Dieses Buch mag teilweise nicht so spannend sein, wie die anderen Profiling-Bücher von John Douglas. Es beschäftigt sich nämlich viel mehr mit den Opfern und den Hinterbliebenen als die anderen Bände. Doch gerade darin zeigt sich der Mut von John Douglas, auch dieses ungeliebte Thema einmal anzusprechen. Die Medien beschäftigen sich meist nur mit den Tätern, die durch ihre bestialischen Taten natürlich Interesse hervorrufen. Doch meist bleiben die Opfer für die Öffentlichkeit das, was sie für die meisten auch Täter sind: gesichtsloses Schlachtvieh. Daher räumt John Douglas den Opfern einen großen Platz ein, denn das sind die Leute, die sich nichts zu schulden kommen ließen und die trotzdem von der Gesellschaft vernachlässigt werden.
John Douglas berichtet über Betreuung der Hinterblieben, der überlebenden Opfer und deren Familie und Freunden; über Bürgerinitiativen, Gesetzesinitiativen und Gerichtsprozesse.
Als kriminologischer Aspekt geht es in diesem Buch über Viktimologie, d.h. darüber, was sich zwischen Täter und Opfer abspielt.
Außerdem enthält das Buch 2 Kapitel über eine Täterkategorie, die in den anderen Büchern noch nicht erwähnt wurden, den sog. "Stalkern", das sind Leute, die ihren Opfern - Prominenten oder normalen Bürgern - das Leben durch Aufdringlichkeit und Drohungen zur Hölle machen (z.B. verblendete "Verehrer"). Douglas vermittelt, was es mit dieser Täterkategorie auf sich hat.
Dies ist ein Buch das die Opfer endlich ins rechte Licht rückt und sich angenehm von der tumben Sensationsgier der Medien abhebt. Für wen die Opfer langweilig und nur die Täter schillernd und darstellenswert sind, der braucht über die Täter nicht zu urteilen - er oder sie ist dann schon auf dem besten Weg zu deren Gefühllosigkeit.