Üblicherweise mache ich einen Bogen um Kurzgeschichten. Nicht dass ich der Ansicht wäre, die Erzählform hätte einen geringeren literarischen Wert als der Roman. Es ist einfach eine Erzählform, die mir als Leserin nicht wirklich liegt. Dennoch siegt manchmal die Neugier, so auch bei der Sammlung von Krimis aus dem Mittelalter "Mönche, Meuchler, Minnesänger", die Günter Krieger im Bookspot Verlag herausgegeben hat, und mir damit mal wieder bewiesen hat, dass Kurzgeschichten sowohl einen hohen literarischen Wert als auch einen enormen Unterhaltungswert haben können und dass Kleinverlage oft hochinteressante Bücher verlegen, die sehr liebevoll gestaltet sind.
Günter Krieger ist es gelungen etliche sehr namhafte deutsche Autoren für seine Krimis aus dem Mittelalter zu gewinnen, neben Bestsellergarantin Tanja Kinkel haben renommierte Autoren wie Dagmar Trodler, Titus Müller, Eric Walz, Kirsten Schützhofer, Belinda Rodik, Peter Erfurt, Petra Balzer de Garcia, Walter Laufenberg, Dieter Hermann Schmitz, Ruben Wickenhäuser und der Herausgeber selbst, Günter Krieger, Beiträge für die Anthologie verfasst. So unterschiedlich wie die Autoren sind natürlich auch ihre Beiträge, was "Mönche, Meuchler, Minnesänger" literarisch, thematisch und inhaltlich besonders attraktiv macht. Die Autoren führen uns in unterschiedliche Jahrhunderte des Mittelalters und Regionen des heutigen Europas, lassen uns das Leben unterschiedlichster Schichten erleben. Manche Geschichten sind dramatisch, manche unheimlich, manche humorvoll, manche sehr informativ, viele überraschend. Aber einiges haben die Geschichten auch gemeinsam: sie sind prall voller Emotion, mit historischer Genauigkeit erarbeitet und sprachlich ausgefeilt.
Günter Krieger ist es gelungen eine sehr gelungene Auswahl von Kurzkrimis auf hohem literarischen Niveau zu treffen. Es ist keine Geschichte dabei, die mir nicht gefallen hätte. Dennoch habe ich natürlich Favoriten, die ich nachfolgend herausheben werde. Eric Walz erzählt uns in "Die achte Konkubine" die Geschichte einer Burgherrin des Mittelalters, lässt uns tief in menschliches Fühlen und Handeln blicken und berührt dabei Fragen, die auch im heutigen Dasein von Interesse sind. Kirsten Schützhofer entwirft mit "Die Maikönigin" ein Bild der menschlichen Abgründe, die aus tiefer Emotion entstehen können. Peter Erfurt erzählt uns in "Arthurs letzte Liebe" wie Gehorsamspflicht und Moral gelebt wurden und werden können.
Dem Bookspot - Verlag gebührt ein großes Lob für das Buch "Mönche, Meuchler, Minnesänger". Genauso hochwertig wie die Sammlung der Kurzkrimis ist auch die Aufmachung des Buches, als Hardcover gebundenes hochwertiges Papier bedruckt in einer gut lesbaren Schriftart und erfreulicherweise liegt damit endlich mal wieder ein Buch vor, bei dem man sich nicht über Grammatik- und Druckfehler ärgern muss.
Kurz gesagt: Mit der Krimisammlung "Mönche, Meuchler, Minnesänger" erhält man ein Buch, das sein Geld allemal wert ist und mit dem man beim Verschenken wie auch beim selbst Behalten keinen Fehler machen kann. Einen Rat möchte ich Ihnen aber noch mitgeben: nehmen Sie sich in Acht vor Bilsenkraut!