Ein unglaublicher Film. Eine Meisterleistung von Ulrich Tukur. Selten ist mit solch einer Intensität die Gefühlswelt eines pädophilen Mörders gezeichnet worden. Selten sind die Abgründe eines derart kranken Wesens auf so plastische Weise verdeutlicht worden. Hat man bis zur Hälfte des Films noch die (leise) Hoffnung, der Mann leidet wirklich unter seinen Taten, bekommt man in der 2. Hälfte die gesamte Wucht des Soziopathen förmlich in's Gesicht geschleudert. Man erkennt, dass sich ein Pädophiler N I E M A L S ändern wird. Mit keiner Therapie der Welt. Weil er nur eines kennt: SELBSTMITLEID. Tukur spielt so, wie Täter fühlen, die Kinder sexuell missbrauchen und töten. Sie fühlen nur sich. Sie haben keinerlei Möglichkeit, den Schmerz, die Angst, das Leid des Kindes zu erfahren. Sie handeln ausschließlich zur Befriedigung des eigenen ICHs. Ein Lehrstück über die Sinnlosigkeit jeglichen Therapieansatzes für pädophile Mörder. Pädophilie ist grundsätzlich eine ebensolche sexuelle Ausrichtung wie Heterosexualität oder Homosexualität. Nicht jeder wird zum Mörder, wie jemand, der erwachsene Frauen oder Männer missbraucht, ebenfalls nicht per se mordet. Doch mit diesem Film wird eindringlich deutlich, dass es nur ein kurzer Schritt über eine weitere Stufe ist. Erschreckend vor allem, wie sich die "Umwelt" lange (viel zu lange) täuschen lässt.
Vielleicht zum Schluss noch ein Wort zur DVD-Qualität: leider schlecht. Hier könnte technisch deutlich nachgebessert werden. Trotzdem ist dieser Film unbedingt empfehlenswert!