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Mörderische Identitäten: Essay (edition suhrkamp)
 
 
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Mörderische Identitäten: Essay (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Amin Maalouf , Christian Hansen
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 6 (24. Juli 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518121596
  • ISBN-13: 978-3518121597
  • Originaltitel: Les identités meurtrières
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 325.789 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Amin Maalouf
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Amin Maalouf, in Frankreich lebender arabischer Christ, beobachtet die mörderischen Auswirkungen von Fundamentalismus und ängstlicher, reflexhafter Ausgrenzung des Anderen. Sein Essay ist ein Appell an Toleranz, Integration und Pluralität.

Über den Autor

Amin Maalouf wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1976 als Journalist und Schriftsteller in Frankreich. Er bereiste über sechzig Länder und gilt als anerkannter Spezialist für Fragen der arabischen Welt und der Beziehungen zwischen Okzident und dem Nahen Osten. Amin Maalouf war Chefredakteur der Wochenzeitschrift An Nahar International sowie des Magazins Jeune Afrique, während des Vietnamkriegs und der Islamischen Revolution arbeitete er als Kriegsberichterstatter.
Als Buchautor hat er bisher sieben Romane veröffentlicht, seine Werke sind in etwa 25 Sprachen übersetzt worden und sein erstes Werk Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber (1983) ist zu einem Standardwerk geworden.
Im August 2000 wurde bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit der finnischen Komponistin Kija Saariaho) die erste Oper nach einem Libretto des Autors uraufgeführt: L'amour de loin.

 


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
„Es ist ein Unterschied, ob man als Schwarzer in New York, Lagos, Pretoria oder Luanda zur Welt kommt, fast möchte man sagen, dass es sich im Hinblick auf die Identität nicht um die gleiche Hautfarbe handelt." (S. 25)

Amin Maalouf, Jahrgang 1949, gebürtiger Libanese mit Wohnsitz in Frankreich, stammt aus einer melkitischen (d.h. griechisch-katholischen) Familie, ist protestantisch getauft und römisch-katholisch erzogen. Aus eigener Anschauung und als preisgekrönter Autor zahlreicher historischer Romane weiß er um die Bedeutung von Identität, v.a. der Gewichtung einzelner Apekte der Identität wie Sprache, Religion, Herkunft usw. Wie kommt es, dass sich ein und dieselbe Person beispielsweise jahrzehntelang als Jugoslawe, einige Jahre später aber ausschließlich als Bosnier oder - eingeschränkt auf die religiöse Zugehörigkeit der Familie - als muslimischer Bosnier bezeichnet?

Jedes Menschen Identität setzt sich aus einer mehr oder weniger langen Liste nationaler, lokaler, kontinentaler, religiöser, sozialer usw. Identitätselemente zusammen. Dominiert eines der genannten über die anderen (z.B. die Religion in Bosnien) oder löst sich eine identitätsstiftende Einheit auf (Jugoslawien), teilt sich aus der Sicht der Betroffenen die Menschheit in in jene, deren Identität man teilt, und in die anderen, die vermeintlich zu Fremden werden - auch wenn man seit Jahrzehnten Tür an Tür wohnt.

Die profunde historische Bildung des Autors erkennt man in jenen Teilen des Buchs, wo es um Änderungen der Identität geht, z.B. in der jüngeren Geschichte des Islam. („Wenn die Moderne vom Anderen kommt" heißt das zweite, dem Islam gewidmete Kapitel.) Er wendet sich entschieden gegen den Usus, alles was in islamischen Ländern passiert, unter der Rubrik „Islam" zu verbuchen und den Islam für alle möglichen Entwicklungen, v.a. die Tragödien, dieser Länder verantwortlich zu machen, sei es im blutig dekolonisierten Algerien, im nie kolonisierten Afghanistan, in Palästina, in Ägypten zur Zeit Napoleons und in der heutigen Türkei.

Ein historisches Faktum werde ich mir in diesem Zusammenhang notieren und bei entsprechenden, gegenwärtig häufigen Gelegenheiten gerne zitieren: „Ende des vorigen Jahrhunderts besaß Istanbul, die Hauptstadt des damals mächtigsten islamischen Staates, eine nicht-muslimische Bevölkerungsmehrheit, bestehend vor allem aus Griechen, Armeniern und Juden. Wäre es denkbar, dass in jener Zeit in Paris, London, Wien oder Berlin überwiegend Nicht-Christen, Muslime oder Juden, gelebt hätten?" (S. 53/54) Die Mehrheitsverhältnisse in der Türkei änderten sich erst, als die Bedeutung religiöser Identität ab- und der Nationalismus blutig zunahm ...

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von WoMo
Format:Taschenbuch
„Es ist ein Unterschied, ob man als Schwarzer in New York, Lagos, Pretoria oder Luanda zur Welt kommt, fast möchte man sagen, dass es sich im Hinblick auf die Identität nicht um die gleiche Hautfarbe handelt." (S. 25)

Amin Maalouf, Jahrgang 1949, gebürtiger Libanese mit Wohnsitz in Frankreich, stammt aus einer melkitischen (d.h. griechisch-katholischen) Familie, ist protestantisch getauft und römisch-katholisch erzogen. Aus eigener Anschauung und als preisgekrönter Autor zahlreicher historischer Romane weiß er um die Bedeutung von Identität, v.a. der Gewichtung einzelner Apekte der Identität wie Sprache, Religion, Herkunft usw. Wie kommt es, dass sich ein und dieselbe Person beispielsweise jahrzehntelang als Jugoslawe, einige Jahre später aber ausschließlich als Bosnier oder - eingeschränkt auf die religiöse Zugehörigkeit der Familie - als muslimischer Bosnier bezeichnet?

Jedes Menschen Identität setzt sich aus einer mehr oder weniger langen Liste nationaler, lokaler, kontinentaler, religiöser, sozialer usw. Identitätselemente zusammen. Dominiert eines der genannten über die anderen (z.B. die Religion in Bosnien) oder löst sich eine identitätsstiftende Einheit auf (Jugoslawien), teilt sich aus der Sicht der Betroffenen die Menschheit in in jene, deren Identität man teilt, und in die anderen, die vermeintlich zu Fremden werden - auch wenn man seit Jahrzehnten Tür an Tür wohnt.

Die profunde historische Bildung des Autors erkennt man in jenen Teilen des Buchs, wo es um Änderungen der Identität geht, z.B. in der jüngeren Geschichte des Islam. („Wenn die Moderne vom Anderen kommt" heißt das zweite, dem Islam gewidmete Kapitel.) Er wendet sich entschieden gegen den Usus, alles was in islamischen Ländern passiert, unter der Rubrik „Islam" zu verbuchen und den Islam für alle möglichen Entwicklungen, v.a. die Tragödien, dieser Länder verantwortlich zu machen, sei es im blutig dekolonisierten Algerien, im nie kolonisierten Afghanistan, in Palästina, in Ägypten zur Zeit Napoleons und in der heutigen Türkei.

Ein historisches Faktum werde ich mir in diesem Zusammenhang notieren und bei entsprechenden, gegenwärtig häufigen Gelegenheiten gerne zitieren: „Ende des vorigen Jahrhunderts besaß Istanbul, die Hauptstadt des damals mächtigsten islamischen Staates, eine nicht-muslimische Bevölkerungsmehrheit, bestehend vor allem aus Griechen, Armeniern und Juden. Wäre es denkbar, dass in jener Zeit in Paris, London, Wien oder Berlin überwiegend Nicht-Christen, Muslime oder Juden, gelebt hätten?" (S. 53/54) Die Mehrheitsverhältnisse in der Türkei änderten sich erst, als die Bedeutung religiöser Identität ab- und der Nationalismus blutig zunahm ...

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