Pressestimmen
Eine beherzt geführte Flasche Dornfelder trocken ruiniert nicht nur Gabriele Riffs Dauerwelle, der Schlag beendet auch ihr Leben. Szenenwechsel: Erst mal sieht es so aus, als würden sich Esther und Daniel ganz harmlos zum Joggen verabreden. Tatsächlich aber schmieden sie fiese Pläne, denn es soll ihren Ehepartnern an den Kragen gehen. Und dann ist da noch diese Frau, eingesperrt in einem stockdunklen Keller. Sie muss um ihr Leben fürchten. Ein Mal im Jahr schwappt eine Welle des Verbrechens über das sonst so beschauliche Rheinhessen und die an sich recht ruhige Landehauptstadt. Die Täter sind schnell ausgemacht: Hier hat die Autorenvereinigung Mörderisches Rheinhessen zugeschlagen. Zum vierten Mal legen 13 Schriftsteller aus der Region ihre Kurzkrimis vor. Ein Mord zu viel heißt der Band euphemistisch - als wenn es nur um Mord ginge .. Christian Pfarr entführt mit seiner Erzählung Triumvirat in den Großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses. Bauunternehmer Fridolin Goldberg soll zum Ehrenbürger der Stadt Mainz ernannt werden. Seine Dankesrede aber nutzt er zur großen Abrechnung ... Pfarrs Geschichte ist das Schmuckstück dieser Krimisammlung. Er zeichnet eine Stadt im Rausch. Vieles an dieser raffinierten Satire wird der Leser wiedererkennen. Der Autor weiß eben, wie Mainz und seine Großkopferten ticken. Angeblich soll Shakespeare einst in Begleitung des Malers Adam Elsheimer in die Landeshauptstadt gekommen sein. Eine tolle Sache! Schlagartig laufen alle kommunalen Mühlen heiß. Schulen sollen umbenannt werden, ein Shakespeare-Boulevard ist geplant, ein Denkmal längst angedacht, und neue Tourismusstrategien schießen aus dem Boden. Ein Riesenschwindel wird zum Mordsspaß. Nicht jeder der 13 Kurzkrimis ist so gelungen. Zwei, drei Durchhänger finden sich im Buch. Doch gerade die Frauen der Gruppe glänzen mit wunderbar schwarzem Humor. Antje Fries etwa betritt mit der Jogger-Geschichte Crossover verschlungene Pfade. Einer an sich bekannten Handlung verleiht sie ganz neue Wendungen. Mindestens genauso amüsant und hinterhältig fällt Vera Bleibtreus intimer Blick in die Kirchenarbeit aus. Der Tod war pünktlich erreicht in seinen satirischen Zügen fast schon Pfarrs Niveau. Kein Wunder, schließlich arbeitet die Autorin unter ihrem echten Namen Angela Rinn als Pfarrerin in Gonsenheim. Wie bereits in den vorigen Sammelbänden toben sich die Damen und Herren des Mörderischen Rheinhessen; so richtig aus auf der Spielwiese des Kurzkrimis. Zwar hat jeder von ihnen bereits eigene Romane vorgelegt, unter denen sich durchaus aufregende Titel finden. Doch in ihren Quickies kommen alle 13 entspannter und origineller daher als in ihren längeren Einzelveröffentlichungen. Ein Mord zu viel; ist genau die richtige Dosis für ein paar aufregende Krimiabende. (Gerd Blase, Mainzer Rheinzeitung, 30.08.11)
Kurzbeschreibung
Kann aus einem schlechten Krimi-Autor plötzlich ein guter werden? Diese Frage stellt Wolfhard Klein und bringt damit die erfolgreiche Autorenvereinigung Mörderisches Rheinhessen selbst ins Spiel. Was aus Paaren werden kann, wenn sie nur lange genug zusammenbleiben, beschreiben eindrucksvoll und ganz unterschiedlich Antje Fries, Friederike Harig, Heidrun Immendorf, Olaf Paust und Astrid Reck. Eine infame Rache nehmen zwei Zukurzgekommene bei Claudia Platz. Andreas Wagner versetzt uns ans Ende des Zweiten Weltkriegs, in eine Zeit mit scheinbar ausgehebelten Gesetzen. Wie nur eine obsessiv ausgelebte Eigenschaft (hier ist es die Pünktlichkeit) zur Folter für alle anderen werden kann, davon erzählt Vera Bleibtreu. Christian Pfarr stellt in seiner Krimisatire einen bestimmten Typ von Lokalpolitikern in den Fokus. Aus einem scheinbar harmlosen Plot Grundschullehrerin berät Privatklinik bei deren Weinkäufen rührt Marion Schadek eine explosive Mischung. Jürgen Heimbach variiert ein bekanntes Krimithema die Zwillinge in einem düsteren, spannenden Thriller. Kammerspielartig entwickelt Peter Jackob seinen Kurzkrimi: Der Kommissar ermittelt in einem sogenannten geschlossenen Raum ... Ein Mord zu viel? Kein Mord zu viel!