Balthasar Matzbach ist ein Universal-Dilettant, will heißen, er ist in unendlich vielen Fachgebieten bewandert, von denen er sich abwandte, kurz bevor er dort absolute Meisterschaft erreichte. Eine Eigenschaft, die ihm bei seinem neuesten Steckenpferd, der Verbrechensermittlung, sehr zustatten kommen würde, wäre er nicht auch noch außerordentlich fett und ungehobelt, kurz: ein richtiges respektloses Scheusal - sehr zum Vergnügen der Leser. Die Balthasar-Matzbach-Krimis leben von seiner unangepaßten Persönlichkeit, "Mörder und Marder" indeß von weiteren skurrilen Charakteren: z.B. dem eines Bestattungsunternehmers, der aus ausgefallenene Wünsche auf seinem Privatfriedhof erfüllt; dem eines Auftragsdichters für alle Gelegenheiten; dem der großen "Scharlatante", die ihren Computer Kunstwerke herstellen läßt; dem einer Hexe und dem eines Tierverleihers (Marder, Ratten, Wisente) mit erpresserischen Neigungen. Diese illustre Schar, alles ehenalige Philosophiestudenten, verbringt jedes Jahr ein Wochenende zu allseitigem körperlichen Vergnügen miteinander - um der alten Zeiten willen. Diesmal ist jedoch alles etwas anders: der etwas abgelegene Treffpunkt, eine alte Villa, ist nach kurzer Zeit vollständig zugeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten und ein Mitglied der Gruppe wird ermordet aufgefunden. Doch glücklicherweise hat einer der Ex-Studenten seinen Freund Matzbach mitgebracht, der, mit allen Wassern gewaschen, das Verbrechen aufklären wird. Schwachpunkt des Krimis ist, wie Matzbach am Ende selbst feststellt, daß das Motiv vor Auflösung des Falles nicht ersichtlich ist - macht aber nichts. Schließlich sorgt bei dem Krimi vor allem das "Wie" für Spaß. Ein Tip für Leser, die vorneweg gern den letzten Satz oder die letzte Seite lesen - diesmal unbedingt vermeiden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)