Ausgerechnet auf der sehr überschaubaren Insel Amrum will das BKA eine Zeugin verstecken, die von der russischen Mafia gejagt wird. Und tatsächlich stapeln sich auf Amrum bald die Leichen: Erst erledigt ein Killerkommando das Schutzteam des BKA, dann muss auch noch der Chef von Inselpolzist Helge (Hinnerk Schönemann) dran glauben. Doch Helge, der sich zudem ein bisschen in die bedrohte Zeugin verliebt hat, ist in seiner Phantasie nicht der kleine Dorfpolizist, der nur Schafdiebstahl aufklärt. Er sieht seine große Stunde gekommen. Zusammen mit anderen Insulanern rüstet er sich für den Showdown mit den Killern. Und so stehen sich gut und böse dann auf einer windigen Landstraße gegenüber...
Regisseur Marcus Imboden und Drehbuchautor Karsten Schmidt haben hier einen Geniestreich gelandet. Geschickt mischen sie Thrillerelemente, Motive aus alten Gangsterfilmen und klassische Westernelemente zusammen und haben so einen der spannendsten und zugleich lustigsten TV-Filme der letzten Jahre geschaffen. Der Film nutzt die karge Schönheit der Insel Amrum als perfekte Julisse für einen Nordsse-Western. Hinzu kommt die Leistung von Hinnerk Schönemann. Oft als Proll vom Dienst besetzt (Dr. Psycho), darf er hier zeigen, was er kann. Und das ist eine Menge.
Mörder auf Amrum wurde zur Recht mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet und ist eigentlich eine klare Kaufempfehlung.
Etwas unverschämt für einen ja bereits über Rundfunkgebühren subventionierten TV-Film finde ich den Preis. Doch da gibt ja einen Tipp: Fie Film-Box MÖRDERISCHER NORDEN enthält alle 5 Norddeutschland-Krimis von Marcus Imboden und Karsten Schmidt, auch Mörder auf Amrum. Alles tolle Filme, deshalb lieber ein paar Euro mehr für das Box-Set investieren: Es lohnt sich.