der Müdigkeit, er wird gerne müde sein, das aber nicht aus Erschöpfung. Und das Gerede vom Burnout wirkt dann wie eine zynische Persiflage.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein Anfang... 5. Mai 2012
Von Moulin
Format:Broschiert
Ich will an dieser Stelle bewusst auf einen inhaltlichen Diskurs verzichten. Auch wenn Byung-Chul Han in diesem durchaus kleinen Werk nicht allen polemischen Ansprüchen gerecht wird, und man muss zugeben, dass er das Thema nur marginal behandelt, so ist es doch ein Anfang für einen Wissenschaftsbereich, über den bisher kaum etwas geschrieben wurde. Dies sollte man dem Autor anrechnen.

Ich bin selbst depressiv und leide unter gewissen in dem Buch beschriebenen Symptomen, insbesondere der chronischen Müdigkeit und Lethargie. Meine Suche nach Literatur zu diesem Thema verlief bisher enttäuschend. Sämtliche Literatur, die sich explizit mit dem philosophischen Hintergrund des Themas beschäftigt, wird darin gestreift. Somit ist dieses Buch zumindest eine brauchbare Literaturliste und meiner Meinung nach ein Einstiegswerk. Das Thema ist jung und wir Leser dazu verdammt noch ein paar Jahre Geduld zu haben, bis es von anderen Schreibern bereichert wird. Bis dahin müssen wir uns mit neurobiologischen Werken zufrieden geben und all die kleinen Brocken, die uns Chul Han zuwirft, zusammensammeln und vielleicht zu eigenen Theorien zusammenfügen.

Ich finde es daher etwas unfair, den Autor des Betrugs und der Geldgier zu bezichtigen. Seine Theorie und Grundlage der Kritik an anderen Theorien (insbesondere an Ehrenberg und Arendt) beruht auf der Idee eines Paradigmawechsels, von einer "immunologischen Disziplinargesellschaft" zu einer "neuronalen Leistungsgesellschaft". Sich mit diesen Gedanken zu beschäftigen ist es durchaus wert, das Buch zu kaufen, sofern einem etwas daran liegt. Wer darin nur einen weiteren Baustein, nur eine weitere Meinung in der gesamten Welt der Wissenschaft wittert, sollte womöglich die Finger davon lassen.
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44 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Skinner
Format:Broschiert
Das Müdigkeitsgesellschaft ein Überraschungserfolg geworden ist, ist nachzuvollziehen. Das Buch trifft eine Reihe von Befindlichkeiten zur Reizüberflutung und Leistungsgesellschaft, die der Sache nach nicht unbedingt originell, aber sehr wohl intellektuell anregend oder amüsant seziert werden (siehe z.B. Kritik des animalistischen multi-tasking). Somit kann Hans Verweis auf geistige Traditionen des Nichts-Tuns (sei es Sabbat oder Zen) nicht gleich als altbackene Modernitätskritik oder moderner Ratschlagskitsch abgetan werden.

Gleichzeitig scheint der Erfolg des Buchs zu manchem Missverständnis beizutragen. Han geht es nicht primär um empirische Betrachtungen zur Lage des Kapitalismus, sondern eher um eine Kritik der paranoiden Theoretiker der Disziplinargesellschaft (Agamben) sowie der Neo-Heroiker (Sloterdijk - Hans Kollege in Karlsruhe). Das erklärt einige Schwächen des wohl recht schnell herunter geschriebenen Essays (siehe etwa das erste Kapitel, dass etwas zu ausführlich den Gegensatz zur Immunologie und Negativität entwickelt).

Vor allem verleitet der Titel zu einer Fehlinterpretation. Han entwickelt keine Kritik der Müdigkeitsgesellschaft (verstanden als die Gesamtheit übernächtigter Angestellter vor flimmernden Bildschirmen) - im Gegenteil, er nimmt Handkes Lob der "wahren" Müdigkeit als Grund zu einer milden, offenen und toleranten Gesellschaftserfahrung, aber im Kleinen! Der vereinzelte Mensch der Leistungsgesellschaft erkennt die sinnlose Selbstkasteiung und öffnet sich der gemeinsamen Erfahrung der Unzulänglichkeit. Wir versichern uns gegenseitig, dass es kein Zeichen des Versagens ist, nicht tätig zu werden (selbst Nietzsche erlaubt es!
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen sehr nachdenkenswert
Das Buch finde ich sehr nachdenkenswert und erhellend, ich werde es bestimmt ein zweites Mal lesen. Sein Zustand ist gut und es kam sehr schnell an.
Vor 4 Tagen von Martina Stecker veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Eine müde Gesellschaft
In diesem Essay wird der Wandel von der Disziplinargesellschaft zur heutigen Leistungsgesellschaft beschrieben. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Tagen von Office.Forum veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wohin führt ein ständiges Übermaß an Reizen,...
Der Philosoph und Medientheoretiker Byung-Chul Han (1959- ) zeigt in dem Buch wir sind heute ein Leistungssubjekt, wir sind Unternehmer unserer selbst, frei von einer... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Jürgens "Bücher" veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Mich hat vor allem der Text müde gemacht
Ich finde, es ist ein Unart, mit komliziert geschrieben Texten Wichtigkeit und Intelligenz beweisen zu müssen. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von hochiminh888 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Alles in Ordnung
Sitz, passt und erfüllt seinen Zweck. Preis - Leistung in Ordnung. Kann Produkt weiter empfehlen. Danke für die rasche Auslieferung.
Vor 14 Monaten von Wolfgang Schuller veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Gutes Buch!
Dieses Buch ist die bisher beste soziologische Gegenwartsdiagnose.

Ich stimme voellig in seiner Auffassung zu.

Es ist mir empfehlenswert. Danke
Vor 18 Monaten von Gunwoo Park veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Das haben wir so nicht gewollt
Immer weniger Mensch sein durch immer weitere Entgrenzung unseres Lebensstils. Die Selbstausbeutung entkräftet uns bis zur Handlungsunfähigkeit. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Frank Weller veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein Paradigmenwechsel zum Infarkt
Mit dem überaus originellen und kurzweiligen zu lesenden Essay "Die Müdigkeitsgesellschaft" von Byung-Chul Han beschreibt der in Karlsruhe lebende Autor den zur Zeit... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Juli 2012 von Bibliofilo
4.0 von 5 Sternen Nur bedingt von Belang
Ich habe das Büchlein an einem schönen sonnigen Nachmittag in einem Biergarten gelesen und vielleicht ist es ein bisschen dieser Tatsache zu verschulden, dass sich eine... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Februar 2012 von Norbert Schultheis
1.0 von 5 Sternen Feuilletonfreundliches Geschwätz ohne Substanz
Das Buch liefert häppchenweise feuilletonfreundliche Zitate auf engem Raum. Daher die vielen Rezensionen in den Medien. Schnell gelesen, schnell gelobt. Zu schnell. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Januar 2012 von KritikerDrPhil
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