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Kurt Wallanders Privatleben kann gelegentlich deprimierender erscheinen als man es sogar von einem provinziellen schwedischen Detektiv erwarten würde. Sein Geschick beim Ermitteln dagegen ist absolut erstklassig. Und Mankells Geschichte eines brutalen Mordes an einem älteren Bauernehepaar enthüllt eine unbekannte Seite des Lebens im heutigen Schweden: einen gewissen Hang zur Ängstlichkeit und zum Vorurteil gegenüber den vielen Zugereisten aus Afrika, dem Nahen Osten und Osteuropa, die dort Asyl beantragt haben. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Beschrieben wird in dem Roman die mühevolle Suche nach dem oder den Mördern eines Ehepaares, daß auf einem etwas einsam gelegenen Bauernhof brutal umgebracht worden ist. Mit bewunderswerter Energie treibt der Kriminalbeamte Kurt Wallander aus der südschwedischen Kleinstadt Ystad die Ermittlungen voran, obwohl alle Spuren ins Leere zu führen scheinen. Am Ende hilft dann der "Kollege Zufall" mit ...
Mankell schreibt einfühlsame Bücher, die die Probleme eines Polizisten (natürlich mit gescheiterter Ehe und einer etwas flippigen Tochter, insofern ganz Klischee - oder vielleicht doch Realitätsnähe) widerspiegeln, der mit zunehmender sinnloser Brutalität konfrontiert wird. Wallander ist ein ziemlicher normaler Mensch, liberal und tolerant, soweit seine Wirklichkeit das zuläßt, mit Schwächen und Fehlern, und daher eine recht gute Identifikationsfigur. Er lebt in einem ländlichen Umfeld, von den Problemen der Großstädte noch nicht in voller Härte heimgesucht und auch deshalb liebenswert. „Mörder ohne Gesicht" ist ein sehr guter Kriminalroman und doch auch eine wunderbare Beschreibung des schwedischen Schonens. Das Buch macht Lust auf „mehr"! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Kommissar Wallander mag nicht immer sympathisch wirken, allerdings handelt es sich auch hier um das Bemühen des Autors um eine realistische Charakterstudie. Zwar liebe ich auch den niveauvollen Commissario Brunetti. Den Kommissar Wallander muß man aber eben als ganz normalen Menschen mit Stärken und Schwächen verstehen. Mir ist er erst dadurch nah geworden.
Alles in allem vergebe ich vier Sterne für das besondere Bemühen des Autors, über den üblichen Krimi hinauszugehen.
Jedenfalls lesenswert für Menschen, die etwas zum Nachdenken möchten.
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