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Müdigkeitsgesellschaft
 
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Müdigkeitsgesellschaft [Broschiert]

Byung-Chul Han
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 68 Seiten
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin; Auflage: 7., um ein Vorwort ergänzte Auflage (4. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882216166
  • ISBN-13: 978-3882216165
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 9,4 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 13.257 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Py?ng-ch'?l Han
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Der Schluss, dass wir mit abwegiger Lust Feinde sehen, wo keine sind, und Konflikte beklagen, die in diesem Ausmaß nicht existieren, lässt sich jedenfalls aus einem Buch ziehen, das gerade der Philosoph Byung-Chul Han, Professor an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und Kollege von Peter Sloterdijk, vorgelegt hat. Selten hat en kleiner Essay zeitgenössische Gewissheiten, denen man sich bequemerweise hingab, so unaufwendig und nachhaltig irritiert. [...] Der Hansche Entwurf, der sich auch als Gegenentwurf zur aktuellen Integrationsdebatte lesen lässt und tatsächlich passgenau in die Diskussion über Verschleierung und schwer erziehbare Problemmgranten fällt. [...] Byung- Chul Han richtet sich mit seinem Aufsatz einerseits gegen jene Wissenschaftler, die, wie etwa der Schweizer Historiker Philipp Sarasin [...] die Virologie als Erklärungsmuster unserer Gegenwart heranziehen. Er richtet sich aber auch gegen jene Publizisten, die wie der Berliner Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin [...]im Einwanderer noch immer den Fremden zu entlarven versuchen.« --Adam Soboczynsky, Die Zeit, 09. September 2010

»Dass ein philosophisches Buch innerhalb von zwei Wochen ausverkauft ist, kommt nicht häufig vor. [...] Doch die ersten 2000 Exemplare des schmalen Büchleins sind weg, die zweite Auflage geht gerade in den Druck. [..] Der Kniff seines [Hans] neuen, gerade mal 60 Seiten umfassenden Essays besteht darin, es mit der Depression und der Weltgeschichte zugleich aufzunehmen.« --Harald Jähner, Frankfurter Rundschau, 21.09.2010

»Der...Philosoph verkündet hier...nicht weniger als einen paradigmatischen Umsturz, der die gesamte Kultur der Gegenwart heimgesucht haben soll.« --Hans Joachim Lenger, Westdeutscher Rundfunk Köln, 31. Oktober 2010

»...nach Han versteht man die Wut als produktive Ressource, als notwendige Energiezufuhr, die es dem unter Druck geratenen Bürger ermöglicht, als ein tonangebendes Kollektivsubjekt aufzutreten.« --Aram Lintzel, Taz.de, 9. November 2010

»...ein spannende[r] Beitrag zur Kultur der Selbstausbeutung....ei[n] überaus anregende[r] und streitbare[r] Essay über unsere heutige...“Müdigkeitsgesellschaft“.« --Svenja Flasspöhler, Deutschlandradio Kultur, 16. November 2010

»Ein kleines Essay eines großen Denkers: Das neue Büchlein des Karlsruher Philosophieprofessors (...) untersucht klug und originell die heutige Leistungsgesellschaft – und therapiert sie auch mit Langweile und Wut.« --Bettina Hartz, Kultiversum, 1. Dezember 2010

»Die moderne Informations- und Leistungsgesellschaft mit ihren endlosen Reizen und Möglichkeiten gilt vielen als fortschrittlich. Laut dem Philosophen Byung-Chul Han ist sie jedoch ein Rückschritt: Der ständige Versuch, alles zu wissen und zu können, sorgt für eine kollektive Ermüdung. In seinem Buch "Müdigkeitsgesellschaft" beschreibt er dieses Phänomen - und Wege, es zu lösen. "Müdigkeitsgesellschaft" ist kein wohlfeiles Besserleben-Rezept, sondern ein philosophischer Essay.« --Sandra Steffan, Kulturzeit, 8. Dezember 2010

»Dass Han mit seinem Befund einen wunden Punkt berührt, beweist die Tatsache, dass sich sein Büchlein zum Überraschungserfolg entwickelte.« --Kulturplatz SF, 15. Dezember 2010

»Han hat diese Situation, in die wir uns gesamtgesellschaftlich hineinmanövriert haben, auf brilliante Weise zugespitzt. Sein Buch ist der Entwurf eines Zeitalters der Postimmunologie, in dem nicht länger im Bild der Infektionen, sondern in dem der Infarkte gedacht werden müsse.« --Jürgen Nielsen-Sikora, Glanz&Elend, 14. Januar 2011

»Heilig ist... nicht der Tag des um-zu, sondern der Tag des nicht-zu, ein Tag, an dem der Gebrauch des Unbrauchbaren möglich wäre. Es ist der Tag der Müdigkeit. Die Zwischenzeit ist eine Zeit ohne Arbeit, eine Spielzeit. Und nur wo der Mensch spielt, ist er ganz Mensch, könnte Han - mit Schiller - schließen.« --Eike Gebhardt, SWR2, 7. Februar 2011

»[Die] ideal[e] Begleitlektüre einer Gesellschaft, die im Angesicht von Stuttgart 21 den Wutbürger als neues, wenngleich fragwürdiges politisches Subjekt entdeckte.« --Dominikus Müller, Spex, April 2011

»[Ein] originäres und zugegebenermaßen irritierendes Plädoyer für eine Welt, die statt ein Übermaß an Positivität eine Energie der Negativität braucht«. --Brigitte Siebrasse, Soziale Psychiatrie, April 2011

»[...] ein sehr anregendes Büchlein [...]« --St. Galler Tagblatt, 9. Juli 2011

»[...] ein unverhoffter Bestseller, der auf höchst elegante und klar formulierte Weise von den drängenden Lebensfragen unserer Gesellschaft handelt. Einen solchen Text bringt die akademische Philosophie nicht alle Tage hervor.« --Roland Düker, Literaturen, Juli/August 2011

»Nach dem Lesen des Büchleins beginnt man unwillkürlich über den wert der unproduktiven „Zwischen-Zeiten“ nachzudenken, in denen es um das Ruhe und das Nicht-etwas-tun-müssen geht.« --Peter Danich, polak.at, September 2011

Kurzbeschreibung

Derzeit vollzieht sich unbemerkt ein Paradigmenwechsel. Die Gesellschaft der Negativität weicht einer Gesellschaft, die von einem Übermaß an Positivität beherrscht ist. Ausgehend von diesem Paradigmenwechsel zeichnet Han die pathologische Landschaft der heutigen Gesellschaft, zu der neuronale Erkrankungen wie Depression, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Borderline oder Burnout gehören. Sie sind keine Infektionen, sondern Infarkte, die nicht durch die Negativität des immunologisch Anderen, sondern durch ein Übermaß an Positivität bedingt sind. So entziehen sie sich jeder immunologischen Technik der Prophylaxe und Abwehr. Hans Analyse mündet am Ende in die Vision einer Gesellschaft, die er in beabsichtigter Ambivalenz 'Müdigkeitsgesellschaft' nennt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Skinner
Format:Broschiert
Das Müdigkeitsgesellschaft ein Überraschungserfolg geworden ist, ist nachzuvollziehen. Das Buch trifft eine Reihe von Befindlichkeiten zur Reizüberflutung und Leistungsgesellschaft, die der Sache nach nicht unbedingt originell, aber sehr wohl intellektuell anregend oder amüsant seziert werden (siehe z.B. Kritik des animalistischen multi-tasking). Somit kann Hans Verweis auf geistige Traditionen des Nichts-Tuns (sei es Sabbat oder Zen) nicht gleich als altbackene Modernitätskritik oder moderner Ratschlagskitsch abgetan werden.

Gleichzeitig scheint der Erfolg des Buchs zu manchem Missverständnis beizutragen. Han geht es nicht primär um empirische Betrachtungen zur Lage des Kapitalismus, sondern eher um eine Kritik der paranoiden Theoretiker der Disziplinargesellschaft (Agamben) sowie der Neo-Heroiker (Sloterdijk - Hans Kollege in Karlsruhe). Das erklärt einige Schwächen des wohl recht schnell herunter geschriebenen Essays (siehe etwa das erste Kapitel, dass etwas zu ausführlich den Gegensatz zur Immunologie und Negativität entwickelt).

Vor allem verleitet der Titel zu einer Fehlinterpretation. Han entwickelt keine Kritik der Müdigkeitsgesellschaft (verstanden als die Gesamtheit übernächtigter Angestellter vor flimmernden Bildschirmen) - im Gegenteil, er nimmt Handkes Lob der "wahren" Müdigkeit als Grund zu einer milden, offenen und toleranten Gesellschaftserfahrung, aber im Kleinen! Der vereinzelte Mensch der Leistungsgesellschaft erkennt die sinnlose Selbstkasteiung und öffnet sich der gemeinsamen Erfahrung der Unzulänglichkeit. Wir versichern uns gegenseitig, dass es kein Zeichen des Versagens ist, nicht tätig zu werden (selbst Nietzsche erlaubt es!) und geben uns müßig-müde dem Lauschen hin. Legitimiert wird diese ironische Hinwendung zur vita contemplativa durch die Möglichkeit zur kreativen Schöpfung und Einfühlsamkeit (die postmoderne Alternative zur Suche nach dem Wahren und Schönen).

Ob man diese Vorstellung nun kleingeistig oder wahrhaft menschlich findet, es ist auf einen Fall ein vergleichsweiser knapper Einwand gegen die Sloterdijksche Deutungshoheit. Nehmt das mal alles nicht so schrecklich ernst.....
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein Anfang... 5. Mai 2012
Von ananta
Format:Broschiert
Ich will an dieser Stelle bewusst auf einen inhaltlichen Diskurs verzichten. Auch wenn Byung-Chul Han in diesem durchaus kleinen Werk nicht allen polemischen Ansprüchen gerecht wird, und man muss zugeben, dass er das Thema nur marginal behandelt, so ist es doch ein Anfang für einen Wissenschaftsbereich, über den bisher kaum etwas geschrieben wurde. Dies sollte man dem Autor anrechnen.

Ich bin selbst depressiv und leide unter gewissen in dem Buch beschriebenen Symptomen, insbesondere der chronischen Müdigkeit und Lethargie. Meine Suche nach Literatur zu diesem Thema verlief bisher enttäuschend. Sämtliche Literatur, die sich explizit mit dem philosophischen Hintergrund des Themas beschäftigt, wird darin gestreift. Somit ist dieses Buch zumindest eine brauchbare Literaturliste und meiner Meinung nach ein Einstiegswerk. Das Thema ist jung und wir Leser dazu verdammt noch ein paar Jahre Geduld zu haben, bis es von anderen Schreibern bereichert wird. Bis dahin müssen wir uns mit neurobiologischen Werken zufrieden geben und all die kleinen Brocken, die uns Chul Han zuwirft, zusammensammeln und vielleicht zu eigenen Theorien zusammenfügen.

Ich finde es daher etwas unfair, den Autor des Betrugs und der Geldgier zu bezichtigen. Seine Theorie und Grundlage der Kritik an anderen Theorien (insbesondere an Ehrenberg und Arendt) beruht auf der Idee eines Paradigmawechsels, von einer "immunologischen Disziplinargesellschaft" zu einer "neuronalen Leistungsgesellschaft". Sich mit diesen Gedanken zu beschäftigen ist es durchaus wert, das Buch zu kaufen, sofern einem etwas daran liegt. Wer darin nur einen weiteren Baustein, nur eine weitere Meinung in der gesamten Welt der Wissenschaft wittert, sollte womöglich die Finger davon lassen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nur bedingt von Belang 22. Februar 2012
Format:Broschiert
Ich habe das Büchlein an einem schönen sonnigen Nachmittag in einem Biergarten gelesen und vielleicht ist es ein bisschen dieser Tatsache zu verschulden, dass sich eine gewisse Lesefreude einstellte. Jedenfalls kann ich nicht behaupten, das Buch sei nicht lesenswert, auch wenn es einer sprachphilosophischen Analyse nicht standhalten würde. Gelesen als ein philosophisches Werk erscheint mir die Unterscheidung zwischen dem "immunologisch Anderen" und dem "Infarkt am Zuvielen" als bloßer sprachlicher Scheinunterschied im besten wittgensteinschen Sinne, denn das postulierte "Zuviel des Eigenen" lässt sich durch einen geeigneten Perspektivenwechsel genausogut als ein "Infizierendes Anderes" denken, daher (aber nicht ausschließlich daher) von nicht großem Belang. Gelesen aber als soziologische Minimalstudie etwa wie Hessels "Empört euch!" ist es sehr wohl von Interesse, denn gerade durch diese sprachliche Unterscheidbarkeit ist es dem Autor gelungen, dem "modernen Problem des Zuvielen" einen gewissen Glanz zu verleihen, der bei genauerem Hinsehen einem hell leuchtend roten Alarmsignal gleicht. Das Büchlein erringt aber allein schon dadurch eine Existenzberechtigung, wenn es dazu animiert, einige der Bücher zu lesen, die der Autor (leider oft misslich) zitiert.
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