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Kurt Wallanders Privatleben kann gelegentlich deprimierender erscheinen als man es sogar von einem provinziellen schwedischen Detektiv erwarten würde. Sein Geschick beim Ermitteln dagegen ist absolut erstklassig. Und Mankells Geschichte eines brutalen Mordes an einem älteren Bauernehepaar enthüllt eine unbekannte Seite des Lebens im heutigen Schweden: einen gewissen Hang zur Ängstlichkeit und zum Vorurteil gegenüber den vielen Zugereisten aus Afrika, dem Nahen Osten und Osteuropa, die dort Asyl beantragt haben.
Wie in früheren Fällen, gibt auch hier Heinz Kloss den knarzigen, weltmüden Wallander, dessen gescheiterte Ehe und der abgerissene Kontakt zur Tochter Linda ihn beständig an der Sinnfrage des Seins entlangschrammen lässt. Auch Boulevard-Urgestein Friedrich Schönfelder ist als Sprecher jedesmal erneut eine Offenbarung. Nicht lumpen ließ man sich in der Abteilung Soundeffekte und Musik. Zu den (manchmal etwas zu opulenten) Klängen des Filmorchesters Halensee, in dem sogar eine singende Säge als Uralt-Horrorfolterinstrument reüssiert, blitzt und donnert es, was der schwedisch-schwüle Sommer hergibt. Licht aus! Spot an! Wallander at his best! --Ravi Unger
Hörspiel; 2 CDs im Schuber; Gesamtlaufzeit ca. 96 min. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein sehr lesenswerter Kriminalroman,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mörder ohne Gesicht: Roman (Taschenbuch)
Das Buch ist das erste aus der Reihe der Wallander-Romane von Henning Mankell. Wer mit anderen Titel angefangen hat, wird an einigen Stellen damit leben müssen, daß hier die Personen vorgestellt werden, die man doch schon kennt. Deswegen ist es empfehlenswert, Mankell-Lektüre mit diesem Buch zu beginnen.Beschrieben wird in dem Roman die mühevolle Suche nach dem oder den Mördern eines Ehepaares, daß auf einem etwas einsam gelegenen Bauernhof brutal umgebracht worden ist. Mit bewunderswerter Energie treibt der Kriminalbeamte Kurt Wallander aus der südschwedischen Kleinstadt Ystad die Ermittlungen voran, obwohl alle Spuren ins Leere zu führen scheinen. Am Ende hilft dann der "Kollege Zufall" mit ... Mankell schreibt einfühlsame Bücher, die die Probleme eines Polizisten (natürlich mit gescheiterter Ehe und einer etwas flippigen Tochter, insofern ganz Klischee - oder vielleicht doch Realitätsnähe) widerspiegeln, der mit zunehmender sinnloser Brutalität konfrontiert wird. Wallander ist ein ziemlicher normaler Mensch, liberal und tolerant, soweit seine Wirklichkeit das zuläßt, mit Schwächen und Fehlern, und daher eine recht gute Identifikationsfigur. Er lebt in einem ländlichen Umfeld, von den Problemen der Großstädte noch nicht in voller Härte heimgesucht und auch deshalb liebenswert. „Mörder ohne Gesicht" ist ein sehr guter Kriminalroman und doch auch eine wunderbare Beschreibung des schwedischen Schonens. Das Buch macht Lust auf „mehr"! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Kriminalroman in der Tradition von Sjöwall/Wahlöö.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mörder ohne Gesicht: Roman (Taschenbuch)
"Mörder ohne Gesicht" (dtv 20232 - schwedische Originalausgabe 1991) ist ein Kriminalroman von Henning Mankell, einem der meistgelesenen und vielfach ausgezeichneten Schriftsteller in Schweden. Er folgt der schwedischen Tradition insbesonders von Sjöwall/Wahlöö und wurde 1992 zum besten Kriminalroman Schwedens gekürt. Hauptfigur auf der Jagd nach dem "Mörder ohne Gesicht", der ein Ehepaar auf einem Bauernhof brutal ermordet hat, ist Kommissar Kurt Wallander. Für ihn und sein Team liegt einerseits das Motiv Tat völlig im Dunkeln. Andererseits irritiert die ermittelnden Polizisten die unerklärliche Brutalität der Tat. Da die letzten Worte der ermordeten Bäuerin "Ausländer, Ausländer" waren, kommt es nach Durchsickern dieser Information an die Öffentlichkeit zu ausländerfeindlicher Gewalt, die Kommissar Wallander zu Ermittlungen in einem weiteren Mordfall veranlassen. Dieser kann rasch gelöst werden, doch die Aufklärung des Mordes am bäuerlichen Ehepaar kommt nicht voran. Es stellt sich im Lauf der Untersuchungen heraus, daß der ermordete Bauer ein Doppelleben geführt hat und überraschend viel Geld besaß. Aber alle diese Spuren führen nicht weiter, bis klar wird, wie der Mörder auf die Mordopfer gekommen ist. Bei einem ähnlichen Versuch - ein Mordopfer ausfinding zu machen - wird Monate später der Fall geklärt. "Mörder ohne Gesicht" ist ein spannender Kriminalroman im ländlichen schwedischen Milieu, der sich seines Preises würdig erweist.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
politisch und gesellschaftskritisch,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mörder ohne Gesicht: Roman (Taschenbuch)
Die Kundenrezensionen zu "Mörder ohne Gesicht" klaffen zwischen einem und fünf Sternen. Das hat sicher seinen Grund. Ich stimme überein mit einigen Lesern, daß die Lösung des Falles nichts mit den vorherigen Ermittlungen des Kommissars zu tun hat und deshalb enttäuschend wirken kann. Das aber nur dann, wenn man den Roman als üblichen Krimi mit vielen Verstrickungen, deren Lösung den Leser schließlich in Erstaunen versetzt, liest. Die Stärke diesen Krimis von Henning Mankell liegt jedoch woanders. Es ist vor allem ein politisches und gesellschaftskritisches Buch, das sich um Realitätsnähe bemüht. Das Ende hat nichts mit Unlust seitens des Autors zu tun, dem nichts besseres mehr einfiel. Vielmehr bemüht sich Mankell, anders als andere Krimiautoren, um die möglichst realistische Darstellung eines Kriminalfalls und der sich verändernden schwedischen Gesellschaft. Man sollte das Buch also nicht nur als Krimi sondern vor allem als politische Gesellschaftsstudie lesen, die durchaus zum Nachdenken anregen kann.Kommissar Wallander mag nicht immer sympathisch wirken, allerdings handelt es sich auch hier um das Bemühen des Autors um eine realistische Charakterstudie. Zwar liebe ich auch den niveauvollen Commissario Brunetti. Den Kommissar Wallander muß man aber eben als ganz normalen Menschen mit Stärken und Schwächen verstehen. Mir ist er erst dadurch nah geworden. Alles in allem vergebe ich vier Sterne für das besondere Bemühen des Autors, über den üblichen Krimi hinauszugehen. Jedenfalls lesenswert für Menschen, die etwas zum Nachdenken möchten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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