Markus Imboden hat nach seinem, mit dem Grimme Preis ausgezeichneten, Film
Mörder auf Amrum einen weiteren sehenswerten Fernsehkrimi mit Hauptdarsteller Hinnerk Schönemann produziert, den man von nun an öfter sehen möchte.
Gleich zu Beginn seiner Ermittlungen muß Privatdetektiv Zehender (Hinnerk Schönemann) seinen Führerschein abgeben. Am Vorabend hat er seine Scheidung gefeiert und 1,34 Promille beenden seine Dienstfahrt. Sein Auftrag verschlägt ihn ins gottverlassene Kaff Aschberg im hohen Norden Deutschlands. Ein Mann hat sich in seiner Scheune erhängt. Das möchte ihn die Dorfgemeinschaft und die Dorfpolizei (Anna Schudt, Thomas Thieme) glauben machen, doch seine Auftraggeberin glaubt an Mord. Die blonde Sirene war die Geliebte des Opfers und bezahlt den Ermittler, nachdem ihr das Geld ausgegangen ist, mit ihrem Körper. Vor seinem Ableben hatte ihr der Tote im Glauben, er sei tot krank, seine Lebensversicherung überschrieben. Damit wollte sich die Blondine ein besseres Leben finanzieren. Im Falle eines Selbstmordes wird allerdings nicht gezahlt. Schon bald wird der Kriminalfall komplexer, die Sachlage verworrener und die Ermittlungen gefährlicher.
Situationskomik und Wortwitz wechseln sich ab. So wird Zehender von seiner Autraggeberin, der blonden Sirene davon abgehalten sich als "entfernter Verwandter" auszugeben mit der Begründung, "ihre Schwester habe gerade eine Abtreibung hinter sich". Als sie vom Mühlfellner eingeschüchtert und übel zugerichtet wird, versucht sie die Ermittlungen abzublasen. Auf die Frage, was passiert sein, behauptet sie "vierzehn mal gegen den Türrahmen gestolpert zu sein".
Der Film lebt von seinen überzeichneten schrägen Figuren, wie zum Beispiel die Memory spielende Bürgermeisterin mit ihrer spitzen Zunge, den personifizierten Blondinenwitz oder die blutjunge Dorfpolizistin, die ihrem Chef nicht nur den Kaffee kochen muß, sondern auch noch die korrekte Temperatur treffen muß. Ein unmögliches Unterfangen! Der Film lebt aber vor allem von der großartigen komödiantischen Darstellung seines Hauptdarstellers.
Für seine schauspielerische Leistung in Markus Imboden hat nach seinem, mit dem Grimme Preis ausgezeichneten, Film "Mörder auf Amrum" einen weiteren sehenswerten Fernsehkrimi mit Hauptdarsteller Hinnerk Schönemann produziert, den man von nun an öfter sehen möchte.
Die Handlung um einen Ökoskandal, Geldgier und Korruption ist nicht wirklich spannend, aber reichlich komisch, wenn man diesen Sinn für Humor hat und mit viel Lokalkolorit. Der Showdown beim Memory-Wettkampf und die kuriose unvorhersehbare Auflösung des Falles sind für mich die Krönung eines gelungenen Unterhaltungsabends. "Mörderisches Wespennest" von Markus Imboden ist intelligente Unterhaltung, bei der das Schmunzeln nicht mehr weichen mag und so wohltuend anders als der Krimieinheitsbrei, den man sonst häufig im Fernsehen serviert bekommt.