Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Kriminalroman, sondern es beinhaltet sieben Kurzgeschichten von Agatha Christie. Diese sind dabei so unterschiedlich wie gewöhnungsbedürftig. Warum das Ganze auch noch als „Mördergarn" betitelt wurde, ist mir ferner ein Rätsel, da es in keiner der Geschichten zu einem Mord kommt. Vielmehr scheint sich Christie beim Schreiben dieser Erzählungen in einer sehr romantischen Phase befunden zu haben, da sich das Bild der vollkommenen überirdisch schönen Frau durch alle Geschichten zieht.
So fand ich z.B. „Der Traum vom Glück" ausgesprochen flach, bei der ein junger Mann gerade einen schwulstigen Liebesroman gelesen hat und sich nun nach einer Frau wie der Romanheldin sehnt, die ihn berauscht und sich ihm leidenschaftlich hingibt. Als ihm durch ein Ausschreiben eine beachtlich Summe in die Hände fällt, kauft er sich davon ein schickes Auto und erlebt bald aufregende Abenteuer wie in seinem Liebesroman.
Wirklich interessant und spannend ist nur „Das Mädchen im Zug" gewesen, bei dem das Ende leider erneut in geradezu lächerlichen Liebesgeplänkel ausartet.
Bei drei weiteren Geschichten begibt sich Christie sogar auf parapsychologisches Terrain, was sie aber lieber hätte bleiben lassen sollen. Ihr Spezialgebiet bleibt es nun einmal für scheinbar unerklärliche Phänomene eine einfache und logische Lösung bereitzuhalten...
Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von dieser Zusammenstellung an Kurzgeschichten gewesen und es schmerzt außerordentlich als Christie-Liebhaberin ihr Werk derart zu zerreißen und an dieser Stelle nur zwei Sterne vergeben zu können.